Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Topthemen

Sanders gewinnt zweite Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen

Der «demokratische Sozialist» Sanders würde im Weißen Haus als Präsident bald seinen 80. Geburtstag feiern. Der vier Jahrzehnte jüngere Ex-Bürgermeister Buttigieg ist ihm aber dicht auf den Fersen.



Bernie Sanders
Senator Bernie Sanders reklamiert den Sieg bei der Vorwahl für sich.   Foto: Matt Rourke/AP/dpa » zu den Bildern

Der linke Senator Bernie Sanders hat die zweite Vorwahl im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten knapp gewonnen.

Nach Auszählung fast aller Stimmen lag Sanders bei der Abstimmung im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire bei rund 26 Prozent, wie US-Medien in der Nacht berichteten. Der gemäßigte frühere Bürgermeister Pete Buttigieg lag ihm demnach mit gut 24 Prozent der Stimmen dicht auf den Fersen. Der 38-Jährige war in der vergangenen Woche bei der ersten Vorwahl in Iowa nach bisherigem Stand der Auszählungen überraschend knapp vor Sanders in Führung gegangen.

Sanders stellte sich nach dem Sieg in New Hampshire als den besten Kandidaten dar, um gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump anzutreten. «Dieser Sieg ist der Anfang vom Ende für Donald Trump», sagte Sanders vor Anhängern. Es gehe darum, bei der Wahl im November «den gefährlichsten Präsidenten der jüngeren Geschichte» zu besiegen, sagte Sanders. Er werde sich für eine bessere Gesundheitsversorgung, höheren Steuern für Reiche, strengere Waffengesetze und den Kampf gegen den Klimawandel einsetzen, versprach der 78-Jährige.

Überraschend stark schloss auch die moderate und weniger bekannte Senatorin Amy Klobuchar (59) ab. Sie kam mit knapp 20 Prozent auf den dritten Platz. «Hallo Amerika! Ich bin Amy Klobuchar und ich werde Donald Trump schlagen», sagte sie vor jubelnden Unterstützern. Das Land brauche dringend einen Wechsel, forderte sie. Auf Rang vier und fünf folgten die linke Senatorin Elizabeth Warren (gut 9 Prozent der Stimmen) und der gemäßigte frühere Vizepräsident Joe Biden mit einem Stimmanteil von gut 8 Prozent. Eine sichtlich enttäuschte Warren (70) erklärte vor Unterstützern, sowohl Sanders als auch Buttigieg seien «großartige Menschen und jeder von ihnen wäre ein wesentlich besserer Präsident als Donald Trump.» Sie bleibe aber weiter im Rennen.

Biden (77) hatte in landesweiten Umfragen lange in Führung gelegen, es aber in Iowa nur auf den enttäuschenden Platz vier geschafft. Biden hatte daraufhin bereits gewarnt, dass er auch in New Hampshire schlecht abschneiden könnte. Der fünfte Platz dort dürfte seine Kampagne jedoch beschädigen: Sein Nimbus als aussichtsreichster Bewerber scheint gebrochen. Auch die nötigen Parteispenden dürften nun schwieriger einzuwerben sein.

Biden gab sich jedoch kämpferisch. Bislang hätten erst zwei relative homogene Bundesstaaten abgestimmt, sagte er. Biden hofft auf große Unterstützung bei schwarzen Amerikanern und Latinos. «Der Kampf, Donald Trumps Präsidentschaft zu beenden, hat gerade erst begonnen», sagte er vor Unterstützern in South Carolina. In dem Staat wird am 29. Februar abgestimmt.

Senator Sanders aus Vermont beschreibt sich selbst als «demokratischen Sozialisten» und ist vor allem bei jungen Wählern beliebt. Er wirft Buttigieg mangelnde Erfahrung vor. Der frühere Bürgermeister der Stadt South Bend wiederum hält Sanders vor, dass dessen zahlreichen Wahlversprechen nicht finanzierbar seien. Buttigieg stellt sich als Kandidat der Mitte dar, der auch von Trump enttäuschte Republikaner für sich gewinnen will. «Wir müssen das schaffen», sagte er vor Anhängern. Das Land könne sich keine weiteren vier Trump-Jahre mehr leisten, sagte er.

