Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

Brennpunkte

Trump erkennt Klimawandel nun doch an

Seine Meinung ändert Trump häufig. Trotzdem überrascht jetzt seine Aussage, dass er nun doch an den Klimawandel glaube. Unschlüssig ist er aber noch über dessen Ursachen.



Trump in Ohio
Hält den Klimawandel inzwischen für Realität: US-Präsident Donald Trump.   Foto: Evan Vucci/AP

US-Präsident Donald Trump erkennt den Klimawandel nun doch als Tatsche an, zweifelt aber weiter an einer Verantwortung der Menschheit für die Erderwärmung.

«Ich bestreite den Klimawandel nicht», sagte Trump in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des US-Senders CBS. Er bezweifle aber Analysen von Wissenschaftlern, wonach menschliches Handeln für die steigenden Temperaturen weltweit verantwortlich seien. «Wissenschaftler haben eine politische Agenda», sagte Trump.

In dem Interview äußerte sich Trump auch über eine mögliche Verstrickung des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Attentate. Der EU warf er erneut feindseliges Verhalten in Handelsfragen vor.

Trumps Meinungswandel beim Klima kommt überraschend. In der Zeit vor seiner Präsidentschaft hatte er wiederholt über Warnungen von Experten gespottet. So hatte er beispielsweise Ende 2013 auf Twitter geschrieben: «Globale Erderwärmung ist ein totaler, und sehr teurer, Scherz!» Im vergangenen Jahr hatte er als Präsident den Ausstieg der USA aus dem von seinem Vorgänger Barack Obama mitverhandelten Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. In den vergangenen Tagen hatte der ungewöhnlich heftige Hurrikan «Michael» schwere Verwüstung in mehreren US-Bundesstaaten angerichtet.

Auf seine frühere Haltung zur Erderwärmung angesprochen, antwortete der Präsident: «Ich denke nicht, dass es ein Scherz ist.» Trump betonte aber, er wolle durch Klimaschutzmaßnahmen nicht Millionen Jobs und Milliarden Dollar verlieren.

Erst vergangene Woche hatte der Weltklimarat der Vereinten Nationen in einem Sonderbericht rasches Handeln in allen Bereichen gefordert, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Zwar seien die Folgen für die Weltbevölkerung dann immer noch dramatisch. Eine Erwärmung um zwei Grad würde die Lebensgrundlagen für Hunderte Millionen Menschen aber noch viel stärker bedrohen, warnen die Experten.

Auch zu Kremlchef Wladimir Putin schlug Trump eine andere Tonart an. Auf die Frage, ob er zustimme, dass der russische Präsident in Attentate etwa durch Vergiftungen verwickelt sei, sagte Trump: «Wahrscheinlich ist er es, ja. Wahrscheinlich.» Im persönlichen Umgang mit Putin trete er «sehr hart» auf, betonte der US-Präsident.

Putins Sprecher Dmitri Peskow wollte am Montag Trumps Äußerungen nicht direkt kommentieren. Er gehe davon aus, dass der US-Präsident dies nicht so gemeint habe. Für derartige Anschuldigungen gebe es keine Belege, geschweige denn Beweise, sagte Peskow.

Trump war im Juli für einen Auftritt mit Putin nach einem Gipfeltreffen der beiden Präsidenten in Helsinki in die Kritik geraten. Für Entrüstung in den USA sorgte damals, dass sich Trump bei der Pressekonferenz mit Putin nicht klar hinter die eigenen Sicherheitsbehörden stellte, die Russland Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 vorwerfen. Trump sagte in dem CBS-Interview, die Russen hätten sich eingemischt. «Aber ich denke, dass China sich auch eingemischt hat.» Er halte China für das «größere Problem».

Der frühere russische Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren im März in Großbritannien mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden und nur knapp dem Tod entkommen. Großbritannien macht russische Agenten für den Giftanschlag verantwortlich.

Die USA, Deutschland, Frankreich und Kanada hatten im vergangenen Monat erklärt, dass sie den britischen Ermittlungsergebnissen voll vertrauten. Diese Ergebnisse beinhalten auch, dass «diese Operation mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf hoher Regierungsebene gebilligt wurde». Russland dementiert jede Verantwortung für den Anschlag.

