Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Hintergründe

Die Gründe für die Tötung des Generals

Die US-Regierung steht nach der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar unter Druck, den folgenschweren Angriff zu rechtfertigen.



Nach Raketenangriff
Der Iran hatte in der Nacht zum 8. Januar Raketen auf von US-Truppen genutzte Militärstützpunkte westlich von Bagdad und in Erbil gefeuert.   Foto: Qassim Abdul-Zahra/AP/dpa

Die teils widersprüchlichen Aussagen nähren Zweifel an der Darstellung, wonach Soleimani bevorstehende Angriffe auf US-Bürger geplant habe. Ein chronologischer Überblick:

«General Soleimani hat aktiv Pläne entwickelt, amerikanische Diplomaten und Militärangehörige im Irak und in der gesamten Region anzugreifen. (...) Dieser Schlag zielte darauf ab, künftige iranische Angriffspläne zu verhindern.»

(Offizielle Erklärung des US-Verteidigungsministeriums am 2. Januar (Ortszeit) nach dem Luftschlag gegen Soleimani. Darin hieß es auch, Soleimani und die Al-Kuds-Brigaden seien verantwortlich für den Tod Hunderter amerikanischer und alliierter Soldaten und für die Verletzung Tausender. Soleimani habe zudem die versuchte Erstürmung der US-Botschaft in Bagdad genehmigt.)

«Soleimani hat unmittelbar bevorstehende und finstere Angriffe auf amerikanische Diplomaten und Militärangehörige geplant, aber wir haben ihn auf frischer Tat ertappt und ihn ausgelöscht. (...) Soleimani machte den Tod unschuldiger Menschen zu seiner kranken Leidenschaft.»

(US-Präsident Donald Trump bei einer Ansprache nach dem Angriff auf Soleimani, am 3. Januar im US-Bundesstaat Florida. Trump machte Soleimani dabei auch für die jüngsten Angriffe auf US-Ziele im Irak und die versuchte Erstürmung der US-Botschaft in Bagdad verantwortlich.)

«Wir haben eine Gefahr identifiziert. (...) Es gab einen bevorstehenden Angriff, der Dutzende oder Hunderte Amerikaner hätte töten können. Wir haben eine Gelegenheit gefunden und geliefert.»

(Außenminister Mike Pompeo am 3. Januar im Gespräch mit dem US-Sender Fox.)

«Wir haben viele Leben gerettet, indem wir sein Leben beendet haben. Viele Leben wurden gerettet.»

(Trump am 7. Januar im Weißen Haus.)

«Es besteht kein Zweifel, dass es eine Reihe von unmittelbar bevorstehenden Angriffen gab, die von Ghassem Soleimani geplant wurden, und wir wissen nicht genau wann, und wir wissen nicht genau wo, aber es war real.»

(Pompeo in einem am 9. Januar veröffentlichten Interview mit dem Sender Fox News.)

«Wir haben ein totales Monster erwischt und ihn getötet und das hätte schon vor langer Zeit passieren sollen. Wir haben es getan, weil sie unsere Botschaft in die Luft jagen wollten.»

(Trump am 9. Januar im Weißen Haus vor Reportern. Dabei sagte Trump auch, Soleimani sei ein Mann gewesen, der «sehr, sehr viele Amerikaner und sehr, sehr viele Menschen, Tausende und Tausende von Menschen» getötet habe.)

«Soleimani hat aktiv neue Angriffe geplant und hatte sehr ernsthaft unsere Botschaften im Blick und nicht nur die Botschaft in Bagdad. Aber wir haben ihn gestoppt.»

«Der sadistische Massenmörder Ghassem Soleimani plante und führte Attacken auf amerikanische Ziele aus und tötete und verwundete Tausende US-Militärangehörige und viele, viele Tausende und sogar Hunderttausende andere Leute.»

(Trump am 9. Januar (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt in Toledo, Ohio)

«Wir hatten spezifische Informationen über eine unmittelbare Bedrohung, und diese Bedrohung beinhaltete Angriffe auf US-Botschaften. Ende. Ausrufezeichen.»

(Pompeo am 10. Januar bei einer Pressekonferenz mit US-Finanzminister Steven Mnuchin im Weißen Haus.)

