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Wirtschaft

BASF erwartet Belastungen wegen Coronavirus

Eine lahmende Automobilbranche, Handelskonflikte und das Coronavirus: Der Chemiekonzern BASF sieht sich vor zahlreichen Herausforderungen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Vorstandschef Brudermüller gibt sich entschlossen.



BASF in Ludwigshafen
BASF rechnet vor allem im ersten und zweiten Quartal mit negativen Effekten durch das Coronavirus.   Foto: Uwe Anspach/dpa

Das neue Coronavirus wird nach Einschätzung des weltgrößten Chemiekonzerns BASF die Weltwirtschaft deutlich belasten. «In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft», sagte BASF-Chef Martin Brudermüller am Freitag.

Mit dem Virus sei ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belaste. Folgen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus seien eine geringere Nachfrage und Produktionsausfälle in vielen Branchen, sagte er bei Vorlage der Jahreszahlen.

Vor allem im ersten und zweiten Quartal rechnet BASF mit negativen Effekten. «Ich warne davor, zu früh Entwarnung zu geben, nur weil die Zahlen der Erkrankten in China zurückgehen», unterstrich Brudermüller. Er erwarte nicht, dass die Coronavirus-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können.

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet der Unternehmenschef damit, dass die Weltwirtschaft mit zwei Prozent deutlich langsamer wachsen wird als 2019. Auch für die globale Chemie erwartet er mit 1,2 Prozent deutlich geringere Zuwächse. «Das wäre das mit Abstand niedrigste Wachstum seit der Finanzkrise 2008/2009», fügte Brudermüller hinzu.

«Wenn ich das überschreiben müsste, würde ich unserer Mannschaft zuwerfen: Knie durchdrücken!», sagte der BASF-Chef. «Wir machen jetzt einfach unsere Strategie, die ist richtig. Wir können das Umfeld nicht ändern. Aber wir können das Beste daraus machen.»

Aufgrund der noch ungewissen Folgen des Coronavirus hat BASF eine große Spanne für die Jahresziele angegeben - «Das zeigt die Unsicherheit». Die Erlöse sollen 2020 auf 60 Milliarden Euro bis 63 Milliarden Euro steigen - nach 59,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) peilt das Unternehmen 4,2 Milliarden Euro bis 4,8 Milliarden Euro an - nach einem Rückgang um 28 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro 2019.

Für 2019 will BASF etwas mehr Geld an die Aktionäre ausschütten als erwartet. Die Dividende soll um 10 Cent auf 3,30 Euro je Aktie erhöht werden. Der Gewinn nach Steuern und Minderheiten stieg 2019 im Jahresvergleich um knapp 80 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Hier war aber ein Buchgewinn aus der Dekonsolidierung der Öl- und Gastochter Wintershall in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro enthalten.

«2019 war ein herausforderndes Jahr mit starkem weltwirtschaftlichem Gegenwind», sagte Brudermüller. Die Handelskonflikte zwischen den USA und China wirkten negativ, wichtige Absatzmärkte entwickelten sich langsamer. Dazu kämen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit. Die Nachfrage aus vielen wichtigen Kundenbranchen sei deutlich zurückgegangen, vor allem aus der Automobilindustrie.

Um den Konzern profitabler zu machen, setzte der seit fast zwei Jahren amtierende Brudermüller Ende 2018 ein Sparprogramm auf. Dazu gehören Stellenstreichungen. Den Sparkurs habe BASF beschleunigt, sagte Brudermüller. Nun soll der Abbau von 6000 Stellen Ende 2020 erreicht werden, ein Jahr früher als geplant. Im vergangenen Jahr baute BASF weltweit bereits 3100 Stellen ab. Im Gegenzug plant BASF in den kommenden fünf Jahren Investitionen von 23,6 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr fusionierte die BASF ihre Öl- und Gastochter Wintershall mit dem Konkurrenten Dea. Das Unternehmen soll im zweiten Halbjahr in Frankfurt an die Börse gehen. «Wir bereiten einen Börsengang vor», sagte BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel. Ob er dann auch wie geplant kommt, sei aber von den Marktbedingungen abhängig.

Die BASF-Mehrheitsbeteiligung Wintershall Dea steht wegen den Bau der umstrittenen Leitung Nord Stream 2 im Fokus. Wintershall Dea ist an der Pipeline, die Gas direkt von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren soll, finanziell beteiligt. Das Projekt ist den USA ein Dorn im Auge. Deshalb drohen den Firmen, die an der Pipeline mitbauen, Sanktionen. Der Bau liegt derzeit auf Eis.

«Es wird über Alternativen für die Fertigstellung von Nord Stream 2 nachgedacht», sagte Engel. Nach dem Baustopp hatte Russland ein Spezialschiff für die Verlegung von Gasröhren in Bewegung gesetzt. Im Moment habe der Stopp keine konkreten Nachteile für Wintershall Dea, sagte Engel. Die Pipeline soll Ende 2020 fertiggestellt sein.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 02. 2020
14:14 Uhr

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28. 02. 2020
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