Der EU warf Trump erneut vor, die USA beim Handel zu benachteiligen. «Die Europäische Union wurde gebildet, um uns beim Handel auszunutzen», sagte der US-Präsient. Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatten sich im Juli darauf geeinigt, den Handelskonflikt beilegen zu wollen. Eine konkrete Vereinbarung dazu gibt es bisher nicht.

Laut einer aktuellen Umfrage für den Sender CNN trauen immer mehr Amerikaner Trump eine Wiederwahl im Jahr 2020 zu. Demnach glauben 46 Prozent an eine weitere Amtszeit Trumps, 47 Prozent sehen seine Chancen dagegen skeptisch. Im März hatten noch 54 Prozent der Amerikaner an einer zweiten Amtszeit gezweifelt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 10. 2018
12:54 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Attentate Barack Obama CNN Columbia Broadcasting System Donald Trump Erderwärmung Giftanschläge Handelskonflikte Intergovernmental Panel on Climate Change Interviews Jean-Claude Juncker Klimaveränderung Millionen Jobs Nato Präsidenten der Europäischen Kommission Twitter UNO Wladimir Wladimirowitsch Putin
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Verdächtiges Paket in New York

25.10.2018

Weitere Trump-Kritiker werden in USA zur Zielscheibe

Wer verschickt gepolsterte Umschläge mit Rohrbomben an berühmte Demokraten in den USA? Nachdem Unbekannte acht Prominente ins Visier genommen haben, steigt der Druck auf die Polizei. Die verdächtigen Sendungen im Postsys... » mehr

Kampf gegen die Flammen

16.04.2019

Feuer verwüstet Pariser Kathedrale Notre-Dame

Eine riesige Rauchsäule steht über einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt - der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Über Stunden schlagen Flammen lichterloh aus dem Dachstuhl. Nicht nur Paris ist entsetzt. » mehr

Am Triumphbogen

11.11.2018

Weltkriegsgedenken: Warnungen vor neuem Nationalismus

Der Papst forderte zum Weltkriegs-Gedenken ein Ende der «Kultur des Todes» und der blutigen Konflikte in der Welt. Und Macron mahnte, «alte Dämonen» stiegen wieder auf. Manche Adressaten der Warnungen waren mit dabei, be... » mehr

George Bush im Weißen Haus

01.12.2018

«Freund der Deutschen»: Ex-Präsident George H. W. Bush tot

George H. W. Bush verbrachte fast sein ganzes Leben mit seiner Frau Barbara. Nun ist er rund ein halbes Jahr nach ihr gestorben. Das Land trauert, auch weltweit ist die Anteilnahme groß. Deutschland ist Bush zu besondere... » mehr

Kirstjen Nielsen

08.04.2019

Heimatschutzministerin Nielsen verlässt Trumps Regierung

In der Regierungsmannschaft von US-Präsident Trump gibt es den nächsten Abgang: Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen räumt ihren Posten. Sie war für Trumps umstrittene Grenzpolitik zuständig - und da hat der Präsident... » mehr

«Fridays for Future»-Demo in Freiburg

15.03.2019

Weltweit Schülerproteste fürs Klima in mehr als 100 Staaten

«Die Zeit rennt, ihr pennt!» - mit bissigen Slogans fordern Schüler weltweit seit Monaten immer freitags eine Umkehr in der Klimapolitik. Die Proteste gipfelten jetzt in einem globalen Aktionstag. Dabei soll es aber nich... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

mt-svw-brunnen001.jpg Meiningen

Schlossbrunnen Meiningen | 25.04.2019 Meiningen
» 15 Bilder ansehen

Brand Saaldorf Saaldorf

Löscheinsatz Saaldorf | 25.04.2019 Saaldorf
» 11 Bilder ansehen

Waldbrand Plaue Plaue

Waldbrand Plaue | 24.04.2019 Plaue
» 59 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 10. 2018
12:54 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".