Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

US-Vergeltungsangriffe gegen Schiitenmiliz im Irak

Bei einem Raketenangriff im Irak sterben amerikanische und britische Soldaten. Die USA machen eine pro-iranische Miliz verantwortlich - und schlagen nun zurück.



US-Angriff
Nach dem US-Luftangriff: Zerstörte Gebäude eines im Bau befindlichen Flughafenkomplexes in Karbala.   Foto: Anmar Khalil/AP/dpa

Nach dem tödlichen Raketenangriff auf Truppen der US-geführten Anti-IS-Koalition im Irak haben die USA Luftangriffe gegen eine Iran-treue Schiitenmiliz geflogen.

Das Pentagon teilte mit, Ziel des «defensiven Präzisionsschlags» am Donnerstagabend seien fünf Waffenlager der pro-iranischen Miliz Kataib Hisbollah gewesen. Die Miliz wird für den Raketenangriff auf den Stützpunkt Tadschi nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad verantwortlich gemacht.

Bei dem Angriff auf die Basis Tadschi waren am Mittwoch zwei amerikanische Soldaten und eine britische Soldatin getötet worden. Zwölf Soldaten wurden verletzt, wie das von den USA angeführte Bündnis gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mitteilte.

Kataib Hisbollah hatte den Angriff auf Tadschi gelobt. Die Zeit für die Wiederaufnahme von Dschihad-Operationen sei passend, um die «Schurken und Aggressoren» aus dem Land zu jagen, hieß es in einer Erklärung. Die schiitische Miliz zählt zu den stärksten im Irak und fordert den Abzug der US-Truppen aus dem Land.

Die irakischen Sicherheitskräfte erklärten, es habe US-Luftangriffe auf Ziele in den Provinzen Babil und Nadschaf gegeben. Dabei seien schiitische Milizen bombardiert worden. Augenzeugen berichteten von heftigen Explosionen in dem Ort Dscharf al-Sukhr in Babil. US-Verteidigungsminister Mark Esper teilte auf Twitter mit, die USA würden vom Iran unterstützte Angriffe gegen Amerikaner und ihre Alliierten nicht tolerieren.

In Tadschi sind aktuell auch etwa 50 deutsche Soldaten stationiert. Es habe unter ihnen keine Verletzten gegeben, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos. Die Ausbildung ruht bereits seit einigen Tagen, weil sich auch im Irak das Coronavirus ausbreitet.

Die Schiitenmilizen besitzen im Irak großen Einfluss. Sie stehen zwar offiziell unter dem Kommando des amtierenden Regierungschefs und Oberbefehlshabers Adel Abdel Mahdi, agieren aber weitgehend unabhängig.

Die eng mit dem Iran verbundenen Gruppen hatten den USA nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani bei einem US-Angriff im Januar mit Vergeltung gedroht. Sie waren schon früher für Angriffe auf Koalitionstruppen verantwortlich gemacht worden. Bei dem US-Angriff auf Soleimani war auch der Chef von Kataib Hisbollah, Abu Mahdi al-Muhandis, getötet worden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 03. 2020
14:26 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auswärtiges Amt Boris Johnson Britische Soldaten Deutsche Soldaten Donald Trump Generäle Hisbollah Islamischer Staat Mike Pompeo Oberbefehlshaber Raketenangriffe Schiiten Soldaten Soldatinnen Terrormilizen Truppen Twitter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kunstzentrum

21.07.2020

Deutsche Kuratorin in Bagdad entführt

Abu Nawas im Zentrum von Bagdad gilt eigentlich als vergleichsweise sicher. Nun wird dort eine Deutsche entführt, die sich für die Förderung junger Künstler im Irak einsetzte. Erst vor zwei Wochen wurde in der Stadt ein ... » mehr

Bundeswehreinsatz im Irak

06.01.2020

Maas will Irak zur Fortsetzung von Anti-IS-Kampf bewegen

Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran gefährdet womöglich deutsche Sicherheitsinteressen. Auch weil die Folge ein Erstarken der Terrormiliz IS im Irak sein könnte. Die Bundesregierung versucht jetzt zu retten, was... » mehr

Trump

02.04.2020

Trump warnt Iran vor Angriff auf US-Truppen im Irak

Doppelte Botschaft aus dem Weißen Haus: Einerseits droht US-Präsident Trump dem Iran mit schweren Konsequenzen im Fall einer Attacke auf amerikanische Ziele. Andererseits sagt er, Teheran könne schnell einen Deal mit Was... » mehr

Proteste in Teheran

03.01.2020

Droht neuer Krieg? US-Militär tötet iranischen Top-General

Ghassem Soleimani war in der arabischen Welt als wichtigster Vertreter des iranischen Militärs berühmt-berüchtigt. Teheran will nach seiner Tötung durch die USA «Rache». Es droht eine Spirale der Gewalt. » mehr

US-Botschaft gestürmt

31.12.2019

Sturm auf US-Botschaft im Irak

An der US-Botschaft im Irak eskaliert an Silvester die Lage. Hunderte Demonstranten greifen den hochgesicherten Komplex an. Die Lage gleicht einem Pulverfass. Für Präsident Trump ist klar, wer die Schuld daran trägt. » mehr

Trump emfängt Polens Präsidenten Duda

25.06.2020

Trump: Abgezogene Truppen sollen teilweise nach Polen

US-Präsident Trump will Berlin abstrafen und die Zahl der US-Soldaten in Deutschland verringern. Bei einem Besuch des polnischen Präsidenten Duda macht er deutlich, wohin ein Teil der Truppen verlegt werden soll. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unwetter Meiningen 11.08.20 Meiningen

Starkregen in Meiningen | 11.08.2020 Meiningen
» 4 Bilder ansehen

Lkw mit Gülle an Bord kippt um Meiningen

Mit Gülle beladener Lkw kippt um | 11.08.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Montgolfiade Heldburg

Montgolfiade | Heldburg
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 03. 2020
14:26 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.