«Wahrscheinlich sollte es die Botschaft in Bagdad sein. (...) Ich kann verraten, dass ich glaube, dass es wahrscheinlich vier Botschaften gewesen wären. (...) Aber Bagdad wäre sicherlich der Anfang gewesen. Aber ich denke, dass es vier Botschaften gewesen wären, es hätten auch Militärbasen gewesen sein können, es hätten auch viele andere Dinge gewesen sein können, aber es stand kurz bevor.»

(Trump in einem am 10. Januar ausgestrahlten Interview mit Fox News.)

«Wir hatten Informationen, dass es innerhalb weniger Tage einen Angriff geben würde, der ein breites Ausmaß haben würde, mit anderen Worten: mehr als ein Land.»

«Der Präsident hat nicht gesagt, dass es ein greifbares - er hat kein spezifisches Beweisstück angeführt. (...) Ich habe in Bezug auf vier Botschaften keinen (Beweis) gesehen.»

(US-Verteidigungsminister Mark Esper am 12. Januar im Interview mit dem Sender CBS, in dem er auch nach einem Beweis für die von Trump angeführten angeblichen Pläne zu Angriffen auf US-Botschaften gefragt wurde.)

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 01. 2020
15:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Außenminister Columbia Broadcasting System Diplomaten Donald Trump Fox News Channel Mike Pompeo Präsidenten der USA Soldaten Steven Mnuchin US-Botschaften US-Finanzminister US-Regierung US-Verteidigungsministerium Verteidigungsminister der USA
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Angriff auf US-Botschaft

10.01.2020

USA und Iran: Von Spannungen zu Eskalationen

Seitdem die USA im Mai 2018 das internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt haben, hat sich der Konflikt zwischen den Ländern verschärft. Eine Chronologie der militärischen Zuspitzung: » mehr

Generaldebatte der UN-Vollversammlung

24.09.2019

Hart in der Sache - moderat im Ton

Der Konflikt mit dem Iran droht zum Krieg zu eskalieren. Mit Spannung ist die Rede von US-Präsident Trump bei den UN erwartet worden. Trump schlägt dabei über weite Strecken erstaunlich moderate Töne an. Die Europäer sin... » mehr

Donald Trump und Joe Biden

26.09.2019

Ein ungewöhnlicher leiser Trump und sein Kampf gegen Biden

Die Ukraine-Affäre scheint Donald Trump zuzusetzen. Die Demokraten sind elektrisiert. Ihr momentan aussichtsreichster Kandidat Joe Biden stilisiert sich derweil als Anti-Trump. Im Kongress werden schon weitere Schritte z... » mehr

John Bolton

10.09.2019

Trump schmeißt Nationalen Sicherheitsberater Bolton raus

Und raus bist du: In Trumps Regierung ist (fast) niemand sicher. Nun trifft es den Sicherheitsberater des US-Präsidenten. Dem Rausschmiss des Hardliners gingen heftige interne Kämpfe voraus. Entsprechend ungeordnet läuft... » mehr

Ain al-Asad

08.01.2020

Auf Raketen folgen Signale der Entspannung

Irans Vergeltungsschlag im Irak war offenbar vor allem eine symbolische Demonstration der Stärke. Nach Tagen martialischer Drohungen sendet nun auch Trump Signale einer Entspannung. Das könnte zum Teil auch mit der US-Wa... » mehr

Proteste in New York

09.01.2020

Die innenpolitische Seite von Trumps Iran-Politik

Donald Trump hat den Konflikt mit Teheran zwischenzeitlich auf eine neue Eskalationsstufe gehoben. Stecken dahinter auch innenpolitische Gründe? Und nützt ihm die Iran-Krise im Wahljahr - oder gerade nicht? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

brand saalborn Saalborn

Wohnhausbrand Saalborn | 17.01.2020 Saalborn
» 29 Bilder ansehen

Platz 1:Auferstanden

Blende 2020 "Verkehrte Welt" |
» 10 Bilder ansehen

Feuerwehr löscht lichterloh brennendes Forstgerät Neuenbau

Brennende Forstmaschine | 15.01.2020 Neuenbau
» 7 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 01. 2020
15:47 Uhr



^