Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Topthemen

VW trauert um Ferdinand Piëch und würdigt seine Verdienste

Jahrelang stand Ferdinand Piëch an der Spitze des größten deutschen Autokonzerns, die Entwicklung von Volkswagen zum Weltkonzern ist mit seinem Namen verbunden. Viele Wegbegleiter würdigen sein Schaffen.



Fahnen auf Halbmast
Die Fahnen in der Autostadt Wolfsburg hängen auf Halbmast.   Foto: Peter Steffen » zu den Bildern

Mit Fahnen auf halbmast würdigt Volkswagen den langjährigen Konzernchef und späteren Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch.

Im Namen aller 660.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kondolierten Aufsichtsrat und Vorstand den Angehörigen, wie der Autobauer in Wolfsburg mitteilte. «Ferdinand Piëch hat Automobilgeschichte geschrieben - als leidenschaftlicher Manager, genialer Ingenieur und als visionärer Unternehmer», sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch.

VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh würdigte Piëch als «großen Manager und Ingenieur». «Volkswagen stünde ohne Ferdinand Piëch nicht da, wo wir jetzt stehen. Dafür schulden wir ihm unseren Dank und unsere Anerkennung», sagte Osterloh.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte, Piëch sei «einer der großen Unternehmer in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland» gewesen. Der Manager habe VW 1993 in einer tiefen Krise übernommen. «Mit seinem Namen ist der Aufstieg von Volkswagen zum Weltkonzern verbunden.» Viele Tausend Arbeitsplätze in Niedersachsen prägten die wirtschaftliche Grundlage des Landes bis heute.

«Dass die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen im Jahr 2015 unter schwierigen Bedingungen beendet werden musste, habe ich sehr bedauert. Der große Dank für die Leistung von Ferdinand Piëch und der tiefe Respekt bleiben davon unberührt», sagte der SPD-Politiker. Im Frühjahr 2015 hatte sich Piëch nach einem Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn aus den Aufsichtsratsgremien des Volkswagen-Konzerns zurückgezogen.

Das Land Niedersachsen hat zwei Sitze im VW-Aufsichtsrat. Aktuell ist dort neben Weil der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann vertreten. Der CDU-Politiker schrieb auf Twitter, das Land verliere mit Piëch «eine große Unternehmerpersönlichkeit», die die Erfolgsgeschichte von VW maßgeblich mitgeschrieben habe.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hob die globale Bedeutung des gestorbenen Ex-VW-Chefs hervor. «Ferdinand Piëch gehörte zu den weltweit bedeutendsten Unternehmensführern unserer Zeit», sagte Schröder einer Mitteilung zufolge. «Er hat die globale Automobilbranche über mehrere Jahrzehnte geprägt.» Den VW-Konzern habe er nach 1993 aus einer tiefen Krise heraus geführt und zu einem Weltkonzern geformt, sagte der frühere Kanzler und niedersächsische Ministerpräsident. «Damit hat er Zehntausende von Arbeitsplätzen in Niedersachsen und Deutschland gesichert.» Das Land habe Piëch viel zu verdanken.

Die Stadt Braunschweig, wo Piëch fünf Jahre lang lebte, trauert um ihren Ehrenbürger. «Professor Pi?ch war eine national wie international anerkannte Unternehmer- und Managerpersönlichkeit, die sich um die Entwicklung des Unternehmensstandorts Braunschweig sehr verdient gemacht hat», sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD).

Piëch war am Sonntag im Alter von 82 Jahren «plötzlich und unerwartet» gestorben, wie seine Ehefrau Ursula Piëch mitteilte.

Ursula Piëch schrieb: «Das Leben von Ferdinand Piëch war geprägt von seiner Leidenschaft für das Automobil und für die Arbeitnehmer.» Er sei bis zuletzt ein begeisterter Ingenieur und Autoliebhaber gewesen. Die Beisetzung finde im engsten Familienkreis statt.

Piëch hinterlasse eine große Familie mit 13 Kindern und mehr als doppelt so vielen Enkelkindern, hieß es weiter. In früheren Medienberichten war häufig von 12 Kindern die Rede gewesen. Auf Nachfrage dazu verwies Anwalt Christian Schertz lediglich auf die Mitteilung der Witwe.

