Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Computer

Google glaubt nicht an Spionagechips auf Cloud-Servern

Ein Medienbericht über mögliche Spionage-Chips aus China in Servern großer US-Konzerne hat in der Branche für Unruhe gesorgt. Ein Topmanager von Google hält solche Manipulationen theoretisch für möglich - glaubt aber nicht, dass tatsächlich manipulierte Chips eingebaut wurden.



Google-Manager Urs Hölzle
Google-Manager Urs Hölzle 2012 bei einer Veranstaltung in San Francisco.   Foto: Christoph Dernbach

Auf den Servern großer Cloud-Anbieter in den USA sind nach Einschätzung des Google-Topmanagers Urs Hölzle vermutlich keine Spionagechips aus China untergebracht worden.

«Wenn Sie meine persönliche Meinung hören wollen: Ich glaube, da ist nichts passiert», sagte der Schweizer, der bei Google für die technische Infrastruktur und die Cloud-Dienste verantwortlich ist, auf der Konferenz «Next '18» in London. Er und seine Kollegen hätten von den Gerüchten schon gehört, bevor der Bloomberg-Bericht erschienen sei.

Der Finanzdienst Bloomberg hatte vor einer Woche berichtet, dass chinesische Hacker manipulative Computerchips direkt in die Elektronik von Servern einer amerikanischen Firma eingebaut hätten, deren Rechner in großen US-Konzernen sowie Behörden genutzt werden. Die winzigen Bauteile erlaubten es Angreifern, die Kontrolle über die Server zu übernehmen und Informationen abzuzapfen, hieß es unter Berufung auf anonyme Quellen. Bis zu 30 Unternehmen seien betroffen, namentlich genannt wurden Apple und Amazon, die die Berichte allerdings ungewöhnlich scharf dementierten.

Hölzle räumte am Donnerstag ein, dass es im Prinzip zu solchen Manipulationen kommen könne. «Die Frage nach der Hardware-Sicherheit ist durchaus berechtigt. Die Zulieferkette ist sehr lang.» Google habe auf diese Herausforderung mit der Entwicklung des eigenen Sicherheits-Chips Titan reagiert, der auf Servern in den Google-Rechenzentren eingesetzt werde. Der Titan-Chip stelle sicher, dass das Verhalten von Diensten auf einem Server nicht verändert werden kann. Es sei sehr schwierig, irgendwelche Manipulationen auf einer Platine zu entdecken. «Die sind superkompliziert. Wir haben unsere eigene Zulieferkette und versuchen, da aufzupassen.» Google habe schon vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass die Kontrolle der Zulieferkette ein wichtiger Teil des Sicherheitskonzepts sei.

Google könne mit Hilfe des Titan-Chips verhindern, dass gefälschte Software auf den Server geschmuggelt wird, selbst wenn die Platine verändert wurde. «Das ist aber immer auch ein Wettrennen. Das ist der Grund, warum wir einen so enormen Sicherheitsaufwand betreiben.» Der Titan-Chip kommt auch beim neuesten Smartphone Pixel 3 sowie den Chromebook-Laptops von Google zum Einsatz.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 10. 2018
10:54 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amazon Apple Chips Google Leiterplatten Manipulation Server Topmanager US-Konzerne
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Macron und Trump

21.01.2020

Macron und Trump streben Abmachung zu Digitalsteuer an

Wie besteuert man global agierende Digitalkonzerne? Der Streit darüber hat erhebliche Sprengkraft im Verhältnis zwischen Europa und den USA. Nach einer Eskalation im Herbst stehen die Zeichen nun wieder auf Entspannung. » mehr

Sprachassistenten mit Risiken

09.07.2019

Bundestags-Gutachten warnt Eltern vor «Alexa»

Amazons Sprachassistent «Alexa» verfügt über ein Elefantengedächtnis. Die Aufzeichnung der Sprachbefehle und die SpeIcherung in der Cloud wird von Datenschützern kritisch gesehen. Ein Gutachten des Bundestags wirft nun n... » mehr

Digital-Gipfel

29.10.2019

Europäisches Cloud-Projekt auf Digital-Gipfel gestartet

Europäische Unternehmen und Behörden sollen eine vor Ort entwickelte Cloud-Infrastruktur bekommen, die sie unabhängig von Angeboten der US-Giganten macht. Das Ziel ist klar, wichtige Details zum Umsetzung aber noch offen... » mehr

Facebook

23.10.2019

Facebook will Wohnungskrise mit viel Geld bekämpfen

Der US-Konzern Facebook will der von der Tech-Industrie mitverursachte Wohnungsmarktkrise in Kalifornien mit einer Milliardeninvestition entgegentreten. » mehr

Smart Home

18.12.2019

Amazon, Apple und Google arbeiten an Smarthome-Standard

Die Smarthome-Rivalen Amazon, Apple und Google tun sich zusammen, um mit einem neuen offenen Standard die Verbindung verschiedener Geräte im vernetzten Zuhause zu vereinfachen. » mehr

Sprachassistenten

13.12.2019

Wie die Sprachassistenten 2019 ihre Unschuld verloren

Die Erkenntnis, dass Mitschnitte von Gesprächen mit Assistenten wie Alexa und Siri auch von Mitarbeitern gehört werden können, löste 2019 viel Kritik aus. Anbieter fragen die Nutzer inzwischen um Erlaubnis. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Eisrettungsübung Sonneberg Sonneberg

Eisrettung Feuerwehr Sonneberg | 24.01.2020 Sonneberg
» 18 Bilder ansehen

Gefahrguteinsatz Polizei Meiningen Meiningen

Verdächtiges Päckchen Meiningen | 27.01.2020 Meiningen
» 27 Bilder ansehen

Prinzenkürung Geisa

Prinzenkürung Geisa |
» 35 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 10. 2018
10:54 Uhr



^