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Hintergründe

George Bush - Präsident in turbulenten Zeiten

Erst verdiente er im Ölgeschäft Millionen - dann stieg er in die Politik ein. Er erzielt große außenpolitische Erfolge - doch wiedergewählt wurde er trotzdem nicht.



George Bush im Weißen Haus
George H.W. Bush war von 1981 bis 1989 Vizepräsident unter Ronald Reagan und anschließend vier Jahre lang Regierungschef in Washington.   Foto: Marcy Nighswander/AP/Archiv

George Herbert Walker Bush, der 41. Präsident der USA, zeigte nach dem Fall der Berliner Mauer besonderes Profil und diplomatisches Geschick. Als einer der ganz wenigen westlichen Staatschefs stellte er sich offen hinter die deutsche Einheit. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zollte ihm dafür großes Lob.

Bush gelang es auch, Anfang 1991 eine große internationale Kriegskoalition gegen den Irak zu schmieden, der mit Ägypten, Syrien und Saudi-Arabien sogar arabische Staaten angehörten.

Eine weitere Besonderheit: Acht Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit als Präsident zog 2001 sein Sohn George W. ins Weiße Haus ein. Auch sein jüngerer Sohn John Jeb machte politische Karriere und stieg zum Gouverneur von Florida auf. Daher wurde die Bush-Familie in den USA manchmal auch die «Kennedys der Republikaner» genannt.

Bush kann auf eine lange politische Laufbahn zurückblicken. Unter anderem diente er acht Jahre lang als Vizepräsident für Ronald Reagan (1981-1989). Ende der 70er Jahre war er zeitweise Chef des Geheimdienstes CIA. Zuvor diente er Präsident Richard Nixon als Gesandter in Peking und war an der Normalisierung der Beziehungen zu China beteiligt.

Bush wurde 1924 als Sohn einer angesehenen Bankiers- und Politikerfamilie in Massachusetts geboren. Im Zweiten Weltkrieg diente er im Pazifik als Navy-Offizier und wurde abgeschossen. Nach Kriegsende studierte er an der berühmten Yale-Universität Wirtschaftswissenschaften.

Als 24-Jähriger ging Bush nach Texas, stieg als Selfmademan ins Ölgeschäft ein und wurde Millionär. Dort legte er auch die Grundlagen für seinen politischen Aufstieg und schloss wichtige Freundschaften.

In Bushs Amtszeit als Präsident fiel auch die Entspannung mit dem sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow. Historiker rechnen es Bush hoch an, dass er nach dem Fall der Mauer und während der deutschen Wiedervereinigung jedes «Triumphgeschrei» gegenüber Moskau vermied. Der damalige Bundeskanzler Kohl sagte einmal, ohne Bush hätte es die deutsche Einheit nicht gegeben.

In Bushs Amtszeit fiel aber auch der Panamakrieg. Die US-Intervention Ende 1989, bei der 1500 Menschen ums Leben kamen, galt als völkerrechtlich umstritten. Dagegen feierte Bush die Verhaftung von Militärmachthaber General Manuel Noriega, der später in Miami wegen Drogenhandels zu 40 Jahren verurteilt wurde, als klaren Erfolg.

Obwohl seine Popularität nach dem Kuwaitkrieg 1991 Traumwerte erreichte, verlor er nur eineinhalb Jahre später die Präsidentschaftswahl - gegen den jungen und zunächst weithin unbekannten Demokraten Bill Clinton. Bush wurde zum Verhängnis, dass die Wirtschaft schwächelte - das ließen ihm die Amerikaner nicht durchgehen.  

Später erlebte er aber mit, wie sein ältester Sohn zwei Mal zum Präsidenten gewählt wurde. George W. Bush war allerdings unbeliebter als sein Vater - auch in Deutschland.

Der ältere Bush war ein Republikaner der alten Schule - von Donald Trump hielt er offenbar nicht viel. Laut einem Buch des Autoren und Historikers Mark Updegrove hatten weder George H. W. Bush noch Bush Junior eine gute Meinung von Trump. Im Vorwahlkampf mussten sie mitansehen, wie der politische Außenseiter ihren Sohn und Bruder Jeb Bush ein ums andere Mal verspottete. Keiner der beiden Ex-Präsidenten hat laut dem Historiker bei der Wahl im November 2016 für den Kandidaten der Republikaner gestimmt.

Im April musste George H. W. Bush Abschied von seiner Frau nehmen. Die beiden waren mehr als 70 Jahre lang verheiratet. Trump fehlte damals bei der Beerdigung. In der ersten Reihe saßen seine Frau, First Lady Melania Trump, Hillary und Bill Clinton sowie das vormalige First Couple Barack und Michelle Obama einträchtig nebeneinander. Ein seltenes Bild.

Immer wieder machte Bush auch mit bunten oder ausgefallenen Socken von sich reden. So trug er etwa bei der Trauerfeier für seine Frau ein Paar mit einem Stapel Bücher.

Veröffentlicht am:
02. 12. 2018
08:31 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
02. 12. 2018
08:31 Uhr



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