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US-Astronauten sollen in den nächsten fünf Jahren zum Mond

Das Ziel der US-Regierung ist unmissverständlich: In fünf Jahren sollen US-Astronauten auf dem Mond sein - im Zweifel auch ohne Nasa-Rakete. Die Raumfahrtagentur reagiert prompt.



Mondlandung 1971
So soll es wieder werden: US-Astronaut James Irwin im Jahr 1971 neben der Mondlandefähre Apollo 15. Foto: NASA/AP   Foto: dpa

Noch innerhalb der kommenden fünf Jahre wollen die USA nach Angaben von Vizepräsident Mike Pence wieder Astronauten zum Mond schicken, darunter auch eine Frau.

«Die erste Frau und der nächste Mann auf dem Mond werden beide amerikanische Astronauten sein, die mit amerikanischen Raketen von amerikanischem Boden abgehoben sind», sagte Pence am Dienstag bei einer Sitzung des nationalen Raumfahrtrats in Huntsville (US-Staat Alabama). Auf dem Mond solle dann ein Außenposten aufgebaut werden, als Basis für eine geplante Mars-Mission.

«Es ist die richtige Zeit für diese Herausforderung, und ich habe dem Vizepräsidenten versichert, dass wir - die Leute bei der Nasa - bereit sind für die Herausforderung», reagierte Nasa-Chef Jim Bridenstine auf die Vorstellung der Pläne.

Mit Blick auf Verzögerungen bei der Entwicklung der neuen Trägerrakete SLS (Space Launch System) hatte der Vizepräsident der Nasa in seiner Rede mangelndes Engagement und bürokratische Trägheit vorgeworfen. Die Rakete hätte ursprünglich bereits 2017 einen unbemannten Testflug absolvieren sollen, nach Problemen bei der Entwicklung wurde der Termin mehrfach verschoben.

Bridenstine nannte nun das kommende Jahr für einen ersten Testflug, 2022 soll die Rakete dann erstmals Menschen in die Nähe des Mondes und zurück bringen. Man suche nach kreativen Ansätzen, um Bau und Tests der SLS voranzubringen, sagte Bridenstine.

Am 5-Jahres-Plan für eine bemannte Landung auf dem Erdtrabanten ließ Pence keinen Zweifel: Scheitern sei keine Option. Wenn die Nasa gegenwärtig dazu nicht in der Lage sei, müsse die Organisation verändert werden, nicht der Plan. Und sollte es nötig sein, würde man für die Umsetzung der Ziele auch auf kommerzielle Partner setzen: «Wenn kommerzielle Raketen der einzige Weg sind, um amerikanische Astronauten in fünf Jahren zum Mond zu bringen, dann werden es eben kommerzielle Raketen sein», sagte Pence.

Er verglich die Situation mit der in den 1960er Jahren, als die USA und Russland um die Vormachtstellung im All konkurrierten. Es gebe derzeit einen vergleichbaren Wettlauf im All - «nur dass die Einsätze heute noch höher sind». Pence erwähnte China, das zuletzt mit der ersten Landung einer Sonde auf der Mondrückseite für Aufsehen sorgte.

Esa-Chef Johann-Dietrich Wörner möchte eine ähnliche Konkurrenz wie damals indes vermeiden, wie er dem Nachrichteportal «Spiegel Online» nach der Ankündigung von Pence sagte. «Meine Hoffnung ist, dass es kein «back to the moon» mit besonderer Betonung nationaler Interessen wie vor 50 Jahren gibt, sondern dass wir «forward to the moon» in internationaler Kooperation gehen.»

Er hoffe auf Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Es sei zu klären, welche Rolle die Esa spielen könne, sollte die Nasa die Pläne der US-Regierung nicht umsetzen können, sagte Wörner dem Portal. Er verwies darauf, dass Europa Teile der Technik für die geplante US-Mondmission liefere. Es gehe um das Service-Modul der Raumkapsel «Orion», mit der die Amerikaner zum Mond fliegen wollen.

Im Jahr 2011 hatten die USA ihr Space-Shuttle-Programm eingestellt, mit dem jahrzehntelang US-Astronauten ins All geflogen waren. Seitdem mussten sie ihre Raumfahrer mit russischen Sojus-Raketen zur Internationalen Raumstation fliegen lassen.

US-Präsident Donald Trump hatte den Fokus der US-Raumfahrt vom Mars zunächst wieder auf den Mond verschoben. Dort waren zuletzt im Jahr 1972 US-Astronauten der «Apollo 17»-Mission gelandet.

Anfang März war erstmals wieder eine US-Astronautenfähre an der ISS angedockt, allerdings unbemannt: Die «Crew Dragon» wird von dem privaten US-Unternehmen SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk entwickelt. Der Testflug sollte nach Nasa-Angaben sicherstellen, dass das Raumschiff und seine Systeme wie geplant funktionieren, ehe eine Besatzung an Bord geht. Nach etwa einer Woche im All war die Raumkapsel zur Erde zurückgekehrt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 03. 2019
18:48 Uhr

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