Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Todesrisiko auf E-Bike höher als auf Fahrrad

Nur gut fünf Prozent aller Fahrräder sind mit einem Elektromotor ausgerüstet. In tödliche Unfälle sind die Fahrer dieser Pedelecs jedoch viel häufiger verwickelt. Eine Versicherung hat das Risiko berechnet.



Todesrisiko auf E-Bike dreimal höher als auf Fahrrad
Bei einer Fahrt auf dem Elektrorad ist die Gefahr eines tödlichen Unfalls nach Berechnungen der Allianz dreimal höher als auf einem normalen Fahrrad ohne Motor.   Foto: Caroline Seidel

Die Gefahr eines tödlichen Unfalls mit einem Pedelec ist nach Berechnungen der Allianz viel höher als mit einem normalen Fahrrad ohne Motor. Eine größere Unfallgefahr besteht demnach keineswegs nur für Senioren.

«Über alle Altersgruppen zusammengefasst ist das Getötetenrisiko im Fünf-Jahresmittel auf dem Pedelec dreimal so hoch wie auf dem herkömmlichen Rad», sagte Jörg Kubitzki, Unfallforscher bei Europas größtem Versicherer. Im vergangenen Jahr kamen nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes auf deutschen Straßen 445 Radfahrer ums Leben, davon 89 mit einem Pedelec.

Von den geschätzt 77 Millionen Fahrrädern in Deutschland sind nach einer Studie des Bundesverkehrsministeriums bislang vier Millionen als Pedelecs mit Motorantrieb unterwegs, gut fünf Prozent. Der Anteil der getöteten Pedelec-Fahrer an allen tödlich verunglückten Radlern beträgt in der Allianz-Zeitreihe aber fast 18 Prozent. 2018 saßen 20 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrer laut Destatis auf einem Pedelec, im ersten Quartal 2019 sogar gut 25 Prozent.

Die Allianz hat für ihre Berechnung die Unfallzahlen des Statistischen Bundesamts in Beziehung zu den geschätzten Fahrkilometern gesetzt, die das Bundesverkehrsministerium in der Studie «Mobilität in Deutschland» veröffentlicht hatte. «Pedelecs sind auch dann gefährlicher gegenüber nicht motorisierten Fahrrädern, wenn die Fahrleistung beider Fahrzeugarten berücksichtigt wird», sagte Unfallforscher Kubitzki.

Demnach kommen im statistischen Schnitt pro Milliarde gefahrener Kilometer 11,64 Pedelec-Fahrer ums Leben, die vergleichbare Quote für nicht motorisierte Fahrräder liegt bei 8,96. Pedelec ist der Fachbegriff für die gängigen E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde, bei denen die Fahrer noch selbst in die Pedale treten müssen.

In Hamburg verunglückte am Samstag der Fahrer eines besonders schnellen E-Bikes tödlich. Er stürzte nach Angaben der Polizei mit dem S-Pedelec. Wie es zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Bei S-Pedelecs steht das S für Speed, also Schnelligkeit. Bei ihnen funktioniert die Tretunterstützung bis zu Tempo 45. S-Pedelecs gelten verkehrsrechtlich nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad.

Bei Gummersbach prallte ein E-Bike-Fahrer ohne Helm gegen eine Wand und verletzte sich lebensgefährlich. Der 51-Jährige