Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Versöhnliche Töne von Trump auf G7-Gipfel zu Iran

Differenzen mit US-Präsident Trump dominierten den Gipfel der sieben großen Industrienationen. Er gab sich am Montag aber ungewöhnlich nachsichtig. Gibt es Bewegung mit China? Oder in der Iran-Krise?



Treffen von Sarif und Macron
Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif (l) beim Treffen in Biarritz mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (r).   Foto: Uncredited/Twitter account of Javad Zarif/AP

Auf dem Gipfel der sieben großen Industrieländer (G7) gab es am Montag vorsichtige Entspannungssignale im Umgang mit dem Irankonflikt und dem Handelskrieg mit China.

Nach dem Wirbel um den heiklen Überraschungsbesuch des iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Vortag am Rande des Treffens der Staats- und Regierungschefs zeigte sich US-Präsident Donald Trump ganz entspannt. Auch im Handelskrieg mit China, der die Weltwirtschaft belastet und die G7-Partner besorgt, kündigte Trump an, dass beide Seiten «sehr bald» wieder neue Verhandlungen aufnehmen wollten.

In dem Tauziehen mit den Europäern um den richtigen Kurs gegenüber dem Iran wies Trump darauf hin, dass der gastgebende französische Präsident Emmanuel Macron den Besuch des iranischen Außenministers in dem französischen Badeort mit ihm abgesprochen habe. Macron habe ihn vorab gefragt und seine Zustimmung zu der Einladung zu dem Gipfel gehabt. Außer den USA und Frankreich gehören Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada und Italien zu der G7-Gruppe.

Der Gipfel geht an diesem Montag nach drei Tagen zu Ende. Nachdem es bereits um die Gleichstellung der Frauen, Hilfe für Afrika und den Kampf gegen die verheerenden Brände im Amazonasgebiet gegangen war, standen zum Abschluss noch der Klimaschutz und die Artenvielfalt auf dem Programm. Die G7-Gruppe plante zum ersten Mal in ihrer 44-jährigen Geschichte statt eines gemeinsamen Abschlusskommuniqués wie bei früheren Gipfeln nur Positionspapiere zu einzelnen Themen. Grund sind die Differenzen mit Trump.

In dem Wirbel um den iranischen Außenminister sagte Trump auf die Frage, ob er die Einladung als respektlos empfunden habe: «Nein, nein, nein.» Die USA sehen den Iran als Feind. Trump hatte Sarif Ende Juli auf die US-Sanktionsliste setzen lassen. Trump hatte das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt, weil es aus seiner Sicht nicht weitreichend genug ist. Die Europäer wollen hingegen an dem Vertrag festhalten.

Trump sagte, ein neues Abkommen müsse langfristiger angelegt sein und unter anderem auch ballistische Raketen umfassen. Trump stellte dem Iran - ähnlich wie bei seinen Gesprächen mit Nordkorea - im Fall von erfolgreichen Verhandlungen wirtschaftliche Entwicklung in Aussicht. «Sie müssen mit dem Terrorismus aufhören.»

In Teheran plädierte der iranische Präsident Hassan Ruhani für Diplomatie. «Wenn mir klar ist, dass ich mit einem Treffen die Probleme der Iraner lösen könnte, dann werde ich das definitiv tun», sagte Ruhani. Widerstand gegen die Weltmächte alleine bringe nichts, die Regierung sollte gleichzeitig für alle Probleme nach Lösungen suchen. «Dazu gehört nun mal auch Diplomatie, solange es den nationalen Interessen dient», sagte Ruhani.

Trump sagte aber, die Zeit sei noch nicht reif für direkte Gespräche mit dem Iran. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob er Teheran über Frankreich eine Botschaft habe zukommen lassen.

Kurz vor seinem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel in Biarritz kündigte Trump auch an, dass die USA und China in Kürze neue Verhandlungen in ihrem Handelskrieg aufnehmen. Die chinesischen Unterhändler hätten sein Team in Washington am Sonntag kontaktiert. Es gebe «sehr produktive» Gespräche. «Es ist das erste Mal, dass ich sehe, dass sie wirklich eine Vereinbarung schließen wollen», sagte Trump. «Ich denke, dass es ein sehr positiver Schritt ist.»

