Lade Login-Box.
Corona Newsletter Gemeinsam handeln
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

Hintergründe

Corona-Krise: Was wird jetzt aus meinem Oster-Urlaub?

Die Osterferien kommen näher, doch die Zuspitzung der Corona-Krise lässt Urlaub in weite Ferne rücken. Wer Reisepläne für die Feiertage hat, für den sind die Aussichten schlecht.



Coronavirus - Flughafen Düsseldorf
Eine Frau mit Mundschutz steht vor der Informationstafel für Abflüge des Flughafens Düsseldorf. Auf der Anzeigetafel sind die annullierte Flüge zu sehen.   Foto: David Young

Berlin - Viele Urlauber dürften bis zuletzt die Hoffnung gehabt haben, in den Osterferien verreisen zu können. Doch durch die dramatische Verschärfung der Corona-Krise kommen nun praktisch alle Reisepläne zum Erliegen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

 

Kann ich überhaupt noch verreisen?

Dutzende Länder weltweit lassen vorerst keine Deutschen mehr einreisen. Auch die meisten Nachbarländer haben ihre Grenzen für Ausländer geschlossen. Reiseveranstalter wie Tui und FTI haben ihren Reisebetrieb im März weitgehend eingestellt. Die Airlines haben ihre Flugpläne drastisch zusammengestrichen.

Inwieweit Veranstalterreisen in den Osterferien stattfinden könnten, lasse sich derzeit nicht verlässlich beantworten, sagt eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV). Eine generelle Absage aller Veranstalterreisen über Ostern gebe es aktuell nicht. Die Situation entwickele sich aber dynamisch. Änderten sich die Gegebenheiten, würde auch Entscheidungen neu gefällt.

Die Bundesregierung rät derzeit von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab. Mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern ist zu rechnen, wie es beim Auswärtigen Amtes (AA) heißt. "Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch."

Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften erfolgten teils ohne Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung. "Überprüfen Sie kritisch, ob Ihre geplante Reise ins Ausland derzeit wirklich notwendig ist oder nicht verschoben werden kann", rät das AA.

 

Ist Urlaub in der Heimat noch eine Option?

Auch innerhalb Deutschlands ist der Reiseverkehr zunehmend eingeschränkt. Die Inseln der Nord- und Ostsee wurden für Touristen gesperrt. Bayern hat den Katastrophenfall ausgerufen.

 

Sollte ich überhaupt noch versuchen zu verreisen?

Nach Ansicht von Gesundheitsexperten kommt es derzeit vor allem darauf an, Sozialkontakte möglichst zu vermeiden. Nur so lässt sich die weitere Ausbreitung des Corona-Virus noch eindämmen. Es ist gut möglich, dass dies auch mit Blick auf Ostern noch gelten wird.

Tui zum Beispiel will mit der vorübergehenden Aussetzung von Reisen nach eigener Aussage "einen Beitrag zu den weltweiten Bemühungen der Regierungen leisten, die Auswirkungen der Verbreitung des COVID-19 abzuschwächen", wie es in einer Mitteilung heißt. 

 

Bekomme ich das Geld für meinen Oster-Urlaub zurück?

Pauschalurlauber bekommen das angezahlte Geld zurück, wenn der Veranstalter die Reise absagt. Ein zusätzlicher Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden steht Reisenden nicht zu. Auch wenn eine Fluggesellschaft einen Flug ersatzlos streicht, muss sie den Ticketpreis erstatten. Zudem bieten die Airlines derzeit großzügige Kulanzregelungen für Umbuchungen auf einen späteren Termin.

Bei individuellen Buchungen von Hotels oder Ferienwohnungen gilt: "Kann ich das Ziel überhaupt nicht erreichen, bekomme ich das Geld zurück", erklärt die Reiserechtsexpertin Sabine Fischer-Volk von der Kanzlei Karimi in Berlin. Dies gilt für Reisen ins Ausland ebenso wie für Buchungen an Orten innerhalb Deutschlands.

Es könne jedoch manchmal zu Streitigkeiten kommen: "Urlauber müssen sich darauf einstellen, dass der Eigentümer nicht immer sofort das Geld zurückzahlt." Viele Anbieter zeigen sich allerdings kulant: So bietet etwa Airbnb weltweit kostenlose Stornierung für alle Aufenthalte, die spätestens am 14. April beginnen sollten. 

