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Digitale Schwachstellen des Gesundheitswesens

Mehr Digitalisierung im Gesundheitswesen ist aus Expertensicht bitter notwendig. Ein Positionspapier der Bundesärztekammer zeigt nun die Schwachstellen auf.



Elektronische Akte
Eine Akte wird elektronisch auf einem Bildschirm angezeigt.   Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Bundesärztekammer hat eine bessere digitale Ausstattung im Gesundheitswesen gefordert. In einem am Mittwoch veröffentlichten Positionspapier nennt der Verband zwölf Maßnahmen, die zeitnah umgesetzt werden sollen.

Dazu zählen etwa der sichere Ausbau von Videokonferenzen und die Einführung einer einheitlichen Messenger-Anwendung für Ärzte. Vor allem in der Corona-Pandemie sei die Nachfrage nach digitalen Hilfsmitteln seitens Patienten und Ärzten deutlich gestiegen, heißt es in dem Papier.

Voraussetzung für eine Messenger-Anwendung für Ärzte sei, dass ein Arzt zunächst einmal zweifelsfrei als solcher identifiziert werden könne, sagte BAK-Vorstandsmitglied Peter Bobbert am Mittwoch. Diese Möglichkeit bestehe derzeit nicht. «Hier müssen wir besser werden, weil wir dann auch eine bessere Vernetzung und eine Strukturierung zwischen den einzelnen Sektoren des Gesundheitswesens erreichen können.»

Weitere Baustellen sieht Bobbert beim schnellen Zugriff auf Patientendaten. «Was wir brauchen sind auch bessere Monitoring-Systeme, die wichtige Daten vom Patienten zum Arzt bringen, damit auch der Arzt besser auf digitaler Ebene zum Patienten gehen kann», sagte Bobbert. Das gelte besonders für Patienten in besonderen Situationen, wie chronisch Kranke und Menschen in Pflege- und Seniorenheimen.

Bobbert bezeichnete die Corona-Pandemie als «Stresstest» für das Gesundheitswesen, in dem unter realen Bedingungen sichtbar geworden sei, was positiv und negativ laufe. «Und wenn wir diese Erfahrungen sammeln, lernen wir sehr, sehr viel.»

Positiv hob die Bundesärztekammer hervor, dass in der Corona-Pandemie die Nutzung digitaler Anwendungen deutlich zugenommen habe. So seien etwa viele Krankschreibungen für Patienten nach Telefon- und Videokontakt ausgestellt worden. Das habe dazu geführt, dass gefährdete Patientengruppen nicht persönlich in den Praxen erscheinen mussten, sagte Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer Erik Bodendieck.

Zudem sind laut Bodendieck in der Corona-Krise Wissensdatenbanken viel intensiver genutzt worden. Am Beispiel des Corona-Virus zeige sich, wie wichtig es sei, neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die tägliche Arbeit zu überführen. Zwar habe es während der Pandemie einen Schub in diesem Bereich gegeben. Dennoch gebe es noch deutliche Defizite. Das Positionspapier fordert daher auch einen besseren Zugang für Ärzte zu solchen Datenbanken und zu aktuellen Forschungsergebnissen.

© dpa-infocom, dpa:200701-99-640332/2

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2020
21:23 Uhr

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01. 07. 2020
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