Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Computer

Trotz Kosten: IT-Firmen setzen auf deutsche Rechenzentren

Im Zuge der NSA-Affäre standen deutsche Datenspeicher bei hiesigen Firmen hoch im Kurs. SAP hat deshalb am Stammsitz Walldorf Millionen investiert. Dabei stellen die Bedingungen hierzulande die Betreiber solcher Serverfarmen vor große Herausforderungen.



SAP-Rechenzentrum
Server im SAP-Rechenzentrum in Walldorf.   Foto: Uli Deck

Deutsche Firmen haben auch vier Jahre nach der NSA-Affäre noch Vorbehalte gegen die Datenlagerung im Ausland.

«Speziell in Deutschland ist Nähe für die Kunden durchaus ein Entscheidungskriterium für ein Rechenzentrum», sagte Jürgen Burkhardt, Leiter der SAP-Rechenzentren weltweit, der Deutschen Presse-Agentur. Nahezu alle Daten von deutschen SAP-Kunden lagerten auch hier in Deutschland.

Im Zuge der Affäre um Ausspähung von Daten durch den US-Geheimdienst NSA vor einigen Jahren waren Firmen beim Auslagern ihrer Daten vorsichtig geworden - insbesondere wenn es US-Firmen ging. Trotz der in Deutschland vergleichsweise hohen Stromkosten kommen die IT-Firmen deshalb nicht umhin, hierzulande Rechenzentren zu betreiben. Das gilt für den Internetkonzern 1&1 mit seinem Rechenzentrum in Karlsruhe ebenso wie für die Telekom: In Biere bei Magdeburg hat die Deutsche Telekom erst jüngst ihr Rechenzentrum für Geschäftskunden erweitert.

Insbesondere der deutsche Mittelstand lege Wert darauf zu wissen, wo seine Daten lagern. Kleinere Firmen haben nach einer Erhebung des IT-Verbands Bitkom aus diesem Jahr immer noch Vorbehalte, Software oder Kundendaten auf die Server von IT-Firmen auszulagern. Unter den Nichtnutzern von Cloud-Diensten ist das Thema Datensicherheit der größte Hemmschuh. Mittelständler ließen sich bei Führungen schon mal ganz genau zeigen, wie die Rechenzentren aussehen, so Burkhardt: «Oft kommt bei Besuchen die Frage "Ist das mein Server?"»

Der Softwarekonzern hat deshalb gerade erst ein neues Rechenzentrum an seinem Stammsitz im baden-württembergischen Walldorf gebaut. Mehr als 60 Millionen Euro hat SAP für die erste Bauphase ausgegeben. Wenn der zweite Teil abgeschlossen ist, soll es Platz für 29 Millionen Gigabyte haben. Zum Vergleich: Das neue iPhone verfügt in seiner Top-Ausstattung über 512 Gigabyte Speicher.

Und diese Datenspeicher brauchen Strom: Das neue Rechenzentrum etwa wird bei voller Auslastung 50 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr fressen - soviel wie über 15 000 Haushalte. Die weltweit 39 Rechenzentren von SAP verbrauchen mit 750 Millionen Kilowattstunden soviel wie eine größere Stadt.

Kosten, die SAP nach eigenen Angaben nicht an die Kunden weitergeben kann. Und auch die Leitungen seien zumindest am Stammsitz Walldorf ausgereizt. Die Versorger könnten keine weiteren Kapazitäten bereitstellen, um weitere Serverfarmen zu betreiben. «Hier in Walldorf ist jetzt Schluss», so Burkhardt.

Auch deshalb sieht sich SAP gerade nach Standorten für Rechenzentren in Dänemark um. «Die nordischen Länder sind mit Blick auf den Strompreis besonders interessant», so Burkhardt. «Der Strompreis in Deutschland ist schon ein Problem.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 09. 2018
11:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Presseagentur Deutsche Telekom AG Gigabyte IT-Unternehmen NSA-Skandal National Security Agency Rechenzentren SAP AG Server Strompreise US-Geheimdienste
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Facebook-App

15.09.2020

Facebook richtet Informations-Bereich zum Klimawandel ein

Schon in wenigen Monaten will Facebook komplett CO32-neutral sein. Für Nutzer richtet die Plattform gebündelt verlässliche Informationen über den aktuellen Forschungsstand zum Klimawandel bereit. » mehr

Microsoft-Zentrale in München

15.01.2020

Microsoft schließt Windows-Schwachstelle nach NSA-Hinweis

Geheimdienste wie die amerikanische NSA melden entdeckte IT-Sicherheitslücken nicht immer an die Hersteller, sondern nutzen sie mitunter heimlich aus. Bei einer gravierenden Verschlüsselungs- Schwachstelle in Windows wur... » mehr

Rohre für Glasfaserkabel

01.09.2020

Verband: Glasfaser-Ausbau in Deutschland kommt gut voran

Deutschland hinkt beim Glasfaserausbau seit Jahren hinterher, superschnelles Internet ist in vielen Haushalten nicht verfügbar. Doch der Bundesverband Breitbandkommunikation verkündet nun gute Nachrichten - und spricht v... » mehr

Telekom und SAP sollen EU-Corona-Warn-Plattform bauen

31.07.2020

Deutsche Telekom und SAP bauen EU-Corona-Warn-Plattform

Corona-Warn-Apps sollen in Europa künftig auch über nationale Grenzen hinweg funktionieren. Die Deutsche Telekom und SAP sollen dafür eine Plattform bauen. » mehr

Corona-Warn-App

11.09.2020

Corona-App: Fehler in iOS kann Risikobewertung verfälschen

Für die Corona-Warn-App hatte Apple eigens die technische Schnittstelle deutlich verbessert. Bei einigen Nutzern kommt es bei der neusten iOS-Version seither zu irreführenden Angaben. » mehr

Die Corona-Warn-App auf einem Smartphone

04.09.2020

Corona-Warn-App behebt Fehler bei Hintergrund-Aktualisierung

Die offizielle Corona-Warn-App ist eigentlich eine Erfolgsgeschichte. Allerdings müssen sich die Anwender auch immer wieder mit kryptischen Fehlermeldungen herumschlagen. Ein Update soll nun einige «Bugs» beseitigen und ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Mopedunfall Steinheid

Mopedunfall Steinheid |
» 4 Bilder ansehen

Schwerer Unfall Effelder Effelder

Unfall Effelder | 13.09.2020 Effelder
» 12 Bilder ansehen

Kürbiswiegen Fambach

Kürbiswiegen Breitungen | 12.09.2020 Fambach
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 09. 2018
11:48 Uhr



^