 

Was ist der Fall, wenn mein gebuchtes Hotel in Deutschland weiterhin geöffnet ist?

"Es handelt sich um einen Mietvertrag. Solange das Hotel offen ist, muss ich bezahlen – auch wenn ich nicht anreise", sagt Fischer-Volk. Eine Ausnahme bestehe, wenn vor Ort Quarantäne herrsche. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga bestätigt, maßgeblich seien die AGB des Hotels, solange das Zielgebiet nicht unter Quarantäne stehe. Reisewarnungen für Teile Deutschlands gibt es bisher nicht.

"Wenn ich bezahlen muss, aber nicht anreisen will, dann würde ich versuchen, eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt oder einen Gutschein auszuhandeln", rät die Juristin. "Ein Gutschein ist besser, weil man sich dann nicht schon wieder auf einen festen Termin festlegen muss." Aber: "Wenn das Hotel irgendwann in finanzielle Schwierigkeiten käme, geht der Gutschein in der Insolvenzmasse auf. Das Geld ist dann zumeist weg."

Insgesamt sollten sich Urlauber klarmachen, dass die Situation absolut außergewöhnlich ist: "In diesen Zeiten, wo alle von der Corona-Krise betroffen sind, sollte man keine unrealistischen Vorstellungen haben, was die Durchsetzung von Reiserechten betrifft", sagt Fischer-Volk. "Alle Seiten müssen mit Verlusten rechnen. Kaum jemand wird von Einbußen verschont bleiben."

Autor

Philipp Laage
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 03. 2020
14:45 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ausländer Auswärtiges Amt Bereich Hotels Coronavirus Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Reiseplanung Reiseveranstalter Reiseverkehr Reisewarnungen Urlauber Öffentlichkeit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Big Ben mit britischer Flagge

31.01.2020

Was der Brexit für Reisende bedeutet

Der Brexit ist da - jetzt aber wirklich. Für Großbritannien-Reisende aus Deutschland hat er zwar erstmal keine großen Auswirkungen. Trotzdem reagieren Urlauber auf die neue Situation. » mehr

Libyen-Konferenz

20.01.2020

Libyens langer Weg zum Frieden

In Libyen kämpfen zwei Regierungen um die Macht. Sie erhalten Unterstützung von unterschiedlichen ausländischen Mächten. Das macht den Konflikt so kompliziert. Zudem herrscht großes Misstrauen. » mehr

Trauerfeier für Soleimani

06.01.2020

Warten auf Teherans Racheakt

Die iranische Führung ist entschlossen, den Tod ihres Generals zu vergelten. Vor allem dem Irak droht deswegen neues Chaos. Dabei hat das Krisenland schon genug Probleme. Mittendrin: die Bundeswehr. » mehr

Logo der Thomas Cook Tochter Condor

24.09.2019

Aufatmen bei Condor

Die Pleite von Thomas Cook wirbelt die Tourismusindustrie durcheinander. Es gibt Gewinner und Verlierer. Eine Frage brennt den Veranstaltern besonders unter den Nägeln. » mehr

Madeira

18.04.2019

«Schrei aus Stille» - Madeira nach Bustragödie unter Schock

Was ein farbenfroher Osterurlaub unter südlicher Sonne werden sollte, ist für fast drei Dutzend Urlauber auf Madeira zum tödlichen Verhängnis geworden. Mit voller Wucht überschlägt sich ihr Reisebus. » mehr

Öltanker «Stena Impero»

31.07.2019

Streit um Hormus-Einsatz könnte die Europäer spalten

Wie kann die wichtige Handelsroute durch die Straße von Hormus geschützt werden? Seit Wochen wird darüber diskutiert. Im Ziel sind sich Europäer und Amerikaner einig. Und trotzdem werden sie keine gemeinsame Sache machen... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Massenschlägerei Messerstecherei Suhl Suhl

Massenschlägerei Asylheim | 09.04.2020 Suhl
» 16 Bilder ansehen

Unfall Ilmenauer Straße Suhl Suhl

Unfall Suhl | 08.04.2020 Suhl
» 5 Bilder ansehen

Pkw Unfall Meiningen Meiningen

Pkw Unfall Meiningen | 07.04.2020 Meiningen
» 3 Bilder ansehen

Autor

Philipp Laage

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 03. 2020
14:45 Uhr



^