Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Computer

Palantir-Chef verteidigt Arbeit für Sicherheitsbehörden

Palantir ist ein geheimnisumwobenes und heftig umstrittenes Start-up. Unter den Nutzern ihrer Datenanalyse-Software sind US-Geheimdienste wie CIA und NSA - aber auch die hessische Polizei. Mitgründer und Chef Alexander Karp schwärmt in einem Interview von Deutschland.



Palantir-Chef Karp im Interview
Springer-Konzernchef Mathias Döpfner (l.) spricht mit dem Mitgründer und Chef der Datenanalyse-Firma Palantir, Alexander Karp.   Foto: Charles Yunck/Axel Springer

Der Mitgründer und Chef der Datenanalyse-Firma Palantir, Alexander Karp, hat die Arbeit des Start-ups mit Sicherheitsbehörden verteidigt.

In einem Interview des Podcasts «inside.pod» des Medienkonzerns Axel Springer verwies Karp unter anderem darauf, dass die hessische Polizei nach eigenen Angaben mit Hilfe der Software des Unternehmens einen Terroranschlag vereitelt habe.

«Ich erfahre von einer verhinderten Terrorattacke in Europa ungefähr ein Mal pro Woche», sagte Karp weiter in dem am Mittwoch veröffentlichten Gespräch mit Springer-Konzernchef Mathias Döpfner. «Ich denke, dass wenn diese Anschläge passiert wären, Sie eine ganz andere politische Realität hätten.» Palantir könne über solche Fälle aber nicht von sich aus sprechen.

Der Fall in Hessen war im Sommer bekanntgeworden, kurz bevor der Zuschlag für Palantir zum Thema für einen Untersuchungsausschuss des Landtags wurde. Er ging monatelang der Frage nach, ob die Vergabe des Auftrags rechtens war. Hessen hatte als erstes Bundesland Software von Palantir eingekauft.

Palantir gilt als eines der am höchsten bewerteten, aber auch besonders geheimniskrämerischen Start-ups. Die Software der Firma, die diverse Arten von Daten miteinander verknüpfen kann, soll unter anderem bei US-Geheimdiensten wie CIA und NSA sowie der Bundespolizei FBI im Einsatz sein. Auf die Frage, ob Palantir tatsächlich auch dabei geholfen habe, Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden aufzuspüren, sagte Karp, er dürfe das nicht kommentieren.

Der Palantir-Chef zeigte zugleich grundsätzlich Verständnis für diejenigen, denen der Einsatz von Datenanalyse Sorgen mache. «Ich verstehe, warum Menschen Angst vor einem Missbrauch von Software durch Regierungen und Unternehmen haben - und es sind berechtigte Ängste.» Palantir achte aber den Datenschutz. Zudem gehe es dem Start-up nicht nur ums Geschäft: «Natürlich werden wir bezahlt - und gut bezahlt. Aber unser vorrangiges Ziel ist ein stärkerer Westen.»

Karp, der seinerzeit Philosophie in Frankfurt bei Jürgen Habermas studiert hatte, betonte, Europa dürfe im Wettstreit mit den USA und China bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz seine Werte nicht aufgeben. «Niemand, den ich in Europa kenne, will in einer Welt ohne Privatsphäre leben.» Die Devise im Westen und insbesondere in Europa müsse sein: «Ein Maximum an Privatsphäre - und wir gewinnen trotzdem.» Der Westen müsse gerade im Verteidigungsbereich Technologien entwickeln, die effizient seien, aber bürgerliche Freiheiten schützten. Dabei sollte Deutschland eine Führungsrolle bei Technologie spielen.

Karp, der im Springer-Aufsichtsrat sitzt, ging zugleich auf Distanz zu Unternehmen wie Facebook. «Die verbraucherorientierten Internet-Firmen haben nicht erklärt, wie sie der Gesellschaft helfen», während sie zugleich demografische Blasen bildeten, in denen Leute nur mit denjenigen zu tun hätten, die genauso denken, wie sie selbst.

