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Waldbrände: Kalifornien zittert vor starken Winden

Das «Inferno» in Kalifornien wütet weiter: In mehreren Gebieten fressen sich die Flammen durch die Wälder, vertreiben Tausende aus ihren Häusern. Das Schlimmste jedoch könnte noch kommen.



Hubschraubereinsatz
Ein Hubschrauber ist bei einem Waldbrand im Einsatz.   Foto: Noah Berger/AP/dpa » zu den Bildern

Das von Waldbränden geplagte Kalifornien fürchtet angesichts neuer Winde eine Ausbreitung der Infernos.

Es bestehe «extremes Feuerrisiko» wegen bevorstehender Stürme, warnte der US-Wetterdienst für diesen Mittwoch. Es könnten Windgeschwindigkeiten wie bei kleinen Hurrikans erreicht werden, die bereits bestehende Feuer neu anfachen und weitere auslösen könnten. Bei starker Trockenheit seien in den Bezirken Los Angeles und Ventura Böen von bis zu 130 Stundenkilometern zu erwarten.

Heftiger Wind könnte Medienberichten zufolge auch für drei Todesfälle in Kalifornien verantwortlich sein. Im Madera-County sei ein Ehepaar in seinem Geländewagen von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, hieß es. Die Opfer seien am späten Montagabend entdeckt worden. Bereits am Sonntag war eine 55-Jährige südlich von San Francisco durch einen umfallenden Baum getötet worden.

Die Waldbrände in dem Westküstenstaat, in dem der Notstand ausgerufen wurde, haben bereits Zehntausende Menschen aus ihren Häusern vertrieben, Dutzende Gebäude zerstört und mehr als eine Million Menschen wegen vorsorglicher Stromabschaltungen im Dunkeln sitzen lassen. Mit den gezielten «Blackouts» soll verhindert werden, dass durch den Wind beschädigte Leitungen Funken schlagen und dadurch - wie schon mehrfach geschehen - Brände auslösen. Dies hatte auch Kritik an den Stromversorgern laut werden lassen.

Auch ein Feuer im Nordwesten von Los Angeles, das Tausende Anwohner in die Flucht schlug, war nach Angaben der Behörden durch Funken von einer Stromleitung ausgelöst worden. Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, gab am Dienstagabend die wahrscheinliche Ursache für das sogenannte «Getty»-Feuer bekannt. Demnach hatten starke Winde einen Ast von einem Baum abgebrochen, der eine Stromleitung traf. Funken sollen dann trockenes Gebüsch in Flammen gesetzt haben.

Das in der Nacht zum Montag ausgebrochene Feuer nahe dem weltberühmten Getty-Kunstmuseum hatte schnell um sich gegriffen. Es bedrohte zeitweise rund 10.000 Gebäude, von denen aber nur zwölf niederbrannten. Tausende Menschen mussten ihr Zuhause räumen, darunter auch der Schauspieler und Ex-Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger.

Auch Basketball-Superstar LeBron James (34) musste sich kurzfristig eine neue Bleibe suchen. Er schickte den Ersthelfern in Los Angeles einen «Foodtruck» zur Versorgung mit Tacos, wie das Promi-Portal «TMZ.com» berichtete. US-Wrestler und Schauspieler John Cena (42, «Bumblebee») spendete 500.000 US-Dollar (umgerechnet rund 450.000 Euro) an Feuerwehr-Stiftungen in Los Angeles.

Garcetti warnte, Anwohner müssten sich auf «die schlimmsten Winde des Jahres» gefasst machen. «Dies ist ein furchtbar gefährlicher Moment», sagte er. Die Feuerwehr habe wegen der sogenannten Santa-Ana-Winde an wichtigen Orten bereits Personal in Stellung gebracht, um mögliche Feuer schnell unter Kontrolle zu bringen, sagte er. «Wir sind bereit, an mehr als einer Front zu kämpfen.» Das Getty-Museum wurde nicht geräumt. Das Gebäude sei besonders brandgeschützt und alle Kunstwerke seien dort sicher, erklärte das Museum. Es bleibe aber bis auf weiteres geschlossen, hieß es in Medienberichten.

Bei der Bekämpfung des größten Brandes in Kalifornien, des sogenannten «Kincade»-Feuers im Weinbaugebiet Sonoma County nördlich von San Francisco, waren unterdessen gut 4000 Feuerwehrleute im Einsatz, wie die Behörden mitteilten. Löschfahrzeuge und Feuerwehrleute aus zwölf US-Bundesstaaten seien den örtlichen Einsatzkräften zur Hilfe geeilt, erklärte Gouverneur Gavin Newsom.

Die Flammen wüten dort seit vergangenem Mittwoch und breiteten sich nach Behördenangaben auf einer Fläche von mehr als 300 Quadratkilometern aus - das entspricht etwa der Fläche der Stadt München. Der Brand ist bislang nur zu 15 Prozent unter Kontrolle. Medien sprachen von einem «Inferno».

Das sogenannte «Tick»-Feuer nahe Santa Clarita nördlich von Los Angeles konnte nach Angaben der Brandschutzbehörde jedoch zu 90 Prozent eingedämmt werden - doch auch dort herrschte die Furcht vor einem neuen Ausbruch durch Winde.

Brände sind im Herbst in Kalifornien nichts Unübliches, weil die Santa-Ana-Winde besonders stark wehen. Hinzu kommen die lange Trockenheit und hohe Temperaturen - ein Mix, der das Ausbreiten von Flammen begünstigt. Vor fast einem Jahr, am 8. November 2018, hatte das verheerende «Camp»-Feuer den Ort Paradise nördlich von San Francisco fast völlig zerstört. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos. Es war das Feuer mit den meisten Opfern in der Geschichte des Bundesstaates.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 10. 2019
16:10 Uhr

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30. 10. 2019
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