Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Trump würde nach eigener Aussage Wahlniederlage akzeptieren

Wird Donald Trump das Weiße Haus im Falle einer Wahlniederlage widerstandslos verlassen? Sein Konkurrent bei der Wahl meldete daran kürzlich Zweifel an. Trump hat sich dazu nun geäußert - und gibt auch Einblick, wie er sich als Präsident in Krisenzeiten wahrnimmt.



Coronavirus - USA
Donald Trump würde eine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl akzeptieren.   Foto: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump würde eine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl im November eigenen Worten zufolge akzeptieren. «Wenn ich nicht gewinne, gewinne ich nicht», sagte er am Freitag dem TV-Sender Fox News. Er tue dann andere Dinge.

Trump fügte aber hinzu: «Ich denke, es wäre eine sehr traurige Sache für unser Land.» Trump war auf Äußerungen des designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden, angesprochen worden. Dieser hatte in einem Interview den Gedanken geäußert, dass Trump sich im Falle einer Niederlage weigern könnte, das Weiße Haus zu verlassen.

SELBSTBILD VERSUS FREMDBILD

In dem Interview machte Trump auch deutlich, wie er sich selbst in der Krise sieht: als einender und mitfühlender Präsident. Auf die Frage: «Sind Sie der Präsident, der uns alle vereint, angesichts allem, was in diesem Augenblick geschieht?», sagte Trump: «Ich denke es sicherlich und ich hoffe es sicherlich.» Seine Gegner werfen ihm stattdessen vor, die Gräben nur weiter zu vertiefen statt das Land zu einen - nicht erst seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd, der Proteste und Unruhen in vielen US-Städten ausgelöst hatte.

DER RECHT-UND-ORDNUNG-PRÄSIDENT

Trump stilisiert sich seit Beginn der Proteste als Präsident für Recht und Ordnung - und drohte sogar mit dem Einsatz des Militärs gegen Demonstranten. «Ich denke, der Recht-und-Ordnung-Präsident kann verhindern, dass es je zu einer Situation wie in Seattle kommt», sagte Trump. In der Großstadt an der Westküste haben Demonstranten eine «autonome Zone» eingerichtet. Sie umfasst mehrere Straßenzüge und ist teilweise mit Barrikaden vom Rest der Innenstadt abgegrenzt. Die Polizei ist dort nicht erwünscht. Auf TV-Bildern ist zu sehen, dass gelassene und friedliche Stimmung herrscht.

HÄRTE AUS MITGEFÜHL

Aus Trumps Sicht haben die Regierungen der Stadt und des Staates die Kontrolle über die Stadt verloren. Er bezeichnete die Demonstranten in Tweets bereits als «Anarchisten» und «Terroristen» und drohte, dass seine Regierung Maßnahmen dagegen ergreifen könnte, wenn Gouverneur Jay Inslee und Bürgermeisterin Jenny Durkan nicht handelten. «Wenn du weich und schwach bist, bist du am Ende nicht mitfühlend», sagte Trump bei Fox. «Härte ist manchmal am mitfühlendsten.» Andernfalls käme es zu gefährlichen Situationen, in denen Menschen schwer verletzt würden.

WÜRGEGRIFF IN AUSNAHMESITUATIONEN

In der Debatte um Polizeireformen verteidigte Trump die umstrittene Methode des Würgegriffes in Ausnahmesituationen. Bei einem Kampf eines einzelnen Beamten mit einem Verdächtigen könne es manchmal dazu kommen, dass dieser einen Würgegriff anwendet. «Was soll man dann tun, loslassen und sagen: "Lass uns noch einmal von vorne anfangen, ich darf dich nicht in einem Würgegriff halten?», sagte Trump. Er sagte allerdings auch, dass er Würgegriffe nicht möge: «Ich finde es sehr gut, wenn sie im Allgemeinen beendet werden.» Er wolle eine «mitfühlende, aber starke» Polizei auf den US-Straßen sehen. Würgegriffe der Polizei werden schon seit Jahren angeprangert, ihr komplettes Verbot wird nun diskutiert.

MINNEAPOLIS WILL SICHERHEITSSYSTEM UMBAUEN

In Minneapolis, wo ein weißer Polizeibeamter Floyd am 25. Mai sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken gedrückt hatte, woraufhin der 46-Jährige starb, verabschiedete der Stadtrat am Freitag einstimmig eine Resolution zur Umgestaltung des Sicherheitssystems der Stadt. Die Resolution sieht einen einjährigen Prozess vor, in dem unter Einbezug von Bürgern ein «transformatives neues Modell» für die Sicherheit in der Stadt entworfen werden soll.

SORGE IN DEUTSCHLAND

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich unterdessen besorgt über die Entwicklung in den USA. «Es ist einfach nur traurig, wie tief dieses wunderbare Land und diese Gesellschaft gespalten sind. Vielleicht wird es nach den Wahlen im November wieder besser - ich hoffe es sehr», sagte er dem «Spiegel».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 06. 2020
04:11 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Beamte CDU Demonstranten Donald Trump Fox News Channel Joe Biden Polizei Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte Präsidenten der USA Präsidentschaftswahlen Städte Terroristen US-Präsidentschaftswahlen Wahlniederlagen Weißes Haus Wolfgang Schäuble
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Donald Trump

20.07.2020

Trump lässt offen, ob er Wahlniederlage akzeptieren würde

US-Präsident Donald Trump will eine Niederlage bei der Wahl im November womöglich nicht akzeptieren. » mehr

Vor der Beisetzung von George Floyd

08.06.2020

US-Demokraten wollen Gesetz gegen Polizeigewalt

Millionen Amerikaner haben an seinem Schicksal Anteil genommen, nun wird George Floyd beerdigt. Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl in den USA dauern indes an - und Don... » mehr

Donald Trump

27.06.2020

Trump sagt Golf-Wochenende wegen «Anarchisten» ab

Eigentlich wollte US-Präsident Trump wieder Golfspielen gehen. Nun hat er den Trip abgesagt - um für «Recht und Ordnung» zu sorgen. Grund ist der Sturz von Statuen bei den Protesten wegen George Floyd. » mehr

Letzter Weg

10.06.2020

Bruder Floyds: Tod von George darf nicht umsonst sein

Wie viel ist das Leben eines Schwarzen wert? Das fragt George Floyds Bruder in Washington und fordert nach dessen Beisetzung Gerechtigkeit - die Diskussion über eine Reform der Polizei hält derweil an. Und einzelne Städt... » mehr

Capitol Hill

26.06.2020

Politisches Ringen um Polizeireform in den USA

Nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz soll die US-Polizei reformiert werden. Demokraten und Republikaner streiten über die Tragweite der Neuerungen. Aus Arizona wird ein weiterer Todesfall bei e... » mehr

Donald Trump

12.06.2020

Trump droht mit Einschreiten in «Autonome Zone» in Seattle

In der amerikanischen Großstadt Seattle haben Demonstranten nach dem Tod von George Floyd einige Straßenzüge besetzt - Präsident Trump droht, gegen die «Anarchisten» vorzugehen und setzt sich für eine starke Polizei ein.... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Flächenbrand Limbach Limbach

Flächenbrand Limbach | 09.08.2020 Limbach
» 10 Bilder ansehen

schwerer Verkehrsunfall B281 Hieschendorf - Eisfeld Hirschendorf

Unfall Eisfeld | 09.08.2020 Hirschendorf
» 12 Bilder ansehen

Unfall Motorrad Steinbach Steinbach

Motorradunfall Steinbach | 08.08.2020 Steinbach
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 06. 2020
04:11 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.