Die Kandidaten Andrew Yang und Michael Bennet gaben nach enttäuschenden Ergebnissen im unteren einstelligen Prozentbereich das Ende ihrer Wahlkampagnen bekannt. Damit bemühen sich immer noch neun Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Partei. Ursprünglich waren es mal rund 30 Bewerber gewesen. Bei den Republikanern wiederum gelten die Vorwahlen nur als Formsache: Präsident Donald Trump hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz.

Bei den Vorwahlen in New Hampshire werden nur 24 Delegiertenstimmen vergeben, die beim entscheidenden Nominierungsparteitag im Sommer zum Tragen kommen. Den Hochrechnungen zufolge sollten Sanders und Buttigieg jeweils neun Delegierte und Klobuchar sechs bekommen. Um sich die Präsidentschaftskandidatur der Partei zu sichern, muss ein Bewerber aber fast 2000 Stimmen gewinnen.

Eine Überraschung im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur könnte noch der frühere New Yorker Bürgermeister Mike Bloomberg werden. Der Multimilliardär kandidierte in den relativ kleinen Staaten Iowa und New Hampshire nicht, sondern setzt auf einen Erfolg in den großen Staaten am «Super Tuesday». Dort werden Hunderte Delegiertenstimmen vergeben. Bloomberg hat dort bereits zig Millionen US-Dollar für Fernsehwerbung ausgegeben. Er nimmt keine Spenden an, sondern finanziert seinen Wahlkampf selbst. In zwei landesweiten Umfragen war er jüngst auf die Plätze drei und vier gekommen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
10:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bernie Sanders Demokratie Donald Trump Joe Biden Parteispenden Politische Kandidaten Sozialistinnen und Sozialisten Staaten Vorwahlen Wahlkampagnen Wahlkampf Weißes Haus Wähler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Durchgerissen

05.02.2020

Pelosi zerreißt Trumps Rede an die Nation

Wie steht es um die USA? US-Präsident Trump hält seine Ansprache zur Lage der Nation - dabei wird deutlich, wie polarisiert Amerika ist. Trumps demokratische Gegenspielerin Pelosi greift nach der Rede des Präsidenten zu ... » mehr

Trump bleibt im Amt

06.02.2020

Und nun «Trump für immer»?

Nach monatelangen Ermittlungen und drei Wochen Prozess geht am Ende alles ganz schnell: In einer kurzen Sitzung spricht der Senat Donald Trump von den Impeachment-Vorwürfen frei. Keine Konsequenzen also? Nicht ganz. Das ... » mehr

Wahlkampf in den USA

03.02.2020

Wie läuft ein «Caucus»-Treffen ab?

Das Prozedere bei der Vorwahl in Iowa ist kompliziert. Im dem US-Bundesstaat stimmen Mitglieder von Demokraten und Republikanern landesweit als erste darüber ab, wen sie als Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei sehen ... » mehr

Donald Trump

03.12.2019

Republikaner weisen Vorwürfe gegen Trump zurück

Die Republikaner stehen geschlossen hinter ihrem Präsidenten. Trotz belastender Zeugenaussagen sehen sie alle Vorwürfe als entkräftet an. Die Demokraten hingegen läuten im US-Parlament bei ihren Bemühungen, Trump aus dem... » mehr

Joe Biden

25.04.2019

Joe Biden will Präsident werden

Joe Biden führt die Umfragen unter den demokratischen Präsidentschaftsaspiranten seit Wochen an. Erst jetzt steigt der Ex-Vize-Präsident offiziell ins Rennen ein. Aber ist er der richtige Herausforderer im Rennen gegen D... » mehr

US-Senat

01.02.2020

Abschluss-Votum zum Impeachment-Verfahren fällt am Mittwoch

Schon in wenigen Tagen kann sich Präsident Trump als Sieger feiern lassen. Im Amtsenthebungsverfahren im Senat sieht acht Monate vor der Präsidentschaftswahl alles nach einem Freispruch aus. Der US-Politik steht eine bew... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Viernauer Karnevalsumzüge Viernau

Karnevalsumzug Viernau | 23.02.2020 Viernau
» 66 Bilder ansehen

Rosenmontagsumzug in Geisa

Umzug in Geisa |
» 59 Bilder ansehen

485. Wasungen Karneval Wasungen

Party zum Wasunger Karneval | 22.02.2020 Wasungen
» 140 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
10:44 Uhr



^