Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Computer

Internet-Kriminalität: Jeder Vierte wird Opfer

Wer mit dem Internet aufgewachsen ist, bewegt sich häufig zu sorglos im Internet. Auch dann noch, wenn er bereits einmal Opfer von Internet-Kriminalität geworden ist. Die Älteren sind da vorsichtiger.



Im Netz
Knapp jeder vierte Internetnutzer ist schon mindestens einmal Opfer von Cyber-Kriminalität geworden.   Foto: Silas Stein

Knapp jeder vierte Internetnutzer in Deutschland (24 Prozent) ist schon mindestens einmal Opfer von Cyber-Kriminalität geworden. Besonders häufig trifft es jüngere Menschen.

Wie eine aktuelle repräsentative Studie zeigt, haben 36 Prozent der Betroffenen Betrug beim Onlineshopping erlebt. Bei 28 Prozent von ihnen wurden vertrauliche Daten abgefischt, 26 Prozent der Betroffenen berichteten von Schadsoftware-Angriffen durch Viren oder sogenannte Trojaner. In 18 Prozent der Fälle ging es um Identitätsdiebstahl. Mit Cybermobbing oder Erpressersoftware haben jeweils 13 Prozent der Betroffenen Erfahrungen gemacht.

Das «Digitalbarometer» wird einmal jährlich vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes erstellt, um Probleme im Bereich der Cyber-Sicherheit zu identifizieren. Zu diesen Problemen zählt nicht nur die Nachlässigkeit vieler Nutzer, wenn es um den Schutz vor Online-Angriffen geht. Auch den Zugang zu Informationen über aktuelle Bedrohungen empfinden viele Bürger laut Studie als nicht optimal.

Den Angaben zufolge haben nur 61 Prozent der Menschen, die online gehen, Antivirenprogramme installiert. Lediglich 58 Prozent der Befragten gaben an, sichere Passwörter zu nutzen. Mehr als 60 Prozent der Nutzer installieren Updates nicht sofort. Seine E-Mails verschlüsselt immerhin knapp jeder Fünfte (19 Prozent).

Dass jüngere Menschen wesentlich häufiger Opfer von Internet-Kriminalität werden als Ältere, hat laut Studie nicht nur damit zu tun, dass sie mehr Dinge online erledigen - vom Fahrkartenkauf bis zur Interaktion via Social Media. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass sie sorgloser sind, was Straftaten im Internet angeht. Während fast die Hälfte (49 Prozent) der 60- bis 66-Jährigen Empfehlungen zur Erhöhung der Sicherheit sofort umsetzt, tut dies von den 16- bis 29-Jährigen nur etwa jeder Vierte (26 Prozent).

Positiv beurteilte BSI-Vizepräsident Gerard Schabhüser bei der Vorstellung der Studie am Montag in Berlin die Entwicklung beim Online-Banking. Hier habe Zwei-Faktor-Authentifizierung zu einer deutlichen Verbesserung geführt. Neben einem Passwort wird dabei immer noch ein zweiter Sicherheitsfaktor eingebaut - etwa ein Fingerabdruck oder eine über einen Tan-Generator generierte Nummer.

Von den meisten Cyberangriffen erfährt die Polizei nichts. Denn das «Digitalbarometer 2019» zeigt: Nur jeder dritte Fall wird angezeigt. Die Aufklärungsquote lag zuletzt bei knapp 38 Prozent. Für das vergangene Jahr weist die Polizeiliche Kriminalstatistik rund

272 000 Straftaten «mit Tatmittel Internet» aus - acht Prozent mehr als 2017. «Wir vermuten, dass es ein großes Dunkelfeld gibt», sagte Martin von Simson, Referatsleiter im Bundesinnenministerium. Das liegt einerseits daran, dass manche Opfer den Aufwand einer Anzeige scheuen, weil sie keine große Summe Geld verloren haben oder aus Scham.

Denn neben Erpressungen im Stil von «Wir wissen, dass Du auf Porno-Seiten unterwegs bist» gibt es auch Betrüger, die online eine «Beziehung» aufbauen, um dann anschließend in einer angeblichen Notlage Geld zu fordern. Typische Szenarien dabei sind die imaginäre junge hübsche Frau aus Russland oder der Ukraine, die sich Geld für ihren Besuch bei einem älteren Mann in Deutschland schicken lässt, der dann aber nie stattfindet. Einsame Frauen im mittleren Alter fallen eher auf die Geschichte des vermeintlichen Ingenieurs herein, der in Afrika arbeitet und dort zum Beispiel einen Autounfall hat.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 09. 2019
13:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Bundesministerium des Innern Daten und Datentechnik Erpressung Fingerabdrücke Identitätsdiebstahl Informationstechnik Internet Internetkriminalität Online-Banking Passwörter Polizei Social Media
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Online-Banking

09.09.2019

Neue Regeln für Online-Zahlungen: Was auf Bankkunden zukommt

Bankgeschäfte sollen sicherer und einfacher werden. Doch erst einmal müssen sich Millionen Bankkunden umstellen. Und die Technik funktioniert noch nicht in allen Fällen so reibungslos wie gewünscht. » mehr

Biometrische Sicherung im Alltag

14.08.2019

Mehr als eine Million Fingerabdrücke offen im Netz

Fingerabdrücke und andere biometrische Merkmale sind als Zugangsdaten besonders sensibel, weil man sie bei einem Dateneinbruch im Gegensatz zu einem Passwort nicht einfach ändern kann. Nun ist ein gigantisches Datenleck ... » mehr

BSI

vor 23 Stunden

iPhone-App für vertrauliche Behörden-Gespräche freigegeben

Vertrauliche Gespräche können Mitarbeiter von Behörden künftig mit einer Verschlüsselungs-App der Deutschen Telekom auch auf dem iPhone führen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe die Mobil... » mehr

WhatsApp

30.08.2019

iPhone-Schwachstellen machten breiten Datenabgriff möglich

Es ist das schlimmste bisher bekanntgewordene Angriffsszenario gegen das iPhone von Apple: Aufenthaltsort, Fotos und Nachrichten konnten abgegriffen werden. Es reichte, eine präparierte Website zu besuchen. Die Attacke s... » mehr

Am Computer

06.08.2019

Gut die Hälfte der Bevölkerung macht online Bankgeschäfte

Eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat im vergangenen Jahr Bankgeschäfte über das Internet erledigt. » mehr

Im Netz

24.07.2019

Ältere Generation verfügt über zu wenig digitale Kompetenz

Wie souverän fühlen sich ältere Menschen im Internet? Nutzen Senioren die Vorteile des digitalen Zeitalters für ihren Alltag? Eine Umfrage sieht großen Nachholbedarf. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall A71 bei Meiningen A 71

Unfall A71 bei Meiningen | 16.09.2019 A 71
» 5 Bilder ansehen

Erntedankfest Bücheloh Bücheloh

Erntedankfest Bücheloh | 16.09.2019 Bücheloh
» 41 Bilder ansehen

Heinrichser Umzug und Hahnenschlag

Heinrichser Umzug und Hahnenschlag | 15.09.2019 Heinrichs
» 107 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 09. 2019
13:12 Uhr



^