Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

BDI warnt vor «wirtschaftlichem Desaster» beim Brexit

Einigen sich EU und Großbritannien nicht auf ein Abkommen nach der Brexit-Übergangsphase, drohen Zölle, unterschiedliche Standards und Chaos im Handel. Der deutsche Industrieverband rechnet mit einer Katastrophe.



Produktion bei VW
Karosseriebau im Volkswagen-Werk in Zwickau.   Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die deutsche Industrie hat vor massiven Folgen bei einem Scheitern der Verhandlungen über ein Brexit-Anschlussabkommen zwischen der EU und Großbritannien gewarnt.

«Ohne klare Vorgaben für den Warenverkehr wird der Brexit für Unternehmen zu einem wirtschaftlichen Desaster», sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang. Die Verhandlungspartner auf beiden Seiten des Ärmelkanals müssten dringend die Zeit bis Jahresende nutzen, um sich auf ein umfassendes Freihandelsabkommen zu einigen.

Lang sagte, das künftige Abkommen müsse tiefer greifen als traditionelle Freihandelsabkommen der EU mit anderen Ländern. Wichtig sei es, die ohnehin großen Handelshemmnisse mit einfachen und harmonisierten Ursprungsregeln so gering wie möglich zu halten. Einfache Regeln würden gerade mittelständischen Unternehmen den Handel massiv erleichtern und bürokratischen Aufwand erheblich reduzieren.

Ein BDI-Positionspapier zum Warenhandel enthält 42 Forderungen, die sich an die Verhandlungsparteien richten. Ziel müsse es sein, die Zollverfahren weitestgehend zu vereinfachen. Es dürften keine neuen Zölle eingeführt werden und es müsse gleiche Wettbewerbsbedingungen geben. Für Subventionen müssten klare und restriktive Regeln festgelegt und ein Mechanismus zur Beilegung von Handelsstreitigkeiten eingerichtet werden.

Die beiden Parteien verhandeln in dieser Woche wieder. Großbritannien hat die EU zwar bereits Ende Januar verlassen, gehört aber bis Jahresende noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion. Dann droht ohne Anschlussregelung ein harter wirtschaftlicher Bruch mit Zöllen und Handelshemmnissen. Eine Frist zur Verlängerung dieser Übergangsfrist ließ London Ende Juni ungenutzt verstreichen.

Der Brexit werde für die Zollbehörden auf beiden Seiten des Ärmelkanals eine Herausforderung, so der BDI. Daher müsse sowohl in physische Infrastruktur an den Hauptverkehrsadern für den Handel zwischen der EU und Großbritannien als auch in die digitale Zollinfrastruktur investiert werden.

«Ein britischer EU-Austritt ohne Abkommen wäre für alle Seiten das schlechteste Ergebnis», so Lang. «Bewegt sich London nicht in zentralen Fragen, müssen sich auch die britischen Unternehmen auf einen harten Bruch einstellen.»

Die Gespräche zwischen Brüssel und London drehen sich seit Monaten im Kreis. Die EU bietet ein umfassendes Handelsabkommen, mit dem Großbritannien seine Waren ohne Zölle und Mengenbegrenzung in den Binnenmarkt exportieren könnte. Im Gegenzug verlangt die EU gleich hohe Umwelt- und Sozialstandards, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Großbritannien will solche Vorgaben jedoch nicht akzeptieren.

© dpa-infocom, dpa:200710-99-740007/2

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 07. 2020
07:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
BDI Brexit Deutsche Industrie Europäische Union Güterhandel Handelsabkommen Industrieverbände Joachim Lang Subventionen Zoll (Außenwirtschaft)
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Britischer und deutscher Reisepass

28.01.2020

BDI: Unsicherheiten nach Brexit nicht vorbei

Nach Einschätzung des Industrieverbands BDI ist das Risiko eines No-Deal-Brexit noch immer groß. Großbritannien ist künftig ein wirtschaftlicher Konkurrent außerhalb des Binnenmarktes. Für Unternehmen gebe es weiterhin «... » mehr

Hamburger Hafen

09.07.2020

Viel Schatten und ein wenig Licht für deutschen Export

Der deutsche Export scheint in der Corona-Krise das Schlimmste überstanden zu haben. Es geht wieder etwas aufwärts. Von Normalität kann allerdings noch keine Rede sein. » mehr

Plastik

17.07.2020

Deutsche Industrie: Plastikabgabe ist «Gift für Wohlstand»

Schon zum 1. Januar könnte es in der EU eine neue Plastikabgabe geben - um Abfallberge zu bekämpfen und die Kassen des Staatenbündnisses zu füllen. Der Plan trifft auf Widerstand. Doch Umweltschützer sehen darin einen wi... » mehr

EU will in die Offensive

17.06.2020

EU will mehr Schutz vor Übernahmen aus dem Ausland

Nein, nein, die Vorschläge richteten sich nicht gezielt gegen China, betont die EU-Kommission. Die Behörde dringt auf faire Bedingungen im Wettbewerb. Peking dürfte über die Vorschläge aus Brüssel dennoch nicht erfreut s... » mehr

Hamburger Hafen

09.06.2020

Beispielloser Exporteinbruch von mehr als 30 Prozent

Geschlossene Grenzen, Reisebeschränkungen und Störungen der See- und Luftfracht: Deutschlands Exporteure bekommen die Folgen der Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren. » mehr

Industrieproduktion

07.02.2020

Trotz Rekordjahr: Export verliert deutlich an Schwung

Deutschlands Exportunternehmen haben sich in den Turbulenzen 2019 weitgehend behauptet. Von dem Boom der vergangenen Jahre ist der Außenhandel allerdings weit entfernt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Ilmenau

Radprofis | 06.08.2020 Ilmenau
» 53 Bilder ansehen

Nena Erfurt Steigerwaldstadion Erfurt

Nena live in Erfurt | 04.08.2020 Steigerwaldstadion Erfurt
» 14 Bilder ansehen

Brand in Meiningen Meiningen

Brand Spartenheim Meiningen | 04.08.2020 Meiningen
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 07. 2020
07:47 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.