Lade Login-Box.
Corona Newsletter
Topthemen: Coronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

US-Sonderermittler bezichtigt Ex-Wahlkampfmanager der Lüge

Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort rückt wieder ins Zentrum der Russland-Ermittlungen. Sonderermittler Robert Mueller wirft ihm vor, die Justiz belogen zu haben. Außerdem soll er sich mit Wikileaks-Gründer Julian Assange getroffen haben.



Paul Manafort
Der ehemalige Wahlkamp-Manager von US-Präsident Trump, Paul Manafort.   Foto: Jacquelyn Martin/AP/Archiv

Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort steht erneut im Fokus der Ermittlungen in der Frage möglicher Einmischungen Russlands in die US-Wahl 2016.

Manafort soll nicht nur das FBI und Sonderermittler Robert Mueller angelogen haben, sondern sich einem Bericht des «Guardian» zufolge auch mit Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London getroffen haben. Wikileaks dementierte dies umgehend und vehement.

Mit einer Lüge gegenüber Ermittlern in der Russland-Untersuchung habe Manafort seine Vereinbarung mit der Justiz gebrochen, hieß es in einem Gerichtsdokument, das am Montagabend (Ortszeit) öffentlich wurde und unter anderem von Sonderermittler Mueller unterzeichnet ist. Worauf sich die mutmaßlichen Falschaussagen bezogen, geht aus dem Dokument nicht hervor. Die Regierung werde sich in einer Eingabe an das zuständige Gericht genauer dazu äußern, hieß es.

Zudem löste ein Bericht des angesehenen britischen Blattes «The Guardian» Wirbel aus. Manafort soll sich demnach dreimal mit Wikileaks-Gründer Assange getroffen haben - zuletzt im März 2016. Im Sommer 2016 veröffentlichte Wikileaks E-Mails der US-Demokraten, die Trumps Gegnerin im Wahlkampf, Hillary Clinton, massiv zurückwarfen. Sie sollen nach US-Geheimdiensterkenntnissen über Russland an Wikileaks gespielt worden sein.

Assange, der seit Jahren in der Botschaft Ecuadors in London ausharrt, hatte stets dementiert, dass die E-Mails von irgendeiner staatlichen Stelle an Wikileaks gingen. Wikileaks dementierte am Dienstag auch vehement jegliche Treffen Assanges mit Manafort. Bei dem Bericht des «Guardian» handele es sich um «eines der größten Nachrichtendesaster seit Veröffentlichung der (angeblichen) Hitler-Tagebücher durch den «Stern»», schrieb Wikileaks auf Twitter. Wikileaks forderte «Guardian»-Chefredakteurin Katharine Viner zum Rücktritt auf.

Assange hat in der diplomatischen Vertretung in London Unterschlupf gesucht, weil er eine Auslieferung in die USA und eine Anklage dort fürchtete. Vor wenigen Tagen war durch einen Zufall bekanntgeworden, dass wohl versiegelte Anklageschriften gegen ihn in den USA existieren. Wikileaks klagte vor einem Gericht im Bundesstaat Virginia auf die Öffnung der angeblich versiegelten Dokumente. Die US-Regierung argumentiert ihrerseits, die angeblichen Dokumente seien kein Beweis dafür, dass es tatsächlich eine Anklage gegen Assange gebe. Eine Entscheidung in der Sache habe ein Richter in der Stadt Alexandria nahe Washington auf nächste Woche verschoben, berichtete die «Washington Post».

Mueller untersucht, ob es bei den mutmaßlich russischen Einflussversuchen auf den Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen mit Trumps Wahlkampflager und russischen Vertretern gab. Manafort war von März bis August 2016 Mitglied in Trumps Wahlkampfteam, davon drei Monate lang als dessen Leiter. Im September hatte er sich überraschend bereit erklärt, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.

Manafort war dazu einen «Plea Deal» eingegangen, also eine Vereinbarung mit der Justiz. Er hatte sich in einem Gerichtsverfahren, das mit seiner früheren Beratertätigkeit in der Ukraine zusammenhängt, schuldig bekannt und einer Zusammenarbeit mit Muellers Team zugestimmt. Laut seinen Anwälten traf er sich mehrfach mit den Ermittlern. Dabei habe er der Regierung Informationen zur Verfügung gestellt, «um seine Kooperationsverpflichtungen zu erfüllen», hieß es in der Erklärung der Anwälte in dem Gerichtsdokument.

