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UN-Sicherheitsrat plant Treffen zu Idlib

Die Regierung zieht Truppen zusammen, Moskau sagt, das Problem Idlib werde bald gelöst: Die Drohkulisse vor der erwarteten Offensive auf die syrische Rebellenhochburg wächst. Dabei leben in der Region nicht nur Extremisten, sondern auch Millionen Zivilisten.



Nikki Haley
Nikki Haley (M), UN-Botschafterin der USA: «Idlib ist ernst.»   Foto: Li Muzi/XinHua » zu den Bildern

Der UN-Sicherheitsrat will sich noch in dieser Woche mit der erwarteten Offensive auf die Rebellenhochburg Idlib in Syrien befassen. Ein entsprechendes Treffen sei für Freitag angesetzt.

Das sagte US-Botschafterin Nikki Haley, deren Land im September die monatlich rotierende Präsidentschaft des Gremiums inne hat, vor Journalisten in New York. «Idlib ist ernst», sagte Haley. «Das ist eine tragische Situation.» Auch bei zwei weiteren Sitzungen werde sich der Rat in diesem Monat mit dem Konflikt in Syrien beschäftigen. Die Vereinten Nationen warnten indessen vor einer humanitären Katastrophe.

Ende des Monats ist zudem ein Treffen des Rates zum Konflikt mit dem Iran geplant, dem US-Präsident Donald Trump persönlich vorsitzen will. «Wir denken, dass der Iran zu lange mit allem durchgekommen ist, und dass es jetzt an der Zeit ist», sagte US-Botschafterin Haley. «Wir wollen sicherstellen, dass sie wissen, dass die Welt ihnen zuschaut.» Die Sitzung solle aber zunächst einmalig bleiben und auch ein festgeschriebenes Ergebnis sei nicht zu erwarten.

Trump ist Ende des Monats für die alljährliche UN-Vollversammlung in New York, bei der er auch ein hochrangiges Treffen gegen Drogenmissbrauch in der Welt plant. Am Rande der Vollversammlung finden traditionell zahlreiche bilaterale Treffen statt, unter anderem kündigte das Weiße Haus am Dienstag ein Treffen zwischen Trump und seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae In an.

Den seit langem angekündigten Friedensplan für Nahost werde Trump allerdings nicht bei der UN-Vollversammlung vorstellen, sagte Haley. «Es rückt näher, aber erwartet ihn nicht während der Vollversammlungswoche.» Sie habe den Plan, der von Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner und US-Unterhändler Jason Greenblatt verfasst wurde, aber bereits gelesen und «könne gar nicht ausreichend gute Dinge darüber sagen».

Vor der erwarteten Offensive auf die Rebellenhochburg Idlib in Syrien warnen die Vereinten Nationen unterdessen vor der größten humanitären Katastrophe im 21. Jahrhundert. Die Welt dürfe nicht «schlafwandlerisch» in diese Krise gehen, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock in Berlin angesichts der geschätzten drei Millionen Zivilisten in der Provinz im Nordwesten des Bürgerkriegslandes.

UN-Syrienvermittler Staffan de Mistura appellierte in Genf an die Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, in einem direkten Telefonat im letzten Moment eine Eskalation zu verhindern. Auf dieser Ebene könne noch ein Ausweg gefunden werden, der zumindest das Leben der Zivilisten schone.

Derweil wurde die Region Menschenrechtlern und Rebellen zufolge von Dutzenden russischen Bombardements getroffen, die eine Bodenoffensive vorbereiten sollen.

Die Region im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Haiat Tahrir al-Scham (HTS), der früheren Al-Nusra-Front. Syriens Regierung hat Truppen zusammengezogen und droht mit einem Angriff zusammen mit ihren Verbündeten Russland und Iran.

Lowcock zufolge leben in Idlib mehr als eine Million Kinder. Auf einen der oft extremistischen Kämpfer kämen rund 100 Zivilisten. Er sei in der vergangenen Woche in Damaskus gewesen und sei nach den Gesprächen höchst alarmiert. Es müsse alles unternommen werden, um eine blutige Schlacht zu verhindern. Gleichzeitig müsse es aber Vorbereitungen geben, um in diesem Falle Zivilisten helfen zu können.

Der Westen ist aufgrund der Pläne und früheren blutigen Offensiven auf Rebellengebiete in Aleppo oder Ost-Ghuta alarmiert. US-Präsident Trump warnte Russland und den Iran, im Falle einer Schlacht in die Kämpfe einzugreifen. «Die Russen und Iraner würden einen schwerwiegenden humanitären Fehler machen, wenn sie bei dieser möglichen menschlichen Tragödie mitmachen», twitterte Trump. Hunderttausende Menschen könnten bei einem Angriff des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad getötet werden. «Lasst das nicht zu!», schrieb Trump. Am Montag hatte auch Bundesaußenminister Heiko Maas vor einer humanitären Katastrophe gewarnt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2018
23:15 Uhr

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04. 09. 2018
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