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Verteidiger von «El Chapo» fordern Freispruch

«El Chapo» galt lange als mächtigster Drogenbaron der Welt. «Alles Lüge», sagt nun die Verteidigung des Mexikaners - die Anklage fordert hingegen einen umfassenden Schuldspruch. In dem spektakulären Prozess in New York haben von Montag an die Geschworenen das Wort.



Prozess gegen «El Chapo»
Gerichtszeichnung vom Prozess in New York. Die ursprünglich 17 Anklagepunkte sind im Prozess auf zehn verringert worden.   Foto: Elizabeth Williams/FR142054 AP

In dem Prozess gegen den ehemaligen mexikanischen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán in New York haben seine Verteidiger Freispruch gefordert. «Sie müssen dem Mythos von «El Chapo» nicht nachgeben», sagte Star-Anwalt Jeffrey Lichtman in seinem Schlussplädoyer an die Adresse der zwölf Geschworenen.

Die Staatsanwaltschaft fordert indes eine Verurteilung des 61-Jährigen in allen Anklagepunkten. Die Jury soll von Montag an über Schuld oder Unschuld Guzmáns beraten. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Die Beweisführung der Anklage stufte Lichtman als «reihenweise Lügen» ein. 14 Zeugen, darunter ehemalige Mitarbeiter Guzmáns, hätten eigene Haftstrafen mit erfundenen Aussagen gegen den früheren Drogenbaron verringern wollen. «Diese Regierung (der USA) hat ihnen die Welt geboten, und dann haben sie gelogen wie gedruckt», sagte Lichtman. Der wahre Chef des Sinaloa-Kartells sei Ismael «El Mayo» Zambada.

Zambada und Guzmán hatten das Kartell nach Erkenntnissen der Polizei zeitweise gemeinsam geleitet. Guzmán, wegen seiner Statur von etwas mehr als 1,60 Metern «El Chapo» (Der Kurze) genannt, war im Januar 2016 in Mexiko verhaftet und Anfang 2017 an die USA ausgeliefert worden.

Die US-Regierung wirft ihm vor, für den Tod Tausender Menschen und den Schmuggel von mehreren tausend Tonnen Drogen in die USA verantwortlich zu sein. Die Todesstrafe muss er im Falle einer Verurteilung nicht fürchten, denn diese ist nach einer Absprache zwischen Mexiko und den USA für ihn ausgeschlossen.

Richter Brian Cogan musste Lichtman zeitweise in die Schranken weisen. «Es gibt in diesem Fall keine Beweise, dass die Regierung aus einem falschen Motiv handelte», stellte er klar. Lichtman hatte argumentiert, die Staatsanwaltschaft habe es auf Guzmán abgesehen und wolle ihn in dem Drogenkrieg um jeden Preis hinter Gitter bringen. «Der Zweck heiligt die Mittel nicht», sagte der Anwalt.

Staatsanwältin Andrea Goldbarg hatte dagegen am Mittwoch an die Geschworenen appelliert, Guzmán in allen Punkten schuldig zu sprechen: «Hier sitzt er. Lassen Sie nicht zu, dass er sich seiner Verantwortung entzieht. Machen Sie ihn für seine Verbrechen verantwortlich.» Die Anklage habe seit Prozessbeginn Mitte November «eine Flut von Beweisen» gegen den Angeklagten vorgelegt, ergänzte sie in ihrem Schlussplädoyer.

Die ursprünglich 17 Anklagepunkte sind im Prozess auf zehn verringert worden. Die Jury muss für jeden dieser Punkte einstimmig entscheiden, ob Guzmán schuldig ist oder nicht. Wann in dem Falle eines Schuldspruchs das Strafmaß verkündet wird, ist offen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 02. 2019
11:36 Uhr

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01. 02. 2019
11:36 Uhr



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