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Computer

Apple stellt sich auf schwächere iPhone-Verkäufe ein

Das iPhone hat Apple zum reichsten Unternehmen der Welt gemacht - doch die Zeiten steigender Smartphone-Verkäufe sind für den Konzern vorerst vorbei. Apple passt sich an, und konnte im Weihnachtsgeschäft wieder 20 Milliarden Dollar Gewinn einfahren. Die Börse atmet auf.



Apple-iPhone XS und XS Max
Die iPhone-Modelle iPhone XS und iPhone XS Max stehen im Apple Store in der Regent Street in London zum Verkauf bereit.   Foto: Kirsty O'connor/PA Wire/dpa

Apples iPhones verkaufen sich nicht so gut wie früher, aber der Konzern kommt trotzdem auf seine gewohnten Milliarden-Gewinne.

Dafür sorgen andere Produkte vom iPad bis zur Apple Watch sowie das Geschäft mit Dienstleistungen für bestehende Kunden. Der neue Maßstab für das profitabelste Unternehmen der Welt ist nicht mehr, wie viele Telefone in einem Quartal verkauft wurden, sondern die erstmals genannte Zahl von 900 Millionen iPhone-Nutzern.

Im vergangenen Weihnachtsgeschäft verdiente Apple knapp 20 Milliarden Dollar (17,5 Mrd Euro). Das war fast so viel wie im Vorjahresquartal, obwohl der Umsatz um fünf Prozent auf 84,3 Milliarden Dollar sank. Konzernchef Tim Cook bekräftigte, dass der Grund für diesen Rückgang vor allem die unerwartet schwachen Verkäufe des iPhones in China gewesen seien.

Aber auch der starke Dollar, der Apple-Produkte in einigen Regionen wie in der Türkei stark verteuerte, sowie weniger Subventionen von Mobilfunk-Anbietern hätten eine Rolle gespielt. Für das laufende Vierteljahr rechnet Apple erneut mit weniger Umsatz als im Vorjahresquartal.

Um gegenzusteuern, macht Apple es unter anderem einfacher, ältere Geräte in Zahlung zu geben. Zudem will der Konzern die Preisanstiege durch den starken Dollar in einigen Ländern stärker als bisher für die Verbraucher abfedern.

«Ja, ich denke durchaus, dass der Preis ein Faktor ist», sagte Cook am Dienstag auf die Analysten-Frage, ob Apple mit teuren neuen Modellen den Bogen überspannt habe. Er stellte jedoch klar, dass er damit die Währungseffekte und die schwindenden Subventionen der Mobilfunker meinte. So sei in Japan zuletzt weniger als die Hälfte der verkauften Smartphones von den Netzbetreibern subventioniert worden - vor einem Jahr seien es noch drei Viertel gewesen. «Unsere Kunden behalten ihre iPhones länger», resümierte Cook. Er könne nicht sagen, wie sich die Austausch-Zeiten beim iPhone entwickeln werden.

Absatzzahlen oder ein durchschnittlicher Gerätepreis wurden wie bereits angekündigt nicht mehr genannt. Cook sagte aber, dass das günstigste neue Modell iPhone XR (ab 849 Euro) das populärste Apple-Telefon gewesen sei. Gefolgt vom größeren iPhone XS Max (ab 1249 Euro) vor dem iPhone XS (ab 1149 Euro).

Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys verkaufte Apple 71,7 Millionen iPhones - und das habe sogar trotz eines Rückgangs um 7,3 Prozent für die Spitzenposition im aktuell schrumpfenden Smartphone-Markt gereicht. Denn Samsung sei auf 70,3 Millionen Geräte gekommen. Canalys gab auch eine Schätzung zum Absatz einzelner Modelle ab: 22 Millionen iPhone XR, 14 Millionen iPhone XS Max, 9 Millionen iPhone XS.

Die Marktforscher von Strategy Analytics zeigten sich deutlich skeptischer: Nach ihren Berechnungen verkaufte Apple im Weihnachtsquartal 65,9 Millionen iPhones - 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der iPhone-Umsatz sank im Jahresvergleich nach Angaben von Apple um rund 15 Prozent auf knapp 52 Milliarden Dollar. Damit brachte das Smartphone immer noch gut 61 Prozent der Apple-Erlöse ein - sonst waren es zum Teil mehr als zwei Drittel gewesen.

Zugleich wuchs das Dienstleistungsgeschäft, zu dem unter anderem der Speicher-Service iCloud, der Streamingdienst Apple Music und der Anteil des Konzerns an Erlösen aus App-Verkäufen gehören, um 19 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Das Service-Geschäft ist allerdings nicht unumstritten: So wird Apple dafür kritisiert, dass nur 5 GB Online-Speicherplatz gratis geboten werden. Streit gibt es auch über den Anteil von 15 bis 30 Prozent, die der Konzern für alle App-Verkäufe und Abos einbehält.

Beim lange schwächelnden iPad gab es mit dem neuen, teureren Pro-Modell einen Sprung von 17 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar Umsatz. Die Sparte mit der Computeruhr Apple Watch, dem Lautsprecher HomePod und anderen Geräten wie den AirPods-Ohrhörern steigerte den Umsatz sogar um ein Drittel auf 7,3 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Macintosh-Computern legte um acht Prozent auf den bisherigen Bestwert von 7,4 Milliarden Dollar zu.

Obwohl es enttäuschend gewesen sei, die Umsatzerwartung für das Weihnachtsquartal zu verpassen, zeigten die Zahlen die Stärke des Apple-Geschäfts in der Breite, erklärte Cook am Dienstag. Der Konzern hatte für das vergangene Vierteljahr ursprünglich Erlöse von bis zu 93 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die Erlöse in China sanken im Jahresvergleich von knapp 17,96 auf rund 13,17 Milliarden Dollar. Der Konzern saß zum Abschluss des ersten Geschäftsquartals Ende Dezember auf Geldreserven von 245 Milliarden Dollar.

Die Apple-Aktie startete in den US-Handel am Mittwoch mit einem Plus von rund fünf Prozent.

Die Zahl der insgesamt aktiven iPhone-Nutzer sei von Ende Januar bis Ende Dezember um 75 Millionen gestiegen, teilte Apple mit. Alles in allem gebe es 1,4 Milliarden Nutzer von Apple-Geräten.

In Deutschland habe es deutliche Zuwächse gegeben, erklärte Apple und zeigte sich besonders mit dem «Riesen-Erfolg» des Bezahldienstes Apple Pay zufrieden. Allein bei der Deutschen Bank hätten sich binnen einer Woche mehr Kunden dafür angemeldet als in einem Jahr für Smartphone-Apps auf der Konkurrenz-Plattform Android, sagte Cook.

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30. 01. 2019
15:51 Uhr

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