Vorwürfe, die Ermittler belogen zu haben, weist Manafort laut dem Gerichtsdokument zurück. Er gehe davon aus, dass seine Angaben der Wahrheit entsprochen hätten, sagte der Ex-Wahlkampfmanager demnach. Beide Seiten verständigten sich darauf, dass in dem Gerichtsverfahren gegen den 69-Jährigen ein Termin für die Urteilsverkündigung festgelegt werden soll.

Manafort hatte im Juni 2016 an einem Treffen mit einer russischen Anwältin im Trump-Tower in New York teilgenommen, um das sich viele Fragen ranken. Der älteste Sohn des heutigen Präsidenten, Donald Trump Jr., hatte der Begegnung mit der Anwältin zugestimmt, weil ihm kompromittierendes Material über Hillary Clinton versprochen worden war. In einer E-Mail an Trump Jr. ist von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Neben Trump Jr. und Manafort nahm auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen teil.

Der ehemalige Wahlkampfmanager war bereits am 21. August in einem anderen Gerichtsverfahren in Virginia von einer Jury schuldig gesprochen worden - unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Bankbetrugs und des Verschweigens von Auslandskonten. In dem Prozess wurde ihm unter anderem vorgeworfen, den Finanzbehörden Einkünfte in Millionenhöhe verschwiegen zu haben, die er als politischer Berater in der Ukraine erzielt hatte.

In dem zweiten Verfahren in Washington bekannte er sich am 14. September wegen Vorwürfen der Verschwörung gegen die USA und der Zeugenbeeinflussung für schuldig.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 11. 2018
19:25 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Anklageschriften Berichte Dokumente Donald Trump E-Mail Ermittler FBI Gerichtsprozesse Hillary Clinton Julian Assange Präsidentschaftswahlkämpfe Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte Regierungen und Regierungseinrichtungen Russische Regierung The Guardian Twitter US-Regierung WikiLeaks
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Paul Manafort

28.11.2018

Trumps Ex-Wahlkampfleiter bestreitet Treffen mit Assange

Während des US-Wahlkampfs 2016 veröffentlichte Wikileaks E-Mails - und schadete Hillary Clinton damit. Nun macht ein Bericht die Runde, wonach Assange sich mit Paul Manafort getroffen haben soll, dem späteren Wahlkampfma... » mehr

Roger Stone

12.02.2020

Haft für Trump-Vertrauten: Ankläger treten zurück

Trumps Vertrautem Roger Stone droht wegen seiner Rolle in der Russland-Affäre eine Haftstrafe. Das missfällt dem Präsidenten. Versucht die Regierung daher, die Justiz zu beeinflussen? » mehr

Roger Stone

11.02.2020

Staatsanwalt will lange Haft für Trump-Vertrauten Stone

Wegen mehrerer Vergehen im Zusammenhang mit der Russland-Affäre drohen einem langjährigen Vertrauten des US-Präsidenten eine lange Haftstrafe. Bereits im November war er schuldig gesprochen worden. » mehr

Chelsea Manning

12.03.2020

Anwälte: Chelsea Manning nach Selbstmordversuch in Klinik

Um eine Aussage gegen den Whistleblower Julian Assange zu erzwingen, sitzt Chelsea Manning in Beugehaft. Nun soll sie einen Selbstmordversuch unternommen haben. » mehr

Michael Cohen

27.02.2019

Trumps Ex-Anwalt packt aus: Cohen erhebt schwere Vorwürfe

Der frühere Anwalt des US-Präsidenten hat mit seinem früheren Boss gebrochen. Nun rechnet Michael Cohen öffentlich mit Trump ab: Vor dem Kongress zeichnet er ein desaströses Bild des mächtigsten Mannes der Welt - und erh... » mehr

Michael Cohen

28.02.2019

Cohen packt aus - Was bedeutet das für Trump?

Mit Spannung wurde die öffentliche Aussage von Trumps früherem Anwalt Michael Cohen erwartet. Der nutzt seinen Auftritt vor dem Kongress für ein Abrechnung mit dem Ex-Chef. Kann das dem US-Präsidenten gefährlich werden? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sperrung vor Neustadt am Rennsteig Neustadt am Rennsteig

Sperrung Neustadt am Rennsteig | 23.03.2020 Neustadt am Rennsteig
» 4 Bilder ansehen

Brand in Katzhütte Katzhütte

Brand Katzhütte | 23.03.2020 Katzhütte
» 4 Bilder ansehen

inbound3887575027251749210

#Ichbleibdaheim |
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 11. 2018
19:25 Uhr



^