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US-Botschafter begrüßt Rückzug deutscher Firmen aus dem Iran

Die US-Sanktionen gegen den Iran zeigen Wirkung - auch bei deutschen Unternehmen. Das Iran-Geschäft bricht Stück für Stück weg. Auf US-Seite wird die Entwicklung mit einer gewissen Genugtuung verfolgt.



Richard Grenell
Richard Grenell, Botschafter der USA in Deutschland.   Foto: Daniel Bockwoldt

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat den schrittweisen Rückzug der deutschen Wirtschaft aus dem Iran-Geschäft begrüßt.

«Wir sind sehr zufrieden, dass die deutschen Unternehmen sich entschieden haben, die US-Sanktionen zu befolgen», sagte Grenell in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Den noch im Iran aktiven Unternehmen warf er indirekte Mitfinanzierung von Terror vor: «Wenn man Geschäfte mit dem Iran macht, gibt man dem iranischen Regime Geld, das enorme Mengen Geld für terroristische Aktivitäten ausgibt.»

Die iranische Führung habe den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad seit 2012 mit 16 Milliarden US-Dollar unterstützt. «Das hat so viel Instabilität in Europa verursacht», sagte Grenell. Vor diesem Hintergrund könne man als europäisches Unternehmen nur Geschäfte mit dem Iran machen, «wenn man die Probleme, die man selbst finanziert, ignoriert».

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai den Ausstieg aus dem mühsam ausgehandelten Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe erklärt und Sanktionen schrittweise wieder in Kraft gesetzt. Der Iran sowie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China versuchen die Vereinbarung trotzdem noch zu retten. Kern des Abkommens ist der Verzicht des Irans auf eine militärische Nutzung seines Atomprogramms. Im Gegenzug hatte der Westen dem autoritär regierten Land ein Ende der wirtschaftlichen Isolation versprochen.

Die deutsche Wirtschaft klagt aber nun über eine deutliche Wirkung der US-Sanktionen im Finanz- und Logistiksektor. «Deutsche Unternehmen ziehen sich angesichts der aktuellen Lage vermehrt aus der Islamischen Republik zurück und schließen ihre Repräsentanzen», sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), kürzlich. «Das Irangeschäft läuft Gefahr, gänzlich zum Erliegen zu kommen.»

Aus Sicht Grenells müssen sich die europäischen Unternehmen zwischen Geschäften in den USA oder im Iran entscheiden. «Was wir hören ist, dass deutsche Unternehmen sich mit extremer Begeisterung auf dem US-Markt engagieren», sagte Grenell. «Ich glaube nicht, dass Unternehmen eine erfolgreiche Wachstumsstrategie verfolgen, wenn sie den US-Markt zugunsten eines instabilen, schrumpfenden iranischen Marktes ignorieren.»

Grenell äußerte die Erwartung, dass der Rückzug der deutschen Wirtschaft aus dem Iran weitergehen wird. «Die deutschen Unternehmenschefs haben uns einhellig gesagt, dass sie ihre Geschäfte mit dem Iran einstellen und sich den US-Sanktionen beugen werden», sagte er. «Wenn wir deutsche Unternehmen fragen, ob sie Geschäfte mit dem Iran oder Geschäfte mit den Vereinigten Staaten machen wollen, ist die Antwort in 100 Prozent der Fälle: Wir wollen ein Teil der USA sein.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
22. 11. 2018
08:40 Uhr

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22. 11. 2018
08:40 Uhr



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