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Tote bei Bombenanschlag auf Polizeischule in Kolumbien

Der Täter rast mit seinem Auto auf das Gelände der Akademie, dann explodiert der Wagen. Wer hinter dem Anschlag in Bogotá steckt, ist zunächst unklar. Drogenbanden und linke Rebellen fordern in Kolumbien immer wieder den Staat heraus.



Bombenanschlag
Ermittler und Feuerwehrmänner sind nach dem Autobombenanschlag auf dem Gelände der Polizeischule General Santander im Einsatz.   Foto: colprensa

Der Terror ist zurück in Bogotá: Mindestens acht Menschen sind bei einem schweren Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in der kolumbianischen Hauptstadt ums Leben gekommen.

23 weitere Menschen wurden verletzt, als auf dem Gelände der Polizeischule General Santander im Süden der Millionenmetropole eine Autobombe detonierte, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft steuerte der Täter sein Auto durch den Haupteingang der Akademie. Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände. Dort explodierte das Auto. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, das Fahrzeug brannte aus.

Der Täter, der ums Leben kam, wurde identifiziert. Ersten Ermittlungen zufolge war das Auto mit 80 Kilogramm Sprengstoff beladen, sagte Generalstaatsanwalt Néstor Humberto Martínez.

Kolumbien litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Rebellengruppen und das Medellín-Kartell von Drogenboss Pablo Escobar verübten vor allem in den 1980er Jahren immer wieder schwere Sprengstoffanschläge in der Hauptstadt Bogotá.

Zuletzt hatte sich die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land aber verbessert. Die größte Rebellenorganisation Farc hat mittlerweile einen Friedensvertrag mit der Regierung abgeschlossen und die Waffen niederlegt. Allerdings kämpft die kleinere Guerillagruppe ELN noch immer gegen den Staat. Auch Verbrechersyndikate, die in Drogenschmuggel verwickelt sind, liefern sich immer wieder blutige Auseinandersetzungen mit Polizei und Streitkräften.

«Dieser Anschlag wird nicht ungesühnt bleiben. Wir Kolumbianer haben uns nie dem Terrorismus unterworfen», sagte Präsident Iván Duque am Tatort. Auch Kolumbiens Ex-Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos verurteilte den «feigen Anschlag»: «Meine ganze Solidarität gilt unseren Helden von der Polizei und ihren Familien», schrieb er auf Twitter.

Vor einem Jahr wurden bei einem Anschlag auf eine Polizeiwache in der Hafenstadt Barranquilla fünf Beamte getötet und zahlreiche weitere verletzt. Die Regierung setzte die Friedensgespräche mit den ELN-Rebellen daraufhin aus. Erst vor wenigen Tagen hatten ELN-Kämpfer im Osten von Kolumbien den Helikopter einer privaten Sicherheitsfirma abgeschossen, drei Mitarbeiter als Geiseln genommen und 1,7 Milliarden Pesos (478.000 Euro) gestohlen.

Auch Vertreter der früheren Farc-Rebellen, die mittlerweile als politische Partei für ihre Ziele eintreten, verurteilten den Bombenanschlag. «Das Attentat auf die Polizeischule General Santander ist sehr bedauerlich. Solidarität mit den Familien der Opfer», schrieb Farc-Senatorin Victoria Sandino auf Twitter. «Wir müssen uns fragen, wer von solchen Aktionen profitiert und welche Ziele sie verfolgen.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
17. 01. 2019
20:20 Uhr

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17. 01. 2019
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