Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Hintergründe

Der D-Day: Ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg

Bei der Landung in der Normandie im Zweiten Weltkrieg boten die Alliierten die größte Armada der Kriegsgeschichte auf. Die gewaltige Militäroperation vor 75 Jahren war der Auftakt zur Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft.



Gedenken an den D-Day
Ein Pärchen in historischen Uniformen der britischen Armee am Gold Beach an der französischen Atlantikküste: Am 6. Juni jährt sich zum 75. Mal der Tag der Landung alliierter Truppen in der Normandie (D-Day). Foto: Kay Nietfeld   Foto: dpa

3100 Landungsboote mit etwa 150.000 Soldaten machen sich auf den Weg nach Nordfrankreich, sie wurden von 1200 Kriegsschiffen und 1000 Flugzeugen geschützt. Zur Streitmacht der Alliierten am sogenannten D-Day gehörten vor allem US-Amerikaner, Briten, Kanadier, Polen und Franzosen.

Die Deutschen hatten im betroffenen Küstenabschnitt nur etwa 50.000 Infanteristen und wenige Flugzeuge zur Verfügung. Weiter nördlich, wo das Landungsunternehmen irrtümlich erwartet wurde, war der Großteil der Divisionen des Westheeres stationiert.

Der Ablauf der militärischen Ereignisse stelle sich inzwischen klar dar, resümiert der Vizedirektor des Deutschen Historischen Instituts in Paris, Stefan Martens. «Was aber viel weniger beachtet worden ist, ist das Leiden der Zivilbevölkerung», sagte der Historiker der Deutschen Presse-Agentur. So wurde die Hafenstadt Caen massiv von den Kämpfen getroffen.

Im Laufe der Zeit wird das Bild der Kriegsereignisse im Jahr 1944 differenzierter. Dabei kommen auch Tabuthemen zur Sprache. Martens nennt Gräueltaten als Beispiel: «Nicht nur die Deutschen haben keine Gefangenen gemacht, sondern teilweise eben auch die Amerikaner, Kanadier oder Engländer.» Viele Menschen sind stattdessen getötet worden.

Auf deutscher Seite habe es eine völlige Fehleinschätzung der eigenen Stärke gegeben, bilanziert Martens. «Es gab bei Adolf Hitler die Erwartung, man könne die Landung zurückschlagen und sich auf diese Weise wieder den Ereignissen an der Ostfront zuwenden.» Das stellte sich als Illusion heraus, zumal die Alliierten im Rücken der deutschen Streitkräfte Eisenbahnverbindungen bombardierten und damit den Nachschub behinderten.

Der D-Day steht auch für Tod und unmenschliches Blutvergießen. Am Abend des D-Day registrierten die Alliierten Verluste von rund 12.000 Mann, darunter etwa 4400 Tote. Die Zahl der deutschen Verwundeten, Vermissten und Gefallenen wird auf 4000 bis 9000 Mann geschätzt. Im weiteren Verlauf der «Operation Overlord» sollen bis zur Eroberung von Paris im August 200.000 Deutsche und 70.000 Verbündete ums Leben gekommen sein. In der verwüsteten Normandie starben bis zu 20.000 Zivilisten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 06. 2019
12:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Adolf Hitler D-Day (6. Juni 1944) Deutsche Presseagentur Deutsches Militär Gewaltdelikte und Gewalttaten Invasion in der Normandie Kriegsereignisse Kriegsgeschichte Normandie Weltkriege Zivilbevölkerung Zweiter Weltkrieg (1939-1945)
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
D-Day

06.06.2019

Der D-Day: Ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg

Bei der Landung in der Normandie im Zweiten Weltkrieg boten die Alliierten die größte Armada der Kriegsgeschichte auf. Die gewaltige Militäroperation vor 75 Jahren war der Auftakt zur Befreiung Frankreichs und Westeuropa... » mehr

Donald Trump und Emmanuel Macron

06.06.2019

Trump und Macron am D-Day in der Normandie

Ein roter Teppich für Trump in Frankreich - der Anlass ist ernst. In der Normandie wird an die Landung der Alliierten vor 75 Jahren erinnert. Das Bündnis ist auch beispielgebend für die Zukunft. » mehr

D-Day-Gedenken

05.06.2019

Der D-Day und die Schatten der Gegenwart

In Erinnerung an die Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg richten die Briten eine große Militärfeier aus. Merkel und Trump treffen dort erstmals seit Monaten aufeinander. Um die Harmonie der westlichen Verbündeten... » mehr

Michael Wolffsohn

05.06.2019

Wolffsohn: Deutschland ohne USA weltpolitisch kaum wirksam

Briten und Amerikaner erinnern an der Südküste Englands an den 75. Jahrestag der Landung der Westalliierten in der Normandie. Aus dem D-Day sollten Lehren für die heutige Zeit gezogen werden, meint der Historiker Wolffso... » mehr

Trauer nach Schüssen in Halle

09.10.2019

Angriff in Halle: Was wir wissen - und was nicht

Beim Angriff auf eine Synagoge und einen Döner-Imbiss hat ein mutmaßlicher Rechtsextremist in Halle/Saale zwei Menschen erschossen. Viele Fragen zu der Gewalttat sind noch ungeklärt. » mehr

Haseloff und Opferbeauftragter in Halle

18.10.2019

Wie es den Opfern nach dem Anschlag in Halle geht

Schlafstörungen, Trauer und Bestürzung. Die Opfer und Augenzeugen des rechtsextremen Terroranschlags von Halle kämpfen mit der Bewältigung des Erlebten. Die Hilfe ist groß, aber die seelischen Wunden sind tief. Auch auf ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Der Verhocktenumzug zum Abschluss der Kirmes in Tiefenort

Verhocktenumzug Tiefenort |
» 25 Bilder ansehen

Grenzgedenkstätte Point Alpha Rasdorf

Point Alpha Gedenkstätte | 20.10.2019 Rasdorf/Geisa
» 14 Bilder ansehen

Baumesse Suhl

Baumesse Suhl | 19.10.2019 Suhl
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 06. 2019
12:04 Uhr



^