Der in Wien geborene Piëch hatte viele Jahre mitten im Machtzentrum des VW-Konzerns gestanden. Der frühere Audi-Chef war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender von Volkswagen und führte danach lange den Aufsichtsrat - als maßgeblicher Protagonist der Familien Porsche und Piëch, der VW-Großaktionäre. Seine Macht war groß, 2012 hievte er sogar seine Frau Ursula in den VW-Aufsichtsrat. Piëch galt als mächtiger Strippenzieher und Königsmacher hinter den Kulissen.

Mit strenger Hand lenkte der detailverliebte Autonarr das immer größer werdende VW-Imperium zusammen mit dem damaligen Konzernchef Winterkorn, ehe er sich von seinem Lebenswerk entfremdete. Im Jahr 2015 sorgte er mit der Äußerung für Aufsehen, er sei «auf Distanz» zu Winterkorn - den Machtkampf verlor Piëch, er warf im Zorn hin.

Als Piëch 80 Jahre alt wurde, würdigte VW die Verdienste des Managers: «Ferdinand Piëch hat das Automobil, unsere Industrie und den Volkswagen-Konzern in den vergangenen fünf Jahrzehnten maßgeblich geprägt», sagte ein VW-Sprecher damals. «Sein Lebenswerk ist gekennzeichnet von mutigem Unternehmertum und technologischer Innovationskraft.» Sein milliardenschweres Aktienpaket an der VW-Dachholding Porsche SE hatte Piëch da schon an Verwandte verkauft.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
14:59 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autobranche Autofirmen Bernd Althusmann Bernd Osterloh Bundeskanzler Gerhard Schröder Deutsche Presseagentur Ferdinand Piëch Gerhard Schröder Herbert Diess Kanzler Konzernchefs Managerinnen und Manager Martin Winterkorn Matthias Müller Ministerpräsidenten Mitarbeiter und Personal Niedersächsische Ministerpräsidenten Politiker der CDU Politikerinnen und Politiker der SPD Porsche SPD Stephan Weil Twitter VW Volkswagen AG
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ferdinand Piech

27.08.2019

Ein Jahrhundert-Manager ist tot

Ferdinand Piëch stand lange Zeit unangefochten an der Spitze des VW-Imperiums. Sein Ruf war legendär, sein autoritärer Führungsstil gefürchtet. » mehr

Herbert Diess

24.09.2019

Herbert Diess: Effizienz-Experte, Kostendrücker und Stratege

Seine Rolle im Sommer 2015 ist umstrittig. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen Diess. Verdacht: Wissen brisanter Informationen und Zurückhaltung dieser. » mehr

Ferdinand Piech

27.08.2019

Patriarch mit harter Hand: Wie Piëch den VW-Konzern führte

Ferdinand Piëch hatte die Geschicke des VW-Imperiums über Jahre in seiner Hand. Mit großem wirtschaftlichen Erfolg. Doch sein strenger Führungsstil gefiel nicht jedem, der Abschied geriet zur Machtprobe. » mehr

VW-Werk in Zwickau

04.11.2019

VW beginnt die Elektro-Ära in Zwickau

Es ist eine große Wette. Und zugleich eine pure Notwendigkeit. VW pumpt Milliarden Euro in die E-Mobilität, Millionen Autos sollen bald elektrisch unterwegs sein. Los geht es im Werk Zwickau - für die deutsche Industrie ... » mehr

Martin Winterkorn

24.09.2019

Martin Winterkorn: «Mr. Qualität» stolperte über Abgasaffäre

Technik-Freak, «Mr. Qualität» und Ziehsohn von VW-Patriarch Ferdinand Piëch - Martin Winterkorn war lange beim Autobauer aus Wolfburg unantastbar. Bis er 2015 über «Dieselgate» stolperte. » mehr

Hans Dieter Pötsch

24.09.2019

Hans Dieter Pötsch: Angeklagt wegen Marktmanipulation

Von der Vergangenheit eingeholter Chefkontrolleur: Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft sieht Pötsch mitverantwortlich für die VW-Abgasaffäre. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Hunde-Foto-Shooting mit Angelika Elendt

Hunde-Foto-Shooting Caruso |
» 12 Bilder ansehen

Kastanienkette Ilmenau

Längste Kastanien-Kette | 14.11.2019 Ilmenau
» 5 Bilder ansehen

Rauchentwicklung Tankstelle Waldau Waldau

Rauchentwicklung Tankstelle Waldau | 14.11.2019 Waldau
» 7 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
14:59 Uhr



^