Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Hintergründe

Trauma: Wann man Hilfe braucht und wie man helfen kann

Der Schock nach dem rechtsextremen Terroranschlag von Halle sitzt tief.



Dönerladen in Halle
Ein Aufmunterungsschreiben hängt neben dem Einschussloch an der Schaufensterscheibe des Kiez-Döners.   Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Jörg Fegert, der Geschäftsführende Sprecher des Zentrums für Traumaforschung und Professor an der Uniklinik Ulm, erklärt, wie Menschen auf das Erlebte reagieren, woran die Opfer merken, dass sie Hilfe brauchen und wie Angehörige und Freunde helfen können:

«Menschen sind unterschiedlich und auch die Verarbeitung ist unterschiedlich», sagt Fegert. «Das sind Ereignisse, die nach allen Klassifikationen potenziell traumatisierend sind, weil sie unsere Vorstellungskraft übersteigen.»

Betroffene reagieren etwa mit Schlafstörungen oder Schweißausbrüchen also Übererregung oder mit Alpträumen und anderen Symptomen des Wiedererlebens. «Manche haben noch jahrelang Erinnerungen, die immer wieder hochkommen - sogenannte Flashback-Erinnerungen.»

«Viele Menschen versuchen auch, die Orte des Geschehens zu meiden und der Erinnerung daran auszuweichen, was manchmal auch eine Belastung sein kann, weil sie sich so im Alltag einschränken», sagt Fegert. Dies seien auch Symptome an denen Betroffene erkennen könnten, dass sie Hilfe brauchten. «Bei vielen Menschen beruhigt sich das aber auch innerhalb von zwei bis drei Wochen.»

Für Freunde und Verwandte von Betroffenen sei wichtig, dass diese wissen, was geschehen ist und so den Opfern ersparten, das Geschehene einordnen zu müssen. Sie könnten vor allem auf eine Weise helfen: Zuhören. «Wir wissen, dass eine der effektivsten Wirkmethoden in der Traumatherapie das Verwörtern des Unsagbaren ist.» Manchen Betroffenen helfe es auch Tagebuch zu führen.

Lobende Worte findet der Experte für Psychotherapie für die zahlreichen Gedenkveranstaltungen, die es seit der Bluttat in der Stadt geben hat. «Ich finde es sehr wichtig, dass man mit diesen Ritualen reagiert. Diese signalisierten Gemeinschaft und geben allen Halt. Dies helfe der Stadtgemeinschaft wieder zur Ruhe zu kommen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
16:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angehörige Freunde Professoren Psychotherapie Schlafstörungen Universitätskliniken Verwandte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Eigenbedarfskündigung

22.05.2019

Die Not mit dem Härtefall

Eine alte Dame aus Berlin soll nach 45 Jahren aus ihrer Wohnung weichen, weil ihr Vermieter selbst mehr Platz für seine Familie braucht. Wer benötigt die Wohnung mehr? Wie sollen Gerichte mit der wachsenden Zahl von Härt... » mehr

Prozessauftakt im Fall Susanna

12.03.2019

Ali B.: «Ich weiß nicht, wie das geschehen konnte»

In den Feldern am Rande von Wiesbaden soll Ali B. die Schülerin Susanna erwürgt haben. Vor dem Landgericht gesteht der 22-Jährige die Tat. Für die Angehörigen des Opfers sind die Aussagen nur schwer auszuhalten. » mehr

Depression

vor 13 Stunden

Depression - Symptome bei Kindern und Teenagern

Fachärzte können die Anzeichen einer Depression bei Kindern und Jugendlichen oft erkennen. Für Eltern, Lehrer oder Erzieher ist das nicht immer einfach. » mehr

Haseloff und Opferbeauftragter in Halle

18.10.2019

Wie es den Opfern nach dem Anschlag in Halle geht

Schlafstörungen, Trauer und Bestürzung. Die Opfer und Augenzeugen des rechtsextremen Terroranschlags von Halle kämpfen mit der Bewältigung des Erlebten. Die Hilfe ist groß, aber die seelischen Wunden sind tief. Auch auf ... » mehr

"Sofasteroide"

10.07.2019

Anabole Steroide und ihre Nebenwirkungen

Dicke Muskelpakete oder einfach nur länger und schneller laufen: Nicht nur im Profi-Sport ist Doping weit verbreitet. » mehr

Bessere Versorgung durch weniger Kliniken

15.07.2019

Heftige Debatte um Klinikschließungen

Fast 60 Prozent der Krankenhäuser sollten dichtgemacht werden, rät eine Studie. Falsches Rezept, hallt es zurück. Die Wege zur Klinik auf dem Land könnten noch länger werden, ist die Befürchtung. Auch der Bundespräsident... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall zwei Verletzte Schleusingen 19.11.19 Schleusingen/Hildburghausen

Unfall Schleusingen/Hildburghausen | 19.11.2019 Schleusingen/Hildburghausen
» 12 Bilder ansehen

Ilmenauer IKK-Klimawandel Ilmenau

Ilmenauer IKK-Klimawandel | 16.11.2019 Ilmenau
» 12 Bilder ansehen

Goldene Ziege Kids 2019 Suhl

Goldene Ziege für Kinder | 16.11.2019 Suhl
» 100 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
16:34 Uhr



^