Der 51-jährige Karp führte einen Teil des Gesprächs auf Deutsch und sagte unter anderem, wenn Palantir nicht erfolgreich geworden wäre, würde er jetzt bestimmt im Berliner Stadtbezirk Charlottenburg leben. Er habe sich in Deutschland stets sehr wohlgefühlt, auch als «armer Student».

Palantir wird aktuell als einer der heißen Börsenkandidaten gehandelt. Das «Wall Street Journal» berichtete im Oktober, das Start-up könne dabei eine Bewertung von gut 40 Milliarden Dollar anstreben - die Pläne seien aber noch im Fluss. Damals hieß es auch unter Berufung auf informierte Personen, Palantir erwartete für 2018 einen Umsatz von 750 Millionen Dollar nach 600 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Karp dürfte mit einem Börsengang auf jeden Fall offiziell zum Milliardär werden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 01. 2019
15:51 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Axel Caesar Springer Bin Laden Bundespolizei CIA Dollar FBI Facebook Interviews Jürgen Habermas Mathias Döpfner Medienkonzerne Millionen Dollar National Security Agency New York Stock Exchange (NYSE) Polizei Privatsphäre Sicherheitsbehörden Software Startup-Unternehmen US-Geheimdienste Wall Street Journal Zeitschriften
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Zuckerberg

02.04.2019

Facebook fördert Abo-Modelle bei deutschen Verlagen

Facebook hat ein Förderprogramm aufgelegt, um die Weiterentwicklung digitaler Bezahlmodelle bei Verlagen in Deutschland voranzutreiben. » mehr

Apple stellt neue Produkte vor

26.03.2019

Apple sucht neues Geschäft als Anbieter von Abo-Diensten

Es war das ungewöhnlichste Apple-Event seit Jahren: Keine neuen Geräte, dafür Hollywood-Prominenz auf der Bühne und eine Kreditkarte aus Titan zum Einstieg ins Finanzgeschäft. Der Konzern will mehr Geld mit Dienstleistun... » mehr

Apple - Tim Cook

22.03.2019

«Es ist Showtime»: Neuer Videodienst von Apple erwartet

Apple soll bereits zwei Milliarden Dollar in eigene Videoinhalte mit Stars wie Jennifer Aniston und Reese Witherspoon gesteckt haben. In der kommenden Woche wird der neue Videodienst vorgestellt. Er könnte die Debatte um... » mehr

Facebook

25.04.2019

Facebook bereitet sich auf Milliardenstrafe vor

Der Datenskandal um Cambridge Analytica kann für Facebook teure Konsequenzen haben - das Online-Netzwerk stellt sich auf eine Milliarden-Strafzahlung ein. Das Werbe-Geschäft läuft unterdessen weiter blendend. » mehr

AirPower von Apple

30.03.2019

Apple sagt Marktstart von Ladematte AirPower ab

Wie schwer kann es für eine Firma wie Apple sein, eine Ladematte zu bauen, die Akkus von drei Geräten gleichzeitig drahtlos auffüllen kann? Die Aufgabe erwies sich als so komplex, dass der Konzern eineinhalb Jahre nach d... » mehr

Wikipedia

15.05.2019

China blockiert Wikipedia in sämtlichen Sprachen

Vor dem 30. Jahrestag des Pekinger Tiananmen-Massakers haben chinesische Zensoren die Online-Enzyklopädie Wikipedia komplett gesperrt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

David Garrett in Leipzig Leipzig

David Garrett in Leipzig | 19.05.2019 Leipzig
» 35 Bilder ansehen

Unfall nach Verfolgungsjagd Schleusingen Schleusingen

Unfall nach Verfolgungsjagd | 19.05.2019 Schleusingen
» 16 Bilder ansehen

Impressionen Supermarathon ab Eisenach Eisenach

Rennsteiglauf Impressionen Supermarathon | 18.05.2019 Eisenach
» 65 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 01. 2019
15:51 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".