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Brennpunkte

Trump hofft auf «spektakuläre» Erholung der US-Wirtschaft

Mehr als 26 Millionen Arbeitslose, ein historischer Einbruch des Wachstums. Die Fakten zeigen: Trump bricht sein Wahlkampf-Argument weg. Aber der US-Präsident verbreitet weiter Optimismus.



Donald Trump
Donald Trump drängt auf eine baldige Wiedereröffnung der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten.   Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Trotz verheerender Schäden durch die Corona-Krise setzt US-Präsident Donald Trump auf eine rasante Erholung der Wirtschaft.

Im dritten, vor allem aber im vierten Quartal werde es in den USA ein «spektakuläres» Wirtschaftswachstum geben, versprach Trump bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses an. Auch das kommende Jahr werde «phänomenal». Trump drang erneut auf eine baldige Wiederöffnung der Wirtschaft - die «schnell, aber sicher» erfolgen müsse.

WARNUNG VOR HISTORISCHEM EINBRUCH

Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett hatte im Sender CNBC gesagt, im zweiten Quartal müssten sich die Amerikaner darauf einstellen, dass die US-Wirtschaft so stark wie seit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre nicht mehr schrumpfen werde. Im Mai könne die Arbeitslosenquote auf 16 bis 17 Prozent ansteigen. Im Februar hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Infolge der Corona-Pandemie haben in den USA inzwischen mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren.

KRITIK AN CHINA

Trump macht erneut China für die weltweite Verbreitung des neuartigen Coronavirus verantwortlich. Dort war das Virus zuerst festgestellt worden. «Wir sind nicht glücklich mit China», sagte Trump. Seine Regierung habe eine «ernste Untersuchung» begonnen, wie es zu der Ausbreitung des Virus habe kommen können. Es gebe «viele Wege», wie China zur Rechenschaft gezogen werden könnte, warnte er.

TRUMP VERSPRICHT MEHR TESTS

Trump kündigte an, die Test-Kapazitäten in den USA in den kommenden Tagen dramatisch auszuweiten. «Wir wollen unser Land öffnen», sagte er. Trumps Regierung ist seit Wochen wegen eines Mangels an Tests in der Kritik. «Wir machen viel mehr und bessere Tests als alle anderen Länder auf der Welt, aber die Medien beschweren sich immer nur», schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. Eine Ausweitung der Test-Kapazitäten gilt als Voraussetzung für die Wiederöffnung der Wirtschaft. Vizepräsident Mike Pence sagte, bislang seien 5,4 Millionen Coronavirus-Tests durchgeführt worden. Die Regierung gehe davon aus, dass genug Tests vorhanden seien, damit Bundesstaaten in die erste Phase der Lockerung der Schutzmaßnahmen eintreten könnten.

BUNDESSTAATEN LOCKERN MASSNAHMEN

Trump hatte Mitte April Richtlinien vorgestellt, um die Bundesstaaten in der Corona-Krise in drei Phasen auf den Weg zur Normalität zurückzuführen. Vor dem Eintritt in jede der Phasen sollen sie eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem sollen die Bundesstaaten einen Rückgang der nachgewiesenen Infektionen über jeweils einen 14-tägigen Zeitraum verzeichnen. Mehrere Bundesstaaten kündigten eine Lockerung der Schutzmaßnahmen an, darunter am Montag etwa der wichtige Bundesstaat Texas.

FAST EINE MILLION INFEKTIONEN IN DEN USA

Trump sagte am Montagabend: «Alle Teile des Landes sind entweder in guter Verfassung oder werden besser.» Die Strategie seiner Regierung, die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, habe «zahllose Leben» gerettet, behauptete er. Bis Montagabend verzeichneten die USA rund 990.000 der weltweit mehr als drei Millionen bestätigten Infektionsfälle mit dem Virus. Infolge des Coronavirus kamen mehr als 56.000 Menschen in den USA ums Leben.

TRUMP WILL NICHT AM WAHLTERMIN RÜTTELN

Der Republikaner Trump wies Spekulationen seines demokratischen Herausforderers Joe Biden über eine mögliche Verschiebung des Termins für die Präsidentschaftswahl am 3. November wegen der Corona-Krise zurück. «Ich habe nie auch nur daran gedacht, den Wahltermin zu verschieben», sagte Trump. Trumps wichtigstes Wiederwahl-Argument war bis zur Corona-Krise die brummende US-Wirtschaft. Ex-Vizepräsident Biden hatte nach Angaben von Journalisten zuletzt gesagt, er glaube, Trump wolle den Wahltermin nach hinten verschieben, weil dieser sich nur so eine Chance auf einen Sieg ausrechne.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 04. 2020
14:45 Uhr

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28. 04. 2020
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