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Trump erhöht Druck auf Apple im Streit um iPhone-Hintertüren

Apple weigert sich seit Jahren, für Ermittler den Passwort-Schutz seiner iPhones aufzuknacken. Doch jetzt schaltet sich US-Präsident Donald Trump ein. Apple will jedoch weiter Widerstand leisten.



Verschlüsselung
Apple hatte sich nach einem Anschlag von 2015 lieber vom FBI verklagen lassen, statt eine Software zum Entsperren von iPhones zu schreiben.   Foto: Michael Kappeler/dpa

Im Streit über Hintertüren für Behörden zum Zugriff auf Smartphone-Daten wird Apple jetzt von US-Präsident Donald Trump persönlich unter Druck gesetzt.

Trump schrieb bei Twitter, seine Regierung helfe Apple in Handelsfragen und anderen Belangen «die ganze Zeit». Dennoch weigere sich der Konzern, Behörden den Zugang zu verschlüsselten Telefonen zu ermöglichen, «die von Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen» benutzt würden. Trumps Forderung an die Verantwortlichen des Unternehmens: «Sie müssen sich jetzt der Herausforderung stellen und unserem großartigen Land helfen!»

Im aktuellen Fall geht es um zwei iPhones eines saudischen Offiziers, der im Dezember drei US-Soldaten auf einem Marinefliegerstützpunkt in Florida getötet hatte. Damit spitzte sich jedoch ein schon seit langem laufender Streit zu. Apple weigert sich kategorisch, für Ermittler einen Weg zu schaffen, den Passwort-Schutz eines gesperrten iPhone aushebeln könnten. Der Konzern argumentiert, eine entsprechende Hintertür würde die Sicherheit für alle Nutzer verschlechtern und könnte auch von Kriminellen missbraucht werden. Ermittlungsbehörden verweisen auf das Problem, dass sie nicht auf Informationen auf Telefonen von Verdächtigen zugreifen könnten.

Vor Trump hatte schon US-Justizminister William Barr von Apple gefordert, beim Überwinden der iPhone-Verschlüsselung zu helfen. Barr stufte den Angriff, bei dem drei US-Soldaten getötet wurden, als Terrorattacke ein und erhöhte damit den Druck auf Apple. «Es ist sehr wichtig zu wissen, mit wem und über was der Schütze kommuniziert hat, bevor er starb», sagte der Minister. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Behörden davon aus, dass der Mann keine Komplizen hatte.

Apple entgegnete, man habe binnen Stunden nach der ersten FBI-Anfrage am 6. Dezember «eine breite Auswahl an Informationen» bereitgestellt. In den Tagen danach habe Apple unter anderem im Speicherdienst iCloud gespeicherte Backups sowie Kommunikationsdaten zu mehreren Accounts geliefert. Die «New York Times» berichtete in der Nacht zum Mittwoch, Apple bereite sich auf einen juristischen Kampf mit dem Justizministerium vor. Der Konzern hatte sich in einem anderen Fall aus dem Jahr 2015 von der US-Regierung verklagen lassen, statt eine Software zu entwickeln, um ein iPhone aufknacken zu können. Die Bundespolizei FBI kam damals nach eigenen Angaben mit Hilfe eines externen Dienstleisters in das Telefon rein und ließ die Klage fallen.

Auch im aktuellen Fall könnten die Behörden möglicherweise ohne die Hilfe von Apple an die Inhalte auf dem Smartphone kommen. Nach Informationen der «New York Times» handelt es sich bei den Telefonen des Attentäters um ein iPhone 5 und ein iPhone 7 Plus. Für beide - insbesondere für das ältere iPhone 5 - gibt es laut Medienberichten Technik von Spezial-Anbietern wie Cellebrite und Grayshift, um den Passcode-Schutz zu knacken. Deren Software hebelt die Einschränkung aus, dass man nur bis zu zehn Mal ein falscher Passcode eingeben kann, bevor der Inhalt gelöscht wird. Dadurch können Ermittler unendlich viele verschiedene Kombinationen durchprobieren, um die Geräte zu entsperren.

Apple-Chef Tim Cook hatte es in den Jahren der Trump-Präsidentschaft geschafft, das Wohlwollen des Präsidenten zu gewinnen - und für den Konzern unter anderem Ausnahmen von Zusatzzöllen auf Artikel aus China zu sichern.

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dpa

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15. 01. 2020
12:29 Uhr

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15. 01. 2020
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