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Google glaubt nicht an Spionagechips auf Cloud-Servern

Ein Medienbericht über mögliche Spionage-Chips aus China in Servern großer US-Konzerne hat in der Branche für Unruhe gesorgt. Ein Topmanager von Google hält solche Manipulationen theoretisch für möglich - glaubt aber nicht, dass tatsächlich manipulierte Chips eingebaut wurden.



Google-Manager Urs Hölzle
Google-Manager Urs Hölzle 2012 bei einer Veranstaltung in San Francisco.   Foto: Christoph Dernbach

Auf den Servern großer Cloud-Anbieter in den USA sind nach Einschätzung des Google-Topmanagers Urs Hölzle vermutlich keine Spionagechips aus China untergebracht worden.

«Wenn Sie meine persönliche Meinung hören wollen: Ich glaube, da ist nichts passiert», sagte der Schweizer, der bei Google für die technische Infrastruktur und die Cloud-Dienste verantwortlich ist, auf der Konferenz «Next '18» in London. Er und seine Kollegen hätten von den Gerüchten schon gehört, bevor der Bloomberg-Bericht erschienen sei.

Der Finanzdienst Bloomberg hatte vor einer Woche berichtet, dass chinesische Hacker manipulative Computerchips direkt in die Elektronik von Servern einer amerikanischen Firma eingebaut hätten, deren Rechner in großen US-Konzernen sowie Behörden genutzt werden. Die winzigen Bauteile erlaubten es Angreifern, die Kontrolle über die Server zu übernehmen und Informationen abzuzapfen, hieß es unter Berufung auf anonyme Quellen. Bis zu 30 Unternehmen seien betroffen, namentlich genannt wurden Apple und Amazon, die die Berichte allerdings ungewöhnlich scharf dementierten.

Hölzle räumte am Donnerstag ein, dass es im Prinzip zu solchen Manipulationen kommen könne. «Die Frage nach der Hardware-Sicherheit ist durchaus berechtigt. Die Zulieferkette ist sehr lang.» Google habe auf diese Herausforderung mit der Entwicklung des eigenen Sicherheits-Chips Titan reagiert, der auf Servern in den Google-Rechenzentren eingesetzt werde. Der Titan-Chip stelle sicher, dass das Verhalten von Diensten auf einem Server nicht verändert werden kann. Es sei sehr schwierig, irgendwelche Manipulationen auf einer Platine zu entdecken. «Die sind superkompliziert. Wir haben unsere eigene Zulieferkette und versuchen, da aufzupassen.» Google habe schon vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass die Kontrolle der Zulieferkette ein wichtiger Teil des Sicherheitskonzepts sei.

Google könne mit Hilfe des Titan-Chips verhindern, dass gefälschte Software auf den Server geschmuggelt wird, selbst wenn die Platine verändert wurde. «Das ist aber immer auch ein Wettrennen. Das ist der Grund, warum wir einen so enormen Sicherheitsaufwand betreiben.» Der Titan-Chip kommt auch beim neuesten Smartphone Pixel 3 sowie den Chromebook-Laptops von Google zum Einsatz.

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dpa

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11. 10. 2018
10:54 Uhr

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