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Nach Cebit-Aus: Große IT-Konzerne orientieren sich neu

Wie geht es weiter nach dem Ende der einst weltgrößten IT-Messe CeBIT? Die Großen der Branche orientieren sich neu. Bisher wird noch ausgelotet und geprüft, was künftig machbar ist.



Cebit
Nach über 30 Jahren ist die Cebit Geschichte: Die einst weltgrößte Computershow wird eingestellt.   Foto: Kay Nietfeld

Nach dem Aus für die Computermesse Cebit hat bei den großen IT- und Softwarekonzernen die Suche nach alternativen Konzepten eingesetzt.

«Durch die Absage der Cebit werden hier die Karten komplett neu gemischt, und wir werden ein neues Gesamtkonzept erstellen», kündigte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf an. Der Konzern hatte bereits ein Budget für die Cebit 2019 eingeplant und wurde durch «die bedauerliche Absage» zunächst überrascht. «Ob die Hannover Messe in unserem neuen Gesamtkonzept eine andere Rolle spielen wird als bislang, ist noch völlig offen.»

Auch andere Branchengrößen reagierten mit Bedauern und Bestürzung. Ein Sprecher der Deutschen Telekom sprach am Donnerstag von «Wehmut», meinte aber: «Über die Zeit hat sich allerdings aus Telekom-Sicht das Kundeninteresse verändert.» Der Konzern setze deshalb auf eine direktere Kundenansprache und organisiere - ähnlich wie andere Unternehmen - zunehmend eigene Veranstaltungsserien. Die würden auch 2019 fortgesetzt, kündigte Telekom-Sprecher Stefan König an.

«Auch nach dem Aus für die Cebit gilt: Die Digitalwirtschaft in Deutschland braucht eine starke Plattform, auf der sie sich präsentieren kann und auf der ein Austausch stattfindet: mit ihren Kunden, mit der Öffentlichkeit, mit der Politik», betonte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder. Dafür gebe es nach wie vor einen großen Bedarf. «Die Idee der CeBIT lebt bereits erfolgreich in den verschiedenen Fachmessen und der Hannover Messe weiter; darüber hinaus werden von der Messe neue Fachformate für den deutschsprachigen Raum geprüft», erklärte Niedersachsens Digitalminister Bernd Althusmann (CDU).

Wenige Monate vor ihrer Einstellung hatte die Cebit, die in den vergangenen drei Jahrzehnten immer wieder technische Zukunftstrends abgebildet hatte, ihren Besucherschwund durch eine radikale Neuaufstellung als Digital-Festival aufzufangen versucht. «SAP war bereit, das neue Konzept mitzutragen», betonte ein Sprecher der Software-Firma, begrüßte zugleich aber die Entscheidung zum Ausbau der Hannover Messe. «Auch im kommenden Jahr werden wir dort gemeinsam mit unseren Partnern innovative Konzepte zur Digitalisierung von Unternehmen präsentieren», erklärte Konzernsprecher Björn Emde.

Ähnlich äußerte sich Vodafone. «Die Ergebnisse der neuen Cebit in diesem Jahr waren für uns als Vodafone voll zufriedenstellend», meinte Sprecher Petendorf. Die Cebit sei ein wichtiger Baustein der Unternehmens-Kommunikation gewesen - allerdings nicht der einzige: «In unserem Fokus für 2019 stehen weitere wichtige Branchenevents, auf denen wir vertreten sind; zudem setzt Vodafone auch weiterhin auf die eigenen Veranstaltungs-Plattformen.»

IBM war von Anfang an ein Befürworter der Cebit als einer IT-Leitmesse für Deutschland und auch dieses Jahr bei der Neupositionierung dabei. Das Unternehmen begrüßt die Integration der industrie-spezifischen IT-Themen in die Hannover Messe. Hewlett Packard Enterprise Deutschland hatte für 2019 einen etwa gleich großen Stand wie in diesem Jahr geplant. «Die Digitalisierung braucht gerade jetzt starke Impulse, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern; da hätte die Cebit als Leitmesse für Digitalisierung einen längeren Atem verdient gehabt», meinte Heiko Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Bei den Überlegungen für ein neues Gesamtkonzept spielten andere wichtige Branchenevents ebenso eine Rolle wie die eigenen Veranstaltungs-Plattformen für den direkten Dialog mit relevanten Kunden, sagte Vodafone-Sprecher Petendorf: «Wir überprüfen, ob eigene Hausevents eine größere Rolle spielen können.»

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29. 11. 2018
17:07 Uhr

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