Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

UN-Abkommen zu Plastikmüll: Regierung unterstützt Forderung

Mehrere Millionen Tonnen Abfall landen Jahr für Jahr in den Weltmeeren. Für Fische und Meeresvögel ist das eine Katastrophe. Kommende Woche sucht die Weltgemeinschaft nach einer Lösung. Auch die Bundesregierung sieht Handlungsbedarf.



Plastikmüll
Ein Mann sammelt Plastik und andere wiederverwertbare Materialen an der von Plastiktüten und sonstigen Müll übersäten Küste vor Mumbai.   Foto: Rafiq Maqbool/AP

Die Bundesregierung zeigt sich offen für ein UN-Abkommen gegen Plastikmüll in den Meeren. Man unterstütze internationale Vereinbarungen mit dieser Stoßrichtung, heißt es in der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen.

«Dies kann ein Abkommen zur Reduzierung der Plastikmülleinträge unter dem Dach der Vereinten Nationen sein, weshalb die Bundesregierung entsprechende Überlegungen befürwortet.» Da solche Verhandlungen langwierig seien, brauche es aber parallel dazu andere Anstrengungen.

17 verschiedene Konventionen und Vereinbarungen gegen Vermüllung der Umwelt mit Plastikabfall zählt das Ministerium von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) auf. Wenn sie besser als bisher umgesetzt würden, könne das zu einer «signifikanten Reduzierung» beitragen - es reiche aber nicht aus, heißt es. Deswegen setze die Regierung sich «nachdrücklich» für die Stärkung und Weiterentwicklung der Abkommen ein und unterstütze, dass das Thema bei den Treffen der G7- und G20-Staaten auf der Tagesordnung stehe.

Am Montag beginnt in Nairobi in Kenia eine fünftägige UN-Umweltkonferenz. Plastikmüll und Vermüllung der Meere stehen auf der Tagesordnung. Weit mehr als 100 Millionen Tonnen Abfall verseuchen bereits die Weltmeere - und jährlich kommen geschätzt weitere 10 Millionen Tonnen hinzu. Bilder von gewaltigen Müllstrudeln auf dem Wasser rütteln ebenso auf wie völlig verdreckte Strände. Schon 2050 könnte in den Ozeanen Schätzungen zufolge mehr Plastik treiben als Fische darin schwimmen, warnten die Vereinten Nationen im vergangenen Jahr.

Für Fische, Seevögel und Meeressäuger hat das dramatische Folgen. Sie verheddern sich in alten Netzen und Leinen oder verwechseln unverdaulichen Müll mit Nahrung. Zerfällt der Abfall in winzige Mikroplastik-Partikel, kann er über die Nahrungskette auch auf den Tellern der Menschen landen. Selbst die Lebensräume der Antarktis sind bereits mit kleinsten Plastikteilchen und umweltschädlichen Chemikalien belastet, wie Greenpeace-Untersuchungen ergaben.

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Bettina Hoffmann, sagte der dpa: «Die Bundesregierung gibt zu, dass die bisherigen Abkommen nicht ausreichen.» Doch wenn es um das Bekenntnis zu einem global verbindlichen Abkommen gehe, bleibe das Umweltministerium schwammig. «Begeisterung und echtes Engagement für eine neue Konvention sehen anders aus», kritisierte sie. Ziel müsse sein, den Eintrag von Plastik in die Meere bis 2030 zu stoppen.

Hoffmann kritisierte, dass nicht Schulze selbst, sondern ihr Staatssekretär Jochen Flasbarth die mehr als 20-köpfige deutsche Delegation in Nairobi leiten soll. «Es ist bezeichnend, dass sich die Ministerin bei der UN-Umweltversammlung von ihrem Staatssekretär vertreten lassen wird», sagte sie. Wenn Schulze ein wirkungsvolles Abkommen am Herzen liege, müsse sie mehr Engagement zeigen. Die Umweltministerin wird am Donnerstag voraussichtlich an einem Spitzengespräch im Kanzleramt teilnehmen, bei dem es auch um Klimaschutz im Verkehr geht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
08:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abfall Bundeskanzleramt Bundesumweltministerium Deutsche Presseagentur Deutscher Bundestag Fische G-20 G7-Staaten Ozeane Plastikmüll Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland SPD Seevögel Staatssekretäre Svenja Schulze UNO Umweltminister Umweltschäden Verträge und Abkommen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Stau auf der Autobahn

05.03.2020

Deutschland muss beim Klimaschutz mehr tun

Die große Koalition müht sich bei der Umsetzung der eigenen Ziele - doch schon bald könnten EU-weit neue Vorgaben kommen. Unterm Strich heißt es: Nachlegen im Kampf gegen die Erderwärmung. » mehr

Kohle-Bagger

03.07.2020

Deutschland steigt bis spätestens 2038 aus der Kohle aus

Es ist ein Beschluss von großer Tragweite, der weit in die Zukunft reicht - und umstritten ist. Bundestag und Bundesrat besiegeln das Aus für die klimaschädliche Kohleverstromung. » mehr

Hambacher Forst

24.06.2020

Kohleausstieg auf der Zielgeraden - Wo hakt es noch?

Ist er nicht längst besiegelt, der deutsche Kohleausstieg? Könnte man meinen - aber die Gesetze dafür sollen erst kommende Woche beschlossen werden. Und da gibt es noch ein paar Fragezeichen. » mehr

Konsulat in Houston

25.07.2020

Houston: China räumt nach Anordnung Konsulat

Chinesische Diplomaten folgen der Anordnung der US-Regierung und räumen das Konsulat in Houston. Die Regierung in Peking macht nun im Gegenzug eine amerikanische Vertretung dicht. Der Konflikt belastet die Beziehungen zw... » mehr

Ankunft

03.06.2020

Marathon-Verhandlung im Kanzleramt: Was hilft aus dem Tief?

Deutschlands Wirtschaft soll mit einem Konjunkturpaket von historischem Ausmaß aus dem Corona-Krisenmodus kommen - da kann es länger dauern, bis die Details feststehen. Die Wunschlisten auf allen Seiten sind lang und teu... » mehr

Merkel und Macron

18.05.2020

Berlin und Paris: Aufbauplan in Höhe von 500 Milliarden Euro

Die Corona-Krise verändert vieles - sogar deutsche Vorbehalte gegen eine gemeinsame Verschuldung der EU-Staaten. Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Macron präsentiert Merkel Vorschläge, die vor Monaten noch undenkbar ge... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Tödlicher Unfall Streufdorf Streufdorf

Tödlicher Unfall Streufdorf | 07.08.2020 Streufdorf
» 12 Bilder ansehen

Ilmenau

Radprofis | 06.08.2020 Ilmenau
» 53 Bilder ansehen

Nena Erfurt Steigerwaldstadion Erfurt

Nena live in Erfurt | 04.08.2020 Steigerwaldstadion Erfurt
» 14 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
08:08 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.