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Wirtschaft

Aus für WMF-Kochtöpfe am Traditionsort

Der traditionsreiche Haushaltswarenhersteller WMF hat bewegte Jahre hinter sich. 2016 übernahm die französische SEB-Gruppe das Ruder. Die Schwaben hofften auf ruhigere Zeiten - und wurden enttäuscht.



Küchengerätehersteller WMF
Eine Mitarbeiterin setzt im Stammwerk des Küchengeräteherstellers Württembergische Metallwarenfabrik AG (WMF) in Geislingen einen Deckel auf einen fertiggestellten Topf.   Foto: Uwe Anspach

Rund drei Jahre nach der Übernahme des Traditionsunternehmens WMF hat die französische Groupe SEB die Einstellung der Produktion von Edelstahlkochtöpfen in Baden-Württemberg angekündigt.

Die Fertigung am WMF-Standort Geislingen an der Steige sei «defizitär», heißt es in einer von WMF verbreiteten SEB-Mitteilung.

Im Zuge eines Programms mit dem Titel «Agenda 21» zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von WMF solle «die Fertigung von Edelstahl-Kochgeschirr in Geislingen bis Ende des Jahres 2020 an andere Standorte des Unternehmens in Europa verlagert» werden.

Welche Länder dafür in Frage kommen, wollte ein Firmensprecher nicht sagen. Dazu sowie über den ebenfalls geplanten Abbau von 400 Arbeitsplätzen sollen demnach erst in den nächsten Wochen konkrete Absprachen und Entscheidungen getroffen werden.

SEB hatte den Küchengeräte-Hersteller im Mai 2016 von den Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) für mehr als 1,5 Milliarden Euro gekauft. Der französische Konzern ist bekannt für Marken wie Moulinex oder Krups.

Die Gruppe wurde eigenen Angaben zufolge mit der Übernahme von WMF zum Weltmarktführer bei gewerblichen Kaffeevollautomaten und zu einem der größten Anbieter für Küchenausstattung. Der schwäbische Hersteller von Kaffeemaschinen, Töpfen, Besteck und Küchengeräten war zuvor in Turbulenzen geraten und hatte sich ein striktes Sparprogramm auferlegt.

Die zu den wichtigsten Geschäftsbereichen gehörende WMF-Sparte Gebrauchsgüter (Consumer) habe sich trotz weiterer Investitionen nur unterdurchschnittlich entwickelt. Daher starte WMF die «Agenda 21» mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsstärke des Unternehmens schnell zu erhöhen.

Die Trendwende im Consumer-Geschäft soll durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen erreicht werden: Neben der Verlagerung der Kochgeschirrproduktion ins EU-Ausland gehören dazu laut Mitteilung die Neuorganisation der Logistik im WMF-Lager Dornstadt sowie eine erhebliche Senkung der Verwaltungskosten.

«Die Umstrukturierung könnte etwa 400 von global 6.200 Arbeitsplätzen betreffen», heißt es weiter. Der Abbau solle über ein Freiwilligenprogramm sowie Altersteilzeit und neue Stellen in Geislingen sowie am zukünftigen Logistikzentrum in Dornstadt abgefedert werden.

Ein WMF-Sprecher hatte SEB noch bei der Übernahme 2016 als einen strategischen Inhaber in Familienbesitz mit längerfristigen Zielen bezeichnet. «Der möchte die Marke auf lange Sicht entwickeln. Das sind Menschen, die denken in Generationen», hieß es damals. Die EU-Kommission hatte schließlich grünes Licht für die Übernahme gegeben und dabei keine Auflagen für die Übernahme erteilt.

Das 1853 als Metallwarenfabrik Straub & Schweizer in Geislingen gegründete Unternehmen gehört zu den international bekanntesten Konsumgüterherstellern Deutschlands. WMF hat gern auf seine Tradition der Entwicklung und Produktion am Gründungsort verwiesen. Erst Anfang des Jahres war das dortige historische Warenarchiv mit mehr als 11. 000 Einzelstücken - darunter auch Kochtöpfe - als besonders schützenswert in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg aufgenommen worden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
15:25 Uhr

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11. 07. 2019
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