Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Brennpunkte

Verdacht auf Spionage: Bundeswehrberater festgenommen

Ein iranischer Maulwurf im deutschen Militär? Der Generalbundesanwalt hat im Rheinland einen Deutsch-Afghanen unter Spionageverdacht festnehmen lassen. Er soll seit Jahren aktiv gewesen sein.



Bundeswehr
Spionageverdacht: Bei der Bundeswehr im Rheinland gab es eine Festnahme.   Foto: Stefan Sauer

Die Bundesanwaltschaft hat einen Bundeswehrmitarbeiter wegen Verdachts auf Spionage für einen iranischen Geheimdienst festnehmen lassen.

Gegen den 50-jährigen Deutsch-Afghanen Abdul Hamid S. sei bereits am 6. Dezember vergangenen Jahres Haftbefehl erlassen worden, teilte die oberste deutsche Anklagebehörde am Dienstag in Karlsruhe mit. Der Beschuldigte war demnach Sprachauswerter und Landeskundlicher Berater der Bundeswehr.

Der Beschuldigte wurde am Dienstag im Rheinland gefasst. Er wurde dem zuständigen Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (BGH) vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. Weitere Details wurden nicht bekannt.

«Spiegel online» zufolge hatte der Mann Zugang zu «sensiblen Informationen etwa zum Einsatz der Truppe in Afghanistan». Er werde beschuldigt, Informationen an den iranischen In- und Auslandsnachrichtendienst MOIS verraten zu haben - und das seit mehreren Jahren.

Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte einen Verdacht auf Spionage im Zusammenhang mit dem Iran, ohne Details zu nennen. Die Bundeswehr setzt bei dem Einsatz in Afghanistan selbst sogenannte interkulturelle Einsatzberater ein, die militärische Entscheidungsträger beraten und begleiten sowie Lagebeurteilungen im Einsatzgebiet erarbeiten. Zunächst blieb aber unklar, ob der Beschuldigte in diesem Bereich eingesetzt war. Denn mit landeskundlicher Beratung sind auch militärische Dienststellen in Deutschland befasst.

Verfassungsschützern gilt der Iran - wie Russland und China, teils auch die Türkei - als ein Hauptakteur von Spionageaktivitäten gegen Deutschland. Im vergangenen Jahr war vor allem vor verstärkten Cyberangriffen gewarnt worden.

«Neben der intensiven Beobachtung und Bekämpfung oppositioneller Gruppierungen im In- und Ausland stellt die Beschaffung von Informationen aus den Bereichen Politik, Militär, Wirtschaft und Wissenschaft eine Schwerpunktaufgabe des iranischen Nachrichtendienstapparates in Deutschland dar», warnte das Bundesamt für Verfassungsschutz in der Vergangenheit. In diesen Zielbereichen suchten iranische Nachrichtendienste ständig nach geeigneten menschlichen Quellen.

Der stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzende Stephan Thomae, Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium, bat die Bundesregierung um schnelle Information. «Falls hochsensible Informationen in die Hände des iranischen Geheimdienstes gelangt sein sollten, muss das Parlamentarische Kontrollgremium sofort umfassend informiert werden», teilte er mit. «Die Bundesregierung ist in der Pflicht, das Kontrollgremium sofort umfassend in Kenntnis zu setzen.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
16:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abdul Hamid Angeklagte Auslandsgeheimdienste Bundesamt für Verfassungsschutz Bundesanwaltschaft Bundesgerichtshof Bundeswehr Deutsches Militär Festnahmen Generalbundesanwalt Rheinland Spionageverdacht Stephan Thomae
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Bundesgerichtshof

15.04.2020

Mutmaßliche IS-Terrorzelle in NRW ausgehoben

Fünf Männer aus Tadschikistan sollen Anschläge in Deutschland vorbereitet haben. Als Ziele hätten sie zwei US-Militärbasen und einen Islamkritiker im Visier gehabt, so die Ermittler. » mehr

Gesperrte Plätze

23.04.2020

Prozessauftakt gegen mutmaßlichen syrischen Folterer

Weltweit zum ersten Mal sitzen mutmaßliche Agenten syrischer Staatsfolter auf einer Anklagebank. Die Bundesanwaltschaft listet in Koblenz eine schier unendliche Zahl einzelner Gräueltaten auf. Der Prozess dürfte Beachtun... » mehr

Prozess gegen mutmaßlichen Spion

20.01.2020

Prozess um Spionage bei der Bundeswehr

Ein Übersetzer soll bei der Bundeswehr für einen iranischen Nachrichtendienst spioniert haben. Nun steht er vor Gericht. Der Vorwurf: Landesverrat in einem besonders schweren Fall. » mehr

Mordfall Walter Lübcke

10.07.2020

Fall Lübcke: Bundesanwalt gibt Waffenhändler-Verfahren ab

Seit Juni müssen sich Stephan Ernst und sein mutmaßlicher Helfer Markus H. für den Mordanschlag auf Walter Lübcke vor Gericht verantworten. Doch es gab noch einen dritten Verdächtigen. » mehr

SEK Beamte

26.03.2020

Zehn Jahre Haft für islamistischen Rizin-Bombenbauer

Die Polizei entdeckte in zwei Kölner Hochhauswohnungen ein Bomben- und Giftlabor. Der erste Terroranschlag in Deutschland mit einem biologischen Kampfstoff wurde knapp vereitelt. Nun wurde ein 31 Jahre alter Islamist ver... » mehr

Kölner Islamistin verurteilt

26.06.2020

Islamistin verurteilt: Acht Jahre Haft für Rizin-Terrorplan

Vor zwei Jahren entdeckte die Polizei in Köln ein Bomben- und Giftlabor: Der erste Terroranschlag in Deutschland mit einem biologischen Kampfstoff wurde knapp vereitelt. Nun ist eine siebenfache Mutter als Bombenbauerin ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Motorrad Waffenrod Waffenrod

Motorradunfall Waffenrod | 13.07.2020 Waffenrod
» 6 Bilder ansehen

Bad Salzungen

Gesuchte Männer | 13.07.2020 Bad Salzungen
» 5 Bilder ansehen

city skyliner weimar Weimar

City Skyliner in Weimar | 12.07.2020 Weimar
» 12 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
16:17 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.