Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Wolfgang Schäuble: Mehr gegen Antisemitismus tun

75 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus ist das Thema Antisemitismus so aktuell wie lange nicht. Israels Präsident Rivlin kommt nach Berlin, um hier der Millionen Opfer zu gedenken.



Bundestagspräsident Schäuble
Wolfgang Schäuble: "Mit Gewalt gegen eine Minderheit fängt es immer an, aus Hassparolen werden Taten".   Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Bürger in Deutschland aufgefordert, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit stärker entgegenzutreten: «Wir müssen uns mit aller Entschiedenheit der Verharmlosung der Geschichte, Hassparolen und der Ausgrenzung von Minderheiten entgegenstellen.»

«Denn mit Gewalt gegen eine Minderheit fängt es immer an, aus Hassparolen werden Taten», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und der französischen Zeitung «Ouest-France». «Unser Grundgesetz sagt es ganz klar: «Die Würde des Menschen ist unantastbar.» Für diesen Satz müssen wir jeden Tag eintreten, nicht nur bei Gedenkveranstaltungen.»

Schäuble äußerte sich anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des deutschen Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee. An der dortigen Gedenkfeier hatten am Montag auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Israels Staatspräsident Reuven Rivlin teilgenommen. Gemeinsam flogen sie anschließend nach Berlin. Rivlin beginnt dort heute offiziell einen Besuch. Er kommt dann erneut mit Steinmeier sowie mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Steinmeier und Rivlin wollen gemeinsam mit Schülern des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn diskutieren. Am Mittwoch wollen sie im Bundestag bei einer Sonderveranstaltung aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus eine Rede halten.

Am 27. Januar 1945 hatten Einheiten der sowjetischen Roten Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager im von der Wehrmacht besetzten Polen erreicht und mehr als 7000 überlebende Häftlinge befreit.

Mehrere Politiker sprachen sich dafür aus, den 8. Mai als Tag der deutschen Kapitulation 1945 und der Befreiung vom Nationalsozialismus zu einem bundesweiten gesetzlichen Feiertag zu erklären. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: «Der 8. Mai als Feiertag mahnt uns, die deutschen Verbrechen nicht zu relativieren - und wäre ein bleibender «Pflock» in der deutschen Erinnerungskultur.» Auch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch plädierte dafür. Die Linken-Parteivorsitzende Katja Kipping sagte dem RND: «Ob der Tag zum ausgelassenen Feiern, zum stillen Gedenken oder zum Besuch einer Gedenkstätte genutzt wird, hängt dann von jedes einzelnen Familiengeschichte und den jeweiligen persönlichen Verbindungen zu diesem Tag ab.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 01. 2020
05:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Annegret Kramp-Karrenbauer Antisemitismus Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundestagspräsidenten Deutscher Bundestag Dietmar Bartsch Frank-Walter Steinmeier Katja Kipping Katrin Göring-Eckardt Konzentrationslager Linksfraktionschefs Moses Mendelssohn Nationalsozialismus Politiker der CDU Reuven Rivlin Rote Armee Wehrmacht Wolfgang Schäuble
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Rede von Rivlin

29.01.2020

Rivlin bei Gedenken im Bundestag

Jedes Jahr erinnert der Bundestag an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Diesmal fällt die Gedenkstunde etwas anders aus als üblich. Und das liegt nicht nur daran, dass erstmals beide Staatschefs Deutschlands un... » mehr

Namenshalle in Yad Vashem

23.01.2020

«Es ist dasselbe Böse» - Steinmeiers Mahnung in Yad Vashem

Die Weltgemeinschaft gedenkt der Befreiung des KZ Auschwitz vor 75 Jahren. Rund 50 Staats- und Regierungschefs sind dazu nach Yad Vashem gekommen. Erstmals darf dort das Staatsoberhaupt aus dem Land der Täter sprechen. S... » mehr

Paul Ziemiak

22.02.2020

Gegenwind aus Berlin für CDU-Kooperation mit Linken

Von «historischer Dummheit» bis «historischer Kompromiss» reichen die Reaktionen auf Vereinbarungen der CDU mit Linken, SPD und Grünen in Thüringen. Die Bundes-CDU sendet ein deutliches Stoppsignal. Keine Stimmen für Ram... » mehr

Auschwitz

26.01.2020

Mehrheit für Pflichtbesuche von Schülern in KZ-Gedenkstätten

Wird die Erinnerung an den Holocaust verblassen, wenn die letzten Zeitzeugen verstorben sind? 75 Jahre nach der Befreiung des KZs Auschwitz mehren sich die Forderungen gegenzusteuern - gerade vor dem Hintergrund eines wa... » mehr

Auschwitz

22.01.2020

Steinmeier: Verpflichtet zum Eintreten gegen Antisemitismus

Staatsgäste aus fast 50 Ländern erinnern in Yad Vashem an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren - es soll das größte Staatsereignis in Israels Geschichte werden. Als erster deutscher Präsident wird Steinmeier dabei e... » mehr

Frank-Walter Steinmeier

03.10.2019

Merkel fordert Bekenntnis zur Eigenverantwortung

Im Westen hätten die meisten Menschen die Wiedervereinigung als Zuschauer erlebt, sagt die Kanzlerin am Tag der Einheit. Den Osten habe dagegen «die Wucht der Einigung» getroffen. Eine Mahnung hat sie jedoch für alle Deu... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall auf der A73 zwischen Schleusingen und Eisfeld

Unfall zwischen Schleusingen und Eisfeld |
» 10 Bilder ansehen

Politischer Aschermittwoch Suhl Suhl

Politischer Aschermittwoch in Suhl | 25.02.2020 Suhl
» 65 Bilder ansehen

Faschingsumzug Sonneberg

Faschingsumzug in Sonneberg |
» 29 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 01. 2020
05:14 Uhr



^