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Von null bis 630 Euro: Große Spannbreite bei Kita-Gebühren

Da lohnt sich fast ein Umzug: Je nach Wohnort zahlen Eltern ganz unterschiedlich hohe Kitagebühren. Doch günstige Kita bedeutet nicht automatisch gute Kita.



Erzieherin
Kindergarten in Baden-Württemberg: Je nach Wohnort müssen Eltern jeden Monat mehrere hundert Euro mehr für die Kita-Betreuung ihrer Kinder zahlen.   Foto: Jan-Philipp Strobel

Der eine zahlt hunderte Euro, der andere überhaupt nichts: In Deutschland entscheidet der Wohnort, wie tief Eltern für die Kita-Betreuung ihrer Kinder in die Tasche greifen müssen. Die Spannbreite der Gebühren liegt nach einer neuen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln bei mehreren Hundert Euro.

In der Regel werden die Elternbeiträge für die Kitas von den Kommunen festgelegt. Meist sind sie nach Alter des Kindes, Betreuungszeit und Jahreseinkommen der Eltern berechnet - mit dem sogenannten Gute-Kita-Gesetz ist eine solche Staffelung künftig vorgeschrieben.

Am wenigsten zahlen Eltern laut IW-Studie in Berlin: Hier ist die Kita-Betreuung seit diesem Sommer generell kostenlos - unabhängig davon, wie viel die Eltern verdienen und wie lange das Kind am Tag in die Kita geht. Ab dem zweiten Geburtstag gilt das auch in allen rheinland-pfälzischen Städten. In Hamburg ist zumindest eine Betreuung von fünf Stunden am Tag kostenlos.

Andere Orte wie Düsseldorf, Hannover, Münster, Kiel oder Erfurt nehmen bei einem geringen Einkommen von 30.000 Euro noch keine Beiträge, sondern setzen erst später an. Wieder anderswo sind zumindest die letzten Kitajahre vor der Einschulung kostenlos.

Am meisten zahlen den Daten zufolge Duisburger Eltern, wenn sie im Jahr mehr als 90.000 Euro verdienen und ihr 18 Monate altes Kind jeden Tag 9 Stunden betreuen lassen. In diesem Fall schlagen laut IW-Studie 630 Euro zu Buche. Familien mit einem mittleren Einkommen von 50.000 Euro zahlen bei einer Betreuungzeit von 25 oder 35 Stunden in Köln am meisten. Bei einer Betreuungszeit von 45 Wochenstunden bittet Saarbrücken sie am stärksten zur Kasse.

Das Institut hat die Gebührenordnungen der städtischen Kitas in allen Orten mit mehr als 250.000 Einwohnern und den kleineren Landeshauptstädten ausgewertet. Dabei wurden Familien mit unterschiedlichen Einkommen, Kinder unterschiedlichen Alters und unterschiedliche Betreuungsumfänge betrachtet. Generell gilt: Je jünger die Kinder, je wohlhabender die Eltern und je länger die Betreuungszeit, desto höher die Gebühren.

Nicht berücksichtigt ist allerdings die Qualität der Kita-Betreuung, also zum Beispiel um wie viele Kinder sich eine einzelne Erzieherin kümmern muss. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge sind die Unterschiede hier groß: In westdeutschen Krippengruppen betreut eine Fachkraft im Schnitt 3,6 Kinder, in ostdeutschen 6 Kinder. Außerdem gelten die städtischen Gebührenordnungen nicht in allen Bundesländern auch für Kitas in freier Trägerschaft, die bundesweit rund zwei Drittel der Einrichtungen ausmachen.

Die Studienautoren gehen davon aus, dass Eltern mit mittlerem Gehalt oft ein Zehntel ihres Nettoeinkommens für die Kita ausgeben müssen. Auf manche Familie könne das abschreckend wirken, so dass sie ihre Kinder erst relativ spät in den Kindergarten schickten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
31. 12. 2018
18:17 Uhr

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