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Trump verschärft Angriffe auf Biden

In Umfragen liegt er zurück, prominente Republikaner gehen auf Distanz, die Corona-Zahlen steigen. US-Präsident Trump versucht, mit Wahlkampfauftritten dagegen zu halten. Seine Strategie gut zwei Wochen vor der Wahl: Immer schärfere Attacken auf den Rivalen Biden.



Donald Trump
Donald Trump kurz vor dem Einstieg in die Air Force One am Internationalen Flughafen Las Vegas McCarran.   Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Gut zwei Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA hat der Amtsinhaber Donald Trump die Angriffe auf seinen Herausforderer Joe Biden und dessen Familie verschärft.

«Joe Biden ist und war immer ein korrupter Politiker», sagte Trump am Samstagabend in Janesville im Bundesstaat Wisconsin. «Die Biden-Familie ist ein kriminelles Unternehmen.» Biden selbst hielt sich am Wochenende im Wahlkampf weitgehend im Hintergrund. Bei einem Auftritt in Durham (North Carolina) warf er Trump vor, die Amerikaner in der Corona-Krise weiter anzulügen.

Im Endspurt des Wahlkampfes versucht Trump, Boden gut zu machen. Er hat sich gerade erst von seiner Corona-Infektion erholt. Pro Tag hält er mittlerweile mehrere Wahlkampfauftritte ab, ungeachtet der Pandemie vor dicht gedrängten Anhängern. Trump liegt in landesweiten Umfragen hinter Biden. Wegen des komplizierten Wahlsystems sind die Erhebungen nur begrenzt aussagekräftig. Aber auch in mehreren für die Wahl entscheidenden Bundesstaaten liegt der Demokrat in Führung.

Neben Warnungen vor angeblich für die USA schädlichen und radikalen Plänen Bidens wiederholte Trump in den vergangenen Tagen vor seinen Anhängern die immer gleichen, nicht bewiesenen Vorwürfe gegen seinen Herausforderer. «Er ist ein Krimineller. Er hat Verbrechen begangen», sagte Trump am Samstag in Muskegon (Michigan). Am Freitag beschuldigte Trump in Ocala (Florida) Biden und seine Familie, reich geworden zu sein, «während Amerika ausgeraubt wurde».

Die «Mainstream-Medien» bezeichnete er als «Volksfeinde» und warf ihnen vor, über «die weltweit größte Geschichte» nicht zu berichten - gemeint war die angebliche Korruption des Demokraten. Trump-Anhänger skandierten bei der Nennung von Bidens Namen «Sperrt ihn ein» - mit dieser Parole hatten Trump-Unterstützer im Wahlkampf vor vier Jahren dessen Herausforderin Hillary Clinton bedacht.

Trump erhebt seit langem und ohne Beweise Korruptionsvorwürfe gegen den Ex-Vizepräsidenten Biden und dessen Sohn Hunter, die nun von der Boulevardzeitung «New York Post» befeuert wurden. Das Blatt versuchte in den vergangenen Tagen, Joe Biden in Artikeln mit früheren Geschäften Hunter Bidens in der Ukraine und in China in Verbindung zu bringen. Veröffentlichte E-Mails sollten belegen, dass Hunter Biden damals versucht habe, Profit aus dem Amt seines Vaters als Vizepräsident unter Barack Obama zu schlagen.

Die Echtheit der Mails ist nicht bestätigt. Fragwürdig ist auch, wie sie an die Öffentlichkeit gelangten. Biden nannte die Artikel eine «Schmutzkampagne».

Kommentatoren der «New York Times» riefen die Wähler mit eindringlichen Worten zur Abwahl Trumps auf, der seines Amtes nicht würdig sei. Trumps Bemühungen um seine Wiederwahl stellten «die größte Bedrohung für die amerikanische Demokratie seit dem Zweiten Weltkrieg dar», schreibt das Editorial Board, eine Gruppe von Kommentatoren, die unabhängig von der Nachrichtenredaktion der renommierten US-Zeitung arbeitet.

Trump, der ein «rassistischer Demagoge», ein «Isolationist» und ein «ewiger Showman» sei, habe die schlimmsten Tendenzen in der amerikanischen Politik verschärft und das Land stärker polarisiert, hieß es in dem Kommentar weiter. Seine Amtszeit habe gezeigt, dass er nicht in der Lage sei, die dringlichsten Probleme des Landes zu lösen, weil er selbst das dringlichste Problem des Landes sei.

In den letzten Tagen gingen mehrere prominente Republikaner auf Distanz zu Trump. Dabei steht der Umgang mit der Corona-Krise im Mittelpunkt. In den USA ist wieder ein Aufwärtstrend bei der Anzahl der Neuinfektionen pro Tag zu erkennen, am Freitag lag sie bei fast 70 000. Seit Beginn der Pandemie wurden mehr als 8,1 Millionen Infektionen nachgewiesen, annähernd 220.000 Menschen starben.

© dpa-infocom, dpa:201018-99-984498/6

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19. 10. 2020
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19. 10. 2020
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