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Mehr als eine Million Fingerabdrücke offen im Netz

Fingerabdrücke und andere biometrische Merkmale sind als Zugangsdaten besonders sensibel, weil man sie bei einem Dateneinbruch im Gegensatz zu einem Passwort nicht einfach ändern kann. Nun ist ein gigantisches Datenleck bei einer Biometrie-Firma entdeckt worden.



Biometrische Sicherung im Alltag
Der Fingerabdruck ist ein gängiger Schlüssel für biometrische Sicherungsverfahren. Foto: Henrik Josef Boerger   Foto: dpa

Eine riesige Datenbank mit hochsensiblen Daten, darunter rund eine Million Fingerabdrücke, hat einen längeren Zeitraum ungeschützt und unverschlüsselt im Netz gestanden.

Wie die israelischen Sicherheitsforscher Noam Rotem und Ran Lokar vom VPN-Vergleichsportals vpnMentor berichteten, stammen die Daten von der Plattform «Biostar 2» der koreanischen Sicherheitsfirma Suprema, die nach eigenen Angaben in Europa Marktführer bei biometrischen Zutrittskontrollsystemen ist. Über das Sicherheitsleck hatten zuerst der britische «Guardian» sowie das israelische Portal «Calcalist» berichtet.

«Biostar 2» arbeitet mit Fingerabdrücken oder Gesichtsscans auf einer webbasierten Plattform für intelligente Türschlösser, mit der Unternehmen die Zugangskontrolle für ihre Büros oder Lagerhallen selbst organisieren können. Das System wird nach Angaben vom «Guardian» auch von der britischen Polizei sowie mehreren Unternehmen aus der Rüstungsindustrie sowie Banken genutzt.

Unter den Kunden aus Deutschland hatten die Forscher Zugriff auf Daten der Firma Identbase. Das Unternehmen befasst sich mit Technologie zum Drucken von ID- und Zugangskarten.

«Das Leck ist riesig», erklärten die beiden Sicherheitsforscher. «Es gefährdet nicht nur betroffene Geschäfte und Organisationen, sondern auch die Angestellten.» Die Schwachstelle habe dazu geführt, dass man die vollständige Kontrolle über die Konten im System erhalten konnte, sagte Rotem dem Portal «Calcalist».

Die Forscher hatten Zugriff auf über 27,8 Millionen Datensätze und 23 Gigabyte Daten, darunter Fingerabdruck- und Gesichtserkennungsdaten, Gesichtsfotos von Benutzern, unverschlüsselte Benutzernamen und Passwörter, Protokolle über den Zugang zu den Einrichtungen, Sicherheitsstufen und -freigabe sowie persönliche Daten des Personals. Außerdem hätten sie Datensätze in den Firmenkonten neu anlegen und manipulieren können.

«Böswillige Agenten könnten das Leck nutzen, um sichere Einrichtungen zu hacken und die Sicherheitsprotokolle für kriminelle Aktivitäten zu manipulieren.»

Entsetzt zeigten sich die Forscher darüber, dass in dem System die vollständigen biometrischen Daten meist unverschlüsselt abgespeichert wurden. «Anstatt einen Hash des Fingerabdrucks zu speichern, der nicht rückentwickelt werden kann, speichern sie die tatsächlichen Fingerabdrücke der Menschen, die für bösartige Zwecke kopiert werden können», sagten die Forscher dem «Guardian».

Überrascht waren Rotem und Lokar darüber, wie schlecht die Suprema-Kunden zum Teil ihre Konten abgesichert haben: «Viele Konten enthielten lächerlich einfache Passwörter wie" Passwort "und" abcd1234.»

Der Marketingleiter von Suprema, Andy Ahn, sagte dem «Guardian», das Unternehmen habe eine «eingehende Bewertung» der von vpnMentor bereitgestellten Informationen vorgenommen. Die Kunden würden im Falle einer Bedrohung informiert werde. Die Firma vpnMentor erklärte, die Sicherheitslücke sei am Dienstag geschlossen worden, eine Woche, nachdem das Leck entdeckt wurde.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 08. 2019
16:05 Uhr

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dpa

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14. 08. 2019
16:05 Uhr



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