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Hacker legen belgischen Maschinenbauer lahm

Hacker haben den Webmaschinenhersteller Picanol aus Belgien mit einem Cyberangriff lahmgelegt und fordern Lösegeld. Auf die Forderungen der Erpresser ging das Unternehmen zunächst nicht ein, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga am Dienstag berichtete.



Cyberangriff auf Picanol
Der belgische Maschinenhersteller Picanol ist Opfer eines Cyberangriffs inklusive Lösgeldforderung geworden.   Foto: Nicolas Armer/dpa

Am Morgen beriet der Maschinenbauer aus Ypern demnach mit Polizei-Spezialisten für Cyberkriminalität über das weitere Vorgehen.

Ihre 1500 Arbeitnehmer an den belgischen Standorten habe die Firma in Kurzarbeit wegen höherer Gewalt geschickt, meldete Belga. Die Firma tut nach eigenen Angaben alles, um eine Lösung zu finden. «Auf Basis der heutigen Situation rechnet Picanol Group jedoch damit, dass diese Woche nicht mehr produziert wird», teilte das Unternehmen mit. An der Brüsseler Börse wurde der Handel mit Picanol-Anteilen am Dienstagmorgen ausgesetzt, wie die Börsenaufsicht FSMA meldete.

Picanol stellt Webmaschinen in Belgien, China und Rumänien her. Der Cyberangriff sei am Montagmorgen zunächst im chinesischen Firmenzweig bemerkt worden, schrieb die Zeitung «De Morgen». Kurz darauf habe das IT-Team in Ypern festgestellt, dass der gesamte Betrieb mit weltweit 2300 Beschäftigten betroffen sei. «Ich arbeite schon 20 Jahre für diesen Betrieb, aber einen Angriff von diesem Kaliber habe ich noch nie erlebt», sagte Firmensprecher Frederic Dryhol dem Blatt.

«Als wir eine kurze Nachricht mit der Forderung nach Lösegeld auf unserem Server fanden, wussten wir, dass es um einen Angriff mit Ransomware ging», zitierte die Zeitung den Sprecher. Einen bestimmten Betrag hätten die Erpresser zunächst nicht genannt. Ransomware ist eine Software, die Hacker heimlich auf Computern und in Netzwerken installieren, um bestimmte Datensätze zu verschlüsseln. Die Erpresser versprechen, den Schlüssel gegen ein Lösegeld freizugeben.

Das Zentrum für Cybersicherheit Belgien (ZCB) rät von Lösegeldzahlungen in solchen Fällen ab, «vor allem, weil es keine Lösung des Problems garantiert». Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schaffe die Entschlüsselung auch neue Probleme oder die Datensätze gingen im schlimmsten Fall vollständig verloren, warnten die ZCB-Spezialisten.

«Opfer, die ein Lösegeld zahlten, haben erklärt, dass nach dieser ersten Zahlung ein höherer Betrag verlangt wurde», berichtet das Zentrum, das als zentrale Behörde für Cybersicherheit in Belgien fungiert. In manchen Fällen seien die Opfer nach einiger Zeit auch mit der gleichen Ransomware angegriffen worden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 01. 2020
17:05 Uhr

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14. 01. 2020
17:05 Uhr



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