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Venedig kämpft gegen neue Fluten - Schäden am Markusdom

Den Bewohnern Venedigs ist keine Atempause gegönnt. Der Markusplatz steht wieder unter Wasser, die Sirenen heulen. Die Angst ist zurück. Die Schäden von dem verheerenden Hochwasser sind noch nicht gezählt. Da steigt das Wasser erneut.



Platz im Wasser
Eine Frau sitzt auf einem Stuhl im Hochwasser auf dem Markusplatz.   Foto: Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa » zu den Bildern

Nur drei Tage nach dem verheerenden Hochwasser in Venedig ist die Lagunenstadt erneut überflutet worden. Der überschwemmte Markusplatz wurde am Freitag gesperrt, um die Sicherheit der Menschen nicht zu gefährden, erklärte Bürgermeister Luigi Brugnaro.

Er rief Einwohner und Touristen zur Vorsicht auf. Vor allem starker Wind trug das Wasser wieder in die Stadt. Schulen waren genauso wie der Dogenpalast und Behörden geschlossen. Der öffentliche Verkehr in der Unesco-Welterbestadt wurde eingestellt, keine Wasserbusse fuhren mehr. Auch der Markusdom bekam Schäden ab. Ein Hochstand wie zu Beginn der Woche wurde aber nicht erreicht.

Das Wasser stieg auf einen Stand von 154 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel und ging dann wieder zurück, teilte das Gezeitenbüro der italienischen Stadt mit. Rund 70 Prozent der historischen Stadt seien überschwemmt, berichteten lokale Medien.

Auch die Krypta des Markusdoms - einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt - stand wieder unter Wasser. «Man muss die enormen Schäden am Kulturerbe verstehen (...)», sagte Kulturminister Dario Franceschini bei einem Besuch in Venedig. «Eine gewaltige Anstrengung des Staates und der ganzen italienischen Gesellschaft ist notwendig, um Venedig zu unterstützen.» Auch der Markusdom habe Schäden erlitten, allerdings keinen «irreparablen». Er rief zu Spenden für die Stadt auf, um dem «Welterbe Italiens und der Menschheit» zu helfen. Die Kunstausstellung Biennale, die noch bis 24. November geht, war am Freitag geöffnet.

Am Dienstagabend - als eine Flut fast die gesamte Stadt überschwemmte - hatte das Wasser mit 187 Zentimeter deutlich höher gestanden. Das war der höchste Wert seit mehr als 50 Jahren. Das bedeutet, dass mehr als 90 Prozent der historischen Stadt unter Wasser standen. Die Schäden gehen in die Hunderte Millionen Euro.

«Die Menschen haben alles verloren», erklärte Brugnaro nun auf Twitter. Das eindringende Salzwasser mache alles noch viel schwieriger. Denn Meerwasser beschädigt Denkmäler, Marmor und Kunstschätze wesentlich mehr. «Es ist eine Herausforderung für das ganze Land. Die Venezianer beweinen sich nicht selbst, sie arbeiten. Wir sind stolz darauf, die jungen Menschen hier zu halten und ihnen eine Zukunft zu geben.»

Die Regierung in Rom hatte am Donnerstag den Notstand für Venedig ausgerufen und 20 Millionen Euro Soforthilfe freigegeben. Auch Ex-Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega stapfte am Freitag in Gummistiefeln durch die Stadt und drang darauf, dass endlich ein Flutschutzsystem fertiggestellt werden müsse.

Seit Jahren wird um das System namens «Mose» gestritten, das es eigentlich schon seit Jahren für die Stadt an der Adria geben sollte. Bürokratie, Korruption und Skandale verzögern den Bau allerdings. Die ausfahrbaren Barrieren sollen nun 2021 fertig sein. Durch die Erderwärmung steigt der Meeresspiegel, wodurch auch Hochwasser in Venedig zunehmen.

Andere Städte wie London oder Rotterdam werden mit ihrem Flutschutzsystem immer wieder als Beispiel herangezogen. Auch Städte wie Hamburg rüsten sich gegen Flutwellen. Die Stadt an der Elbe ist vor Sturmfluten oder steigendem Meeresspiegel vor allem durch eine 103 Kilometer lange, geschlossene Deichlinie geschützt. Ein Viertel davon sind Hochwasserschutzwände, der Rest sind Deiche. Die neu gebaute Hafenpromenade hält Wasser bis zu einer Höhe von 8,10 Meter über Normalnull stand.

Auf diese Höhe sollen bis 2050 alle Deiche erhöht werden. Die Hafencity mit der Elbphilharmonie liegt vor dieser Deichlinie. Dort werden die Häuser so gebaut, dass das Leben oberhalb der Deichkrone stattfindet. Unterhalb dieser Höhe sind zudem keine Öffnungen erlaubt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
16:43 Uhr

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15. 11. 2019
16:43 Uhr



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