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Amazon macht Sprachassistentin Alexa schlauer

Amazons Sprachassistentin Alexa wird nützlicher, und die vernetzten Geräte sollen noch besser zusammenspielen. Eine Brille und ein Ring mit Alexa-Mikrofonen zeigen zudem als Experimente, wohin die Reise gehen soll.



Alexa soll schlauer werden
Lautsprecher Amazon Echo mit dem Alexa Voice Service.   Foto: Franziska Gabbert/Archiv

Amazon startet eine Smarthome-Offensive und will seine Sprachassistentin Alexa noch stärker im Alltag der Nutzer verankern. Mit neuen Ohrhörern sowie experimentellen Geräten wie einer Brille und einem Ring will der Konzern Alexa zudem auch außerhalb des Haushalts etablieren.

Hier ist Amazon bisher im Nachteil gegen Alexa-Rivalen wie Apples Siri und den Google-Assistant, die auf Smartphones allgegenwärtig sind. Es gehe darum, die Assistenzsoftware für die Nutzer immer und überall verfügbar zu machen, betonte Alexa-Chef Tom Taylor.

Alexa soll auch deutlich schlauer werden. So werde sie künftig zum Beispiel warnen können, wenn die Batterien in einem vernetzten Gerät oder die Tinte im Drucker zur Neige gehen. Die Kamera-Türklingel der Tochterfirma Ring soll sich dank einer «Concierge»-Funktion mit Menschen unterhalten können, die vor der Tür stehen.

Alexa wird künftig auch erkennen können, wenn Nutzer über sie frustriert sind. Dafür wird die Software die Stimme analysieren - und dann freundlicher sein. Diese Funktion wird zunächst bei der Steuerung der Musikwiedergabe verfügbar sein. Als weiterer Sprachbefehl wird die Frage «Alexa, warum hast Du das getan?» eingeführt, mit der Nutzer die Sprachassistentin bei unerwartetem Verhalten um Erklärung bitten können. Wenn die Software einen Sprachbefehl falsch ausführt, soll künftig die Frage «Alexa, was hast du gehört?» helfen.

Mit den ersten Alexa-Ohrhörern stößt Amazon in eine neue Produktkategorie vor, die bislang von Apples AirPods dominiert wird. Eine Anwendungsidee ist zum Beispiel, dass man in einem Supermarkt der hauseigenen Biosupermarkt-Kette Whole Foods fragen kann, in welchem Gang sich bestimmte Lebensmittel befinden. Die Ohrhörer haben Unterdrückung der Umgebungsgeräusche vom Hifi-Experten Bose eingebaut und sind mit 129 Dollar ebenfalls günstiger als vergleichbare Technik anderer Anbieter.

Insgesamt kündigte Amazon am Mittwoch mehr als ein Dutzend Produkte an - zu Preisen, die wie so oft bei Amazon die Konkurrenz unterbieten. So stellte Amazons Technik-Chef Dave Limp eine Ring-Sicherheitskamera fürs Zuhause für lediglich 59 Euro vor. 

Ein weiteres neues Amazon-Gerät ist ein vernetzter Lautsprecher mit deutlich verbessertem Klang. Damit verstärkt der Konzern die Konkurrenz mit Apple und Hifi-Spezialisten wie Sonos. Das Modell Echo Studio soll für Rundum-Sound sorgen und den Klang auch an den Raum anpassen. Den Preis setzte Amazon mit rund 200 Euro deutlich niedriger als bei Konkurrenzmodellen an - ein HomePod von Apple etwa kostet 329 Euro. Von Amazon gab es außerdem auch neue Versionen bisheriger Echo-Lautsprecher.

Als experimentelle Produkte bringt Amazon eine Brille und einen Ring mit Mikrofonen und winzigen Lautsprechern zur Nutzung von Alexa heraus. Sie werden in den USA in limitierter Auflage verfügbar sein. Die Brille hat weder Kamera noch Display, sondern ist nur zur Sprach-Kommunikation mit Alexa gedacht.

Auch der dazugekaufte Wifi-Spezialist Eero wird in die Alexa-Welt integriert: Per Sprachbefehl soll man zum Beispiel einzelnen Geräten die Netzverbindung abdrehen können. Die Sprachsteuerung soll über Schnittstellen auch mit Wifi-Routern anderer Anbieter verfügbar sein. Die bisher nur in den USA verfügbare Eero-Gerätefamilie will Amazon demnächst auch nach Europa bringen.

Limp betonte, dass Datenschutz bei allen Funktionen zu den Grundlagen gehöre. Amazon war - wie auch andere Anbieter von Sprachassistenten wie Apple und Google - in den vergangenen Monaten dafür kritisiert worden, dass auch Mitarbeiter Mitschnitte von Unterhaltungen mit Alexa zu hören bekamen, während das den Nutzern nicht bewusst war. Inzwischen werden sie ausdrücklich darauf hingewiesen und können der Verwendung ihrer Aufzeichnungen zur Verbesserung der Spracherkennung widersprechen.

Amazon-Chef Jeff Bezos schaute kurz beim Event am Hauptquartier in Seattle vorbei und sagte auf Fragen von Journalisten unter anderem, dass er eine Regulierung von Technologie zur Gesichtserkennung begrüßen würde und der Konzern an Vorschlägen dazu arbeite. Amazon entwickelte eine Gesichtserkennungs-Technik unter dem Namen «Rekognition», die auch von Behörden in den USA verwendet wird.

Mit dem Service «Amazon Sidewalk» will der Konzern in der Zukunft eine neue Infrastruktur für das Internet der Dinge schaffen. Mit dem proprietären Funkformat im Bereich von 900 MHz sollen Entfernungen von mehreren hundert Metern überbrückt werden können. Die Technik ist zunächst einmal dafür gedacht, Geräte außerhalb des Hauses wie Bewässerungssensoren stromsparend anzubinden. Wenn in einer Nachbarschaft viele Sidewalk-Netze laufen, könnte man aber zum Beispiel auch entlaufene Tiere damit aufspüren.

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 09. 2019
11:55 Uhr

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