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Weltgrößtes Meeresschutzgebiet am Südpol gescheitert

Der Plan der Europäer: ein riesiges Meeresschutzgebiet am Südpol, fünf Mal so groß wie Deutschland. Doch die Idee wird blockiert - vor allem von China und Russland. Nächstes Jahr soll es einen neuen Anlauf geben.



Kaiserpinguine
Im Weddell-Meer - benannt nach einem britischen Seefahrer aus dem 19. Jahrhundert, James Weddell - leben allein mehr als 300 000 Kaiserpinguine.   Foto: AWI/Görler/Alfred-wegener-institut » zu den Bildern

Traurige Zeiten für Pinguine, Seeelefanten und andere Tiere in eisigen Gewässern: Die Pläne für ein neues riesiges Schutzgebiet im Südpolarmeer sind vorerst gescheitert.

Bei einer internationalen Konferenz in der australischen Stadt Hobart gelang es nicht, das sogenannte Weddell-Meer nördlich der Antarktis unter besonderen Schutz zu stellen.

Dabei ging es um ein Gebiet von mehr als 1,8 Millionen Quadratkilometern - fünf Mal so groß wie Deutschland. Dies wäre das größte Meeresschutzgebiet der Welt. Nach Angaben von Teilnehmern wurden die Pläne insbesondere von Russland und China blockiert. Auch von Norwegen kam Widerstand.

Die Initiative war von der EU eingebracht worden. Unterstützt wurde sie von Umweltschützern aus aller Welt. Für einen Beschluss hätten jedoch alle zustimmen müssen. Nach zweiwöchigen Beratungen in Hobart, der Hauptstadt der Insel Tasmanien, war am Freitag jedoch klar, dass vorerst daraus nichts wird.

Im nächsten Jahr soll nun ein neuer Anlauf gemacht werden. Zuständig für solche Dinge ist die internationale Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR), in der mehr als Dutzend Staaten vertreten sind.

Im Weddell-Meer - benannt nach einem britischen Seefahrer aus dem 19. Jahrhundert, James Weddell - leben allein mehr als 300.000 Kaiserpinguine. Zudem sind dort zwölf verschiedene Walarten sowie zahlreiche Robbenarten und Seevögel zuhause. Auch auf dem Meeresboden leben viele Tierarten, die es sonst nirgendwo gibt.

Bislang blieb das Weddell-Meer von Fischerei weitgehend verschont - auch, weil große Teile ständig von Eis bedeckt sind. Wegen des Klimawandels wird jedoch erwartet, dass Fangflotten auf der Jagd nach Krill und Seehecht bald auch dorthin kommen. In den Gebieten weiter nördlich werden jährlich Hunderttausende Tonnen Krill gefischt.

«Eine große Chance für den Schutz der Meeressäuger und Seevögel ist vertan», sagte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Eine Entscheidung über ein Schutzgebiet dieser Größe zum jetzigem Zeitpunkt wäre ein unschätzbarer Wert für das Ökosystem gewesen. Ihr Ressort habe sich in der EU, bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen und in bilateralen Gesprächen mit Russland und Norwegen dafür eingesetzt. «Auch wenn die Pläne zu diesem Zeitpunkt keinen Erfolg gehabt haben, werden wir dieses wichtige Anliegen weiter verfolgen», sagte sie.

Umweltschützer reagierten mit «gewaltiger Enttäuschung» auf die Entscheidung in Hobart. Greenpeace erklärte, die Kommission habe eine große Chance verpasst. «Ohne ausgedehnte Schutzgebiete sind die Meere den Bedrohungen wie Erderhitzung, Plastikmüll und Überfischung nicht gewachsen.» Der World Wildlife Fund (WWF) meinte: «Wir laufen Gefahr, eine der letzten unberührten Regionen des Ozeans zu verlieren.»

«Wir werden nicht aufgeben, dafür ist das Anliegen zu wichtig», sagte Stefan Hain, der als Meeresbiologe am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut den Antrag mit ausgearbeitet hat. Bis zur nächsten Entscheidung müsse auf politischer Ebene versucht werden, Russland und China zum Umlenken zu bewegen. «Dort fehlt der politische Wille. Im Moment überwiegen deren kommerziellen Interessen, sie haben großes Interesse an Fischerei in dem Gebiet», betonte Hain.

Das Weddell-Meer ist das größte der rund 14 Randmeere des Südlichen Ozeans am antarktischen Kontinent. Die Antarktis ist internationales Gebiet. Zahlreiche Länder unterhalten dort einige Dutzend Forschungsstationen. In einem Vertrag von 1959 ist bestimmt, dass das Gebiet nur zu friedlichen Zwecken genutzt werden darf. Seit vergangenem Jahr gibt es dort bereits ein Schutzgebiet, das Rossmeer (Ross Sea), das etwa viermal so groß wie Deutschland ist.

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 11. 2018
16:54 Uhr

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02. 11. 2018
16:54 Uhr



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