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Schlaglichter

Viel zu trockener April setzt Bauern zu

Die lange Schönwetterphase im April hat große Sorgen ausgelöst. Landwirte befürchten wegen der Trockenheit irreparable Schäden an manchen Standorten.



Sonnig und trocken – und von wegen Aprilwetter: Der April 2020 war laut Wetterdienst der sonnigste April seit Aufzeichnungsbeginn und der dritttrockenste. Zugleich zeigt die Klimastatistik, dass Deutschland nun bereits den zwölften zu trockenen April hintereinander erlebte. Mit knapp 17 Litern Niederschlag pro Quadratmeter erreichte der Monat kaum ein Drittel seines Solls von 58 Litern pro Quadratmeter. Für Landwirte, Förster und Gärtner war der April 2020 deswegen alles andere als ein Anlass zur Freude.
Sonnig und trocken – und von wegen Aprilwetter: Der April 2020 war laut Wetterdienst der sonnigste April seit Aufzeichnungsbeginn und der dritttrockenste. Zugleich zeigt die Klimastatistik, dass Deutschland nun bereits den zwölften zu trockenen April hintereinander erlebte. Mit knapp 17 Litern Niederschlag pro Quadratmeter erreichte der Monat kaum ein Drittel seines Solls von 58 Litern pro Quadratmeter. Für Landwirte, Förster und Gärtner war der April 2020 deswegen alles andere als ein Anlass zur Freude.   Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Offenbach - Entgegen seinem Ruf als launischer Wettermonat war der April 2020 von kontinuierlich trockenem und sonnigem Wetter geprägt. Nach der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es wohl der sonnigste April seit Aufzeichnungsbeginn und der dritt-trockenste. Nach der vorläufigen Auswertung der rund 2000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) dürfte es sich zudem um den siebtwärmsten April seit Beginn regelmäßiger Messungen handeln, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Zugleich zeige die Klimastatistik, dass Deutschland nun bereits den zwölften zu trockenen April in Folge erlebe.

Denn mit knapp 17 Litern Niederschlag pro Quadratmeter erreichte der April 2020 kaum ein Drittel seines Solls von 58 Litern pro Quadratmeter und dürfte damit der dritt-trockenste seit 1881 sein - auch, wenn es am Donnerstag teilweise kräftig regnen könnte. Trockener waren nur der April 1893 mit 3,7 Litern Niederschlag pro Quadratmeter und 2007 mit vier Litern pro Quadratmeter.

Dabei gab es regional an zahlreichen Stationen vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands vom 1. bis zum 27. April gar keinen messbaren Niederschlag. Meiningen in Thüringen meldete sogar seit dem 13. März nur 0,4 Liter pro Quadratmeter.

Die Böden, die sich im nassen Februar gut mit Feuchtigkeit gefüllt hatten, trockneten in den oberen Bodenschichten wieder aus, wodurch die Waldbrandgefahr gebietsweise auf die höchste Stufe stieg. Häufig brachen auch erste Feuer aus. Gerade an der Oberfläche war die Bodenfeuchte im April trotz des feuchten Februars auffallend gering, warnten Klimatologen des DWD bereits in der vergangenen Woche. Dazu trugen die Wetterverhältnisse mit Sonnenschein, sehr trockener Luft und frischem bis starkem Wind noch bei: Etwa sechs Liter Wasser pro Quadratmeter verdunsteten täglich - und es kamen kaum Niederschläge, um wieder für neue Feuchtigkeit zu sorgen.

Für Landwirte, Förster und Gärtner war der sonnige und trockene April daher alles andere als ein Anlass zur Freude: "An manchen Standorten - beispielsweise leichten Böden oder schweren tonigen Böden - haben wir jetzt schon irreparable Schäden, dort wird es zu Ernteeinbußen kommen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. "Wir hoffen natürlich auf Regen im Mai, damit sich die Pflanzen besser entwickeln können." Ein andauernder Mairegen könne in diesem Fall zwar einiges ausrichten, "aber eine Rekordernte werden wir mit Sicherheit nicht haben."

Angesichts der Corona-Beschränkungen, die Ausflüge vielfach zunichte machten, wirkte auch der reichlich vorhandene Sonnenschein im April wie verschwendet: Mit rund 294 Stunden kam der April 2020 auf rund 190 Prozent des Solls von 154 Stunden. Das war etwas mehr als im bisherigen Rekord-April 2007 mit 289 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne nördlich von München mit rund 325 Stunden. Dort summierten sich die Sonnenstunden seit 13. März auf etwa 500 Stunden.

Bei den Temperaturen gab es nach DWD-Angaben große Unterschiede zwischen Nord und Süd sowie Tag und Nacht: Mit 10,5 Grad lag die durchschnittliche Temperatur in Deutschland im April 2020 um 3,1 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode von 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,2 Grad.

Während am 17. April in Wangerland-Hooksiel nördlich von Wilhelmshaven nur 9,2 Grad gemessen wurden, stieg die Temperatur in Waghäusel-Kirrlach, nördlich von Karlsruhe, auf 26,5 Grad und damit auf den bundesweit höchsten Wert des Monats. Kältester Ort war zum Monatsbeginn Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit minus 12,0 Grad Nachttemperatur.

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Eva Krafczyk
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
29. 04. 2020
20:49 Uhr

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Eva Krafczyk

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Veröffentlicht am:
29. 04. 2020
20:49 Uhr



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