Der US-Präsident hatte Ende der Woche den Handelskrieg mit China noch einmal eskaliert, indem er die Strafzölle der USA auf Waren aus China weiter erhöht hatte. Die chinesische Seite sei sehr an einem Abkommen interessiert, sagte Trump. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sei ein «sehr großer Führer», sagte Trump. Xi verstehe, dass eine Vereinbarung gut für China, für die USA und die Welt sei.

«Wir werden sehen, was passiert», sagte Trump. «Aber ich glaube, wir werden eine Vereinbarung schließen.» Einen Termin nannte Trump nicht. «Wir sind bereit, sehr ernsthafte Gespräche aufzunehmen.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 08. 2019
12:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Außenminister Bundeskanzlerin Angela Merkel Donald Trump Emmanuel Macron G7-Staaten Handelskriege Industrieländer Iranische Außenminister Kanzler Mohammed Dschawad Sarif Personen aus dem Iran Präsidenten der USA Regierungschefs Staaten Weltwirtschaft Xi Jinping
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
US-Präsident Trump verschiebt G7-Gipfel

31.05.2020

Trump will G7-Gipfel auf September verschieben

Erst wollte US-Präsident Trump den als Videokonferenz angesetzten G7-Gipfel doch im Juni stattfinden lassen - nun rudert er zurück. Der Gipfel soll im Herbst stattfinden - und Kremlchef Putin soll daran teilnehmen. » mehr

Angela Merkel

16.04.2020

Nach Trump-Kritik: Merkel nimmt WHO in Schutz

Alle gegen Trump: Der US-Präsident hat mit seiner Kritik an der WHO alle verärgert, die mehr internationale Zusammenarbeit wollen. Das bekommt er nach Berliner Lesart auch bei einer G7-Konferenz zu spüren. Das Weiße Haus... » mehr

US-Präsident Trump verschiebt G7-Gipfel

31.05.2020

Trump will G7-Gipfel nun auf September schieben

Hin und Her um den G7-Gipfel: Erst wollte US-Präsident Trump das Treffen wegen der Corona-Krise per Video abhalten. Dann wollte er seine Amtskollegen doch für Juni einladen. Nun sollen sie im September kommen - mit einem... » mehr

G7-Gipfel in Frankreich

27.08.2019

G7-Gipfel: Bewegung im Iran-Konflikt und in Handelsfragen

Der G7-Gipfel in Biarritz endete mit seltener Einigkeit und einem Paukenschlag: US-Präsident Trump will sich möglicherweise mit Irans Präsident Ruhani treffen. Und auch mit Peking soll es neue Gespräche geben. » mehr

Trump bei Nato-Gipfel

23.06.2020

Trump wollte Nato angeblich mit Austritt der USA drohen

Die Trump-Regierung konnte die Veröffentlichung des Enthüllungsbuches von Ex-Sicherheitsberater Bolton nicht verhindern. Bolton berichtet darin auch von einem denkwürdigen Nato-Gipfel, von Trumps Kritik an Deutschland - ... » mehr

Emmanuel Macron

14.03.2020

Macron: Videoschalte wegen Coronavirus mit G7-Partnern

Frankreichs Präsident Macron hatte bereits angedeutet, dass es eine gemeinsame Initiative der großen Industrienationen gegen die Coronakrise geben soll. Nun ist eine Videokonferenz geplant. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Dachstuhl geht in Flammen auf

Dachstuhlbrand in Sonneberg |
» 29 Bilder ansehen

Unwetter Meiningen 11.08.20 Meiningen

Starkregen in Meiningen | 11.08.2020 Meiningen
» 4 Bilder ansehen

Lkw mit Gülle an Bord kippt um Meiningen

Mit Gülle beladener Lkw kippt um | 11.08.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 08. 2019
12:08 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.