Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Videoüberwachung und Ausweispflicht: Ein Freibad rüstet auf

Nach wiederholten Tumulten im Düsseldorfer Rheinbad greift die Stadt durch: Es wird neben einer Ausweispflicht auch Videoüberwachung und Unterstützung durch das Ordnungsamt geben. Die beiden Männer, gegen die bisher ermittelt wird, haben jeweils einen deutschen Pass.



Rheinbad Düsseldorf
Eingangsbereich des Rheinbades: Nach einer erneuten Räumung wegen Randale führt das Schwimmbad nun eine Ausweispflicht für Besucher ein.   Foto: Oliver Berg

Außer ihrer Badehose oder dem Bikini werden die Gäste im Düsseldorfer Rheinbad in den kommenden Tagen auch ein farbiges, wasserfestes Armband tragen. 

Das soll - zusammen mit einer Ausweispflicht sowie Videoüberwachung und Verstärkung des Sicherheitspersonals durch das Ordnungsamt - Szenen wie vom vergangenen Freitag verhindern: Jugendliche hatten laut Polizei Sprungbrett und Rutsche besetzt, am Ende wurde das Bad zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen geräumt. Ein Freibad als Hochsicherheitstrakt? Fakt ist: Die Gäste sollen wieder sorglos ihren Sommertag im Rheinbad verbringen.

Was da genau am Freitag im Rheinbad passierte, stellt sich nach einer Pressekonferenz im Düsseldorfer Rathaus komplexer dar als anfangs gedacht. Zunächst hatte die Polizei am Wochenende gesagt, dass «augenscheinlich» eine Gruppe von «50 bis 60 Jugendlichen und jungen Männern mit Migrationshintergrund nordafrikanischen Typus» für Tumult gesorgt hätte.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel beschrieb es Montagfrüh im ZDF-«Morgenmagazin» ähnlich und sprach sogar von «ausländerrechtlichen Konsequenzen» über die die zuständigen Behörden zu entscheiden hätten. Stunden später relativierte Geisel seine Aussagen: Im Bad habe es «keine marodierenden Jugendbanden» gegeben. Dies habe sich nach einer Sichtung von Bildmaterial ergeben. Die Personen hätten sich auch nicht als Gruppe abgesprochen: «Das ist nicht der Eindruck, der sich aus den Bildern ergibt.»

Bädergesellschafts-Chef Roland Kettler sprach eher von einem «Katz-und-Maus-Spiel». Aus einer anfangs kleineren Gruppe - so die spätere Darstellung im Rathaus - sei zur Räumung hin eine größere geworden. Tatsächlich gab es am Ende aber nur zwei Anzeigen. Eine wurde gegen einen 16-Jährigen gefertigt, der eine Bademeisterin bedroht und beleidigt haben soll. Der Jugendliche wurde nach Angaben der Polizei in Deutschland geboren und hat nigerianischen Migrationshintergrund.

Der zweite Mann, gegen den ermittelt wird, hatte laut Polizei mit dem Tumult selbst gar nichts zu tun. Der 27-jährige Deutsche habe eine Polizistin beleidigt, als er das Bad verlassen sollte. Weitere Ermittlungsverfahren gab es nach dem Vorfall laut Polizei nicht - andere Personalien wurden nicht aufgenommen.

Auch, um leichter an Personenangaben zu kommen, gilt bereits seit Sonntag Ausweispflicht. An der Kasse muss man seinen Personalausweis zeigen. Ab sofort bekommt man bei Eintritt auch ein Armbändchen. Jeden Tag in einer anderen Farbe. So solle verhindert werden, dass sich Unbefugte ins Bad schleichen - indem sie zum Beispiel über den Zaun klettern, erklärten die Verantwortlichen. Die Aufnahmen der Videoüberwachung sollen 72 Stunden gespeichert werden. Zudem soll das Ordnungsamt die bereits angeheuerte Security-Firma unterstützen. Geisel sagte im ZDF-«Morgenmagazin», die Behörde werde «robust» auftreten.

«Wir wollen, dass sich das subjektive Gefühl der Sicherheit erhöht und objektiv dafür sorgen, dass Menschen, die sich nicht an die Baderegeln halten, abgeschreckt werden», sagte Geisel bei der Pressekonferenz.

Die angekündigten Maßnahmen sollen bis zum Ende der Freibad-Saison im September gelten. Anschließend sind Gespräche geplant, ob und wie der Freibadbesuch beziehungsweise die Tickets digitalisiert und personalisiert werden können. Es sei «ziemlich sicher», so Stadtdirektor Hintzsche, «dass wir 2020 anders starten werden als heute».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 07. 2019
18:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Badehosen Bikinis Bundesministerium des Innern Bundespolizei Geiseln Hochsicherheitstrakte Jugendbanden Kinder und Jugendliche Ordnungsämter Polizei Polizistinnen und Polizisten SPD Stadtdirektoren und Oberstadtdirektoren Video-Überwachung ZDF
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Bahnhof

12.09.2019

Mehr Videoüberwachung und Gesichtserkennung an Bahnhöfen

Der tödliche Angriff auf ein Kind am Frankfurter Hauptbahnhof im Juli hat Schrecken ausgelöst. Die Politik versprach zu handeln. Nun gibt es konkrete Ankündigungen. » mehr

Schüsse in Landsberg

09.10.2019

Rechtsextremist wollte Massaker in Halle anrichten

Die jüdische Gemeinde in Halle entgeht nur knapp einer Katastrophe. Ein Attentäter will das Gotteshaus stürmen, scheitert aber. Dann erschießt er zwei Menschen vor der Synagoge und in einem Döner-Laden. Es soll ein 27-jä... » mehr

Synagogentür von Halle

18.10.2019

Bundesländer wollen jüdische Einrichtungen besser schützen

«Ihr könnt uns nicht schützen», dieser Zuruf eines Bürgers nach dem Terroranschlag in Halle habe ihn betroffen gemacht, sagt Seehofer. Ihm sei es wichtig, dass auf die vielen Worte jetzt Taten folgten. » mehr

Andreas Geisel

14.08.2019

Jüdischer Mann in Berlin attackiert

Wieder soll es in Berlin eine antisemitische Attacke gegeben haben. Innensenator Geisel plant einen Antisemitismus-Beauftragten - und einen Runden Tisch. » mehr

Trauer am Frankfurter Hauptbahnhof

01.08.2019

Nach Gleis-Attacke Debatte über Sicherheit an Bahnhöfen

Nach der tödlichen Attacke in Frankfurt debattieren die Parteien über Sicherheit an deutschen Bahnhöfen und Sicherheitspolitik im Allgemeinen. Streitpunkte sind die Personalsituation bei der Polizei - und der Ruf nach me... » mehr

Gesperrte Bahnsteige

11.09.2019

Maßnahmen für mehr Sicherheit an Bahnhöfen beschlossen

Der Fall hat schockiert: Ein Mann stößt einen Jungen vor einen Zug, der Achtjährige stirbt. Die Politik kündigte Konsequenzen an. Erste Beschlüsse stehen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Baumesse Suhl

Baumesse Suhl | 19.10.2019 Suhl
» 18 Bilder ansehen

Gegenveranstaltungen Ilmenau Ilmenau

Protest Ilmenau | 20.10.2019 Ilmenau
» 9 Bilder ansehen

Einsatzübung Hildburghausen Hildburghausen

Einsatzübung Helios Hildburghausen | 18.10.2019 Hildburghausen
» 14 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 07. 2019
18:04 Uhr



^