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Polizei: Lkw vorsätzlich auf Berliner Weihnachtsmarkt gesteuert

War es Terror? Ein Lkw rast auf einem Berliner Weihnachtsmarkt in eine Menschenmenge, zwölf Menschen sterben. Sofort kommen Erinnerungen an den Terroranschlag von Nizza hoch. Einen Unfall schließt die Polizei jedenfalls aus.



Demoliert
Der an der Vorderseite stark demolierte Lastwagen kam am Rande der Budapester Straße zum Stehen. Foto: Arcangelo Nashmi  
Berlin (dpa) - Nach der Todesfahrt eines Lkw auf einem Berliner Weihnachtsmarkt spricht die Polizei nun erstmals von dem Verdacht auf einen Terroranschlag. «Alle polizeilichen Maßnahmen zu dem vermutlich terroristischen Anschlag am Breitscheidplatz laufen mit Hochdruck und der nötigen Sorgfalt», twitterte die Polizei am frühen Dienstagmorgen über die Tat im Herzen Berlins.

Unmittelbar davor hatten die Ermittler einen Unfall ausgeschlossen. «Unsere Ermittler gehen davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert wurde», teilte die Polizei über Twitter mit. Die Identität des Fahrers sei weiterhin unklar, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Tat im Westen Berlins war am Montagabend ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast und hatte mindestens zwölf Menschen getötet. Weitere 49 Menschen lagen am Morgen zum Teil schwer verletzt in Krankenhäusern.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: «Ich möchte im Moment noch nicht das Wort Anschlag in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spricht.» Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte: «Nach allem, was wir wissen, müssen wir von einem Terroranschlag ausgehen.»
Der mutmaßliche Fahrer des Lkw, der auf der Flucht vom Tatort festgenommen worden war, könnte Pakistaner oder Afghane sein, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Er sei wohl im Februar als Flüchtling eingereist. Letzte Gewissheit gab es zunächst nicht, da der Mann unterschiedliche Namen verwendet habe. Der für den Staatsschutz zuständige Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen.
Der dunkle Lastwagen mit polnischem Kennzeichen fuhr laut Polizei gegen 20.00 Uhr auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern über den Markt und zerstörte dabei mehrere Buden. Ein weiterer Mann, der auf dem Beifahrersitz saß, starb laut Polizei vor Ort. Er war Pole. Weitere Details, etwa die Todesursache, gab die Polizei zunächst nicht bekannt.
 
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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 12. 2016
06:11 Uhr

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