Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Autobauer hinken Zusagen bei Diesel-Umrüstung hinterher

Auch zwei Jahre nach dem ersten «Dieselgipfel» sind die Konzerne noch nicht am Ziel: Software-Updates - ein zentrales Instrument im Kampf gegen zu schmutzige Stadtluft - sind nach wie vor nicht abgehakt.



Software-Update für Diesel-Fahrzeuge
Ein Kfz-Meister lädt ein Software-Update für das Steuergerät der Motorelektronik auf einen Volkswagen Amarok mit Dieselmotor.   Foto: Julian Stratenschulte

Die Umrüstungen älterer Diesel mit einer besseren Abgas-Software kommen voran - die Hersteller hinken ihren Zusagen aber weiter hinterher.

Aktuell haben 4,5 Millionen Autos Updates erhalten, wie das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Beim Dieselgipfel von Politik und Branche vor zwei Jahren hatten die deutschen Autobauer jedoch zugesagt, bei 5,3 Millionen Autos den Schadstoffausstoß durch neue Motor-Software zu senken - und zwar schon bis Ende 2018. Unabhängig davon fordern die Städte auch mehr Tempo bei Motor-Umbauten älterer Diesel.

Neue Software haben damit laut Ministerium inzwischen 85 Prozent der 5,3 Millionen Wagen bekommen. «Weitere Fahrzeuge sind in der Umrüstung, stehen kurz davor oder sind in der konkreten Planung für die Umrüstung.» Dass noch nicht alle umgerüstet seien, liege daran, dass Hersteller teils noch technische Unterlagen liefern müssten.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) nannte die Umrüstungsquote von 85 Prozent «ein sehr gutes Ergebnis». Damit hätten sich die Stickoxid-Emissionen von 4,5 Millionen Diesel-Pkw auf den Straßen deutlich verringert. Dies sei ein aktiver Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität. «Unsere Unternehmen arbeiten intensiv daran, dass diese Quote weiter steigt», erklärte der Verband.

Hintergrund der Software-Updates ist, dass in vielen Städten die Luft zu schlecht ist. Diesel-Abgase gelten dafür als ein maßgeblicher Grund. Inzwischen haben Gerichte für einige Städte Fahrverbote für ältere Diesel verhängt, die Politik will aber gegensteuern.

Beim Dieselgipfel mit Bund und Ländern am 2. August 2017 hatten die deutschen Autobauer zugesagt, bei 5,3 Millionen Diesel der Klassen Euro 5 und 6 die Stickoxid-Emissionen um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent per Software-Update zu senken - und zwar bis zum Jahresende 2018 auf Basis der Freigaben durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der erreichbaren Fahrzeuge. Die Kosten tragen die Hersteller. Zu den 5,3 Millionen Pkw zählen auch 2,5 Millionen Wagen des VW-Konzerns, aus denen ohnehin illegale Abgas-Software entfernt werden musste.

Im August 2018 war darüber hinaus bekannt geworden, dass eine Million Diesel zusätzlich neue Software bekommen sollten. Genaue Zahlen, wie viele dieser Autos inzwischen umgerüstet sind, nannte das Ministerium nicht. Es verwies darauf, dass für insgesamt 5,5 Millionen Fahrzeuge eine Freigabe durch das KBA erfolgt sei.

Neben den Software-Updates hatte sich die Bundesregierung nach langem Streit auch auf Hardware-Nachrüstungen verständigt - also Umbauten der Abgasreinigung direkt am Motor. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat das KBA nun die erste Allgemeine Betriebserlaubnis dazu erteilt. Diese betrifft nach Darstellung des Bamberger Technologie-Anbieters Dr Pley Nachrüstsätze zunächst für Volvo-Modelle. Demnächst seien Genehmigungen auch für Fahrzeuge von Daimler und BMW zu erwarten.

Der Deutsche Städtetag forderte auch nach dem jüngsten Urteil zur Luftverschmutzung in Aachen von der Autobranche mehr Tempo bei solchen Abgas-Nachrüstungen direkt am Motor. «Um Fahrverbote zu vermeiden, müssen die Autohersteller, die lange gemauert und ihre Rolle kleingeredet haben, endlich stärker handeln», sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Deutschen Presse-Agentur. Dass es nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts von Mittwoch vorerst kein Fahrverbot in Aachen gebe, bedeute keine Entwarnung. Allein in Nordrhein-Westfalen liefen 13 weitere Verfahren.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 08. 2019
16:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autobranche Autofirmen BMW Daimler AG Deutsche Presseagentur Diesel Diesel-Gipfel Dieselautos Fahrzeuge und Verkehrsmittel Kraftfahrt-Bundesamt Ministerien Produktionsunternehmen und Zulieferer Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Verband der Automobilindustrie Volvo-Modelle
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Software-Update für Diesel-Fahrzeuge

01.08.2019

Autobauer hinken Zusagen bei Diesel-Umrüstung hinterher

Auch zwei Jahre nach dem ersten «Dieselgipfel» sind die Konzerne noch nicht am Ziel: Software-Updates - ein zentrales Instrument im Kampf gegen zu schmutzige Stadtluft - sind nach wie vor nicht abgehakt. » mehr

Luftverschmutzung in Aachen

16.08.2019

Dieselskandal - grünes Licht für Hardware-Nachrüstung

Für immer mehr alte Diesel-Modelle können Hardware-Nachrüstungen angegangen werden. Nach einer ersten Betriebserlaubnis Ende Juli liegen für weitere Systeme Genehmigungen vor. Verbände und die Umweltministerin sehen die ... » mehr

Abgase

28.07.2019

Erste Genehmigung für Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel

Politik und Autobauer streiten über Monate erbittert über Nachrüstlösungen für ältere Diesel, um Fahrverbote zu verhindern. Nach langem Warten können betroffene Autofahrer ihre Pkw umrüsten lassen - aber längst nicht all... » mehr

Ladesäulen

04.09.2019

Nach Atom und Kohle: Kommt der Benzin- und Diesel-Ausstieg?

Die Klimadebatte verstärkt die Hoffnung, die auf E-Autos ruht. Eine Fülle neuer Modelle ist angekündigt. Doch elektrisch ist nicht sofort umweltfreundlicher. Und der Weg zum Verbrenner-Ausstieg ist lang. » mehr

Mercedes-Stern

24.09.2019

Dieselaffäre: Daimler muss 870 Millionen Euro Bußgeld zahlen

Daimler kann einen Haken an ein Verfahren im Diesel-Skandal machen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ein Bußgeld verhängt. Doch ausgestanden ist der Ärger mit dem Diesel für den Autobauer damit trotzdem nicht. » mehr

ID.3

10.09.2019

VW präsentiert Elektrowagen ID.3

Die Autoindustrie tut inzwischen einiges für die Umstellung auf E-Antriebe - nach Meinung von Klimaschützern jedoch bei weitem nicht genug. Bei der Automesse IAA betonen VW und der Branchenverband ihren Willen zum Wandel... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Der Verhocktenumzug zum Abschluss der Kirmes in Tiefenort

Verhocktenumzug Tiefenort |
» 25 Bilder ansehen

Grenzgedenkstätte Point Alpha Rasdorf

Point Alpha Gedenkstätte | 20.10.2019 Rasdorf/Geisa
» 14 Bilder ansehen

Baumesse Suhl

Baumesse Suhl | 19.10.2019 Suhl
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 08. 2019
16:14 Uhr



^