Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

Brennpunkte

Türkei dringt auf Auslieferung Gülens aus den USA

Fast zweieinhalb Jahre ist der Putschversuch in der Türkei her. Seitdem fordert Ankara von den USA die Auslieferung des Predigers Gülen. Nun verlangt die Regierung «konkrete Schritte».



Fethullah Gülen
Die Türkei macht Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Sommer 2016 verantwortlich.   Foto: Matt Smith/Archiv

Die türkische Regierung fordert von den USA konkrete Schritte zur Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen und anderer Mitglieder von dessen Bewegung.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte heute auf einem Forum in Doha, Präsident Recep Tayyip Erdogan habe das Thema am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires vor zwei Wochen mit US-Präsident Donald Trump angesprochen. «Als wir uns das letzte Mal in Buenos Aires getroffen haben, hat Präsident Trump Erdogan gesagt, dass sie daran gearbeitet haben. Aber wir müssen konkrete Schritte sehen.»

Die türkische Regierung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Bei einem Besuch in Washington hatte Cavusoglu seinem US-Kollegen Mike Pompeo nach eigenen Angaben eine Liste mit 84 mutmaßlichen Mitgliedern der Gülen-Bewegung übergeben, deren Auslieferung die Türkei fordert. «Unsere Erwartungen sind sehr klar», sagte Cavusoglu in Doha. Die 84 Gesuchten müssten von den USA ausgeliefert werden.

Gülen lebt seit langem im US-Exil im Bundesstaat Pennsylvania. Er dementiert jede Beteiligung am dem versuchten Putsch, der niedergeschlagen worden war. Nach offiziellen türkischen Angaben kamen bei dem Umsturzversuch mehr als 250 Menschen ums Leben.

US-Präsident Trump hatte vor einem Monat gesagt, eine Auslieferung Gülens «steht nicht zur Diskussion». Zugleich hatte er gesagt, man bemühe sich immer, der Türkei entgegenzukommen. Erdogan hatte er einen «Freund» genannt. Kurz zuvor hatte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, gesagt: «Das Weiße Haus ist an keiner Diskussion über die Auslieferung von Fethullah Gulen beteiligt gewesen.» Das Material, das die türkische Regierung mit ihren Ersuchen um eine Auslieferung vorgelegt habe, werde geprüft.

Nauert hatte damit auf einen Bericht im Sender NBC reagiert. NBC hatte berichtet, dass das Weiße Haus bei verschiedenen Behörden Erkundigungen über rechtliche Möglichkeiten eingezogen habe, Gülen außer Landes zu bekommen.

Seit dem Putschversuch von 2016 greift die türkische Regierung gegen angebliche Mitglieder der Gülen-Bewegung hart durch. Nach offiziellen Zahlen von Mitte November wurden seit 2016 wegen angeblicher Verbindungen zu den Putschisten rund 218 000 Menschen festgenommen. Mehr als 140 000 Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 12. 2018
21:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auslieferung Donald Trump Fethullah Gülen Mike Pompeo National Broadcasting Company Putschversuche Recep Tayyip Erdogan Türkische Regierungen US-Außenministerium Weißes Haus
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Donald Trump

16.05.2020

Donald Trump entlässt Chef von interner Kontrollbehörde

In einer nächtlichen Aktion vor dem Wochenende schasst US-Präsident Trump den internen Aufseher des Außenministeriums. Pikant: Nach Angaben eines wichtigen Abgeordneten soll der Betroffene mit einer Untersuchung gegen Au... » mehr

Trump empfängt Erdogan im Weißen Haus

13.11.2019

Trump empfängt Erdogan trotz Streits betont freundlich

Das Verhältnis zwischen den USA und der Türkei ist angespannt. Doch US-Präsident Trump begrüßt seinen türkischen Kollegen Erdogan betont herzlich im Weißen Haus. Die warmen Worte zum Empfang können aber nicht über die la... » mehr

Fethullah Gülen

18.12.2018

Keine Zusage Trumps zur Auslieferung Gülens

Der türkische Präsident Erdogan macht den Prediger Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich - und fordert dessen Auslieferung aus den USA. Ankara erweckt den Eindruck, US-Präsident Trump würde ihr entgege... » mehr

US-Pastor Brunson

12.10.2018

US-Pastor verlässt die Türkei Richtung Deutschland

Zwei Jahre hielt die Türkei ihn wegen Terror-Vorwürfen fest. Nach Sanktionen, Strafzöllen und Drohungen kommt US-Pastor Andrew Brunson nun frei. Das entspannt die Beziehungen zu den USA. Brunson selbst sitzt am Abend im ... » mehr

Proteste in Hongkong

27.05.2020

USA wollen Hongkong Sonderstatus aberkennen

Die US-Regierung will die Einmischung Chinas in Hongkong nicht weiter hinnehmen. Das Außenministerium hat die Grundlage für Strafmaßnahmen vorbereitet. In Hongkong gehen die Menschen unterdessen wieder auf die Straße: Si... » mehr

Trump

21.05.2020

USA ziehen sich aus Abkommen zur Luftüberwachung zurück

US-Präsident Trump kündigt ein weiteres internationales Abkommen auf. Die Schuld dafür schiebt er Russland zu. Besonders betroffen dürften davon aber die Nato-Partner in Europa sein. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand Gartenhütte Zella-Mehlis Zella-Mehlis

Brand Gartenhütte Zella-Mehlis | 27.05.2020 Zella-Mehlis
» 12 Bilder ansehen

Brennender Lkw A73 Eisfeld-Nord

Lkw-Brand A73 Eisfeld | 26.05.2020 Eisfeld-Nord
» 28 Bilder ansehen

Unfall Schleusingen Schleusingen

Unfall Schleusingen | 25.05.2020 Schleusingen
» 7 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 12. 2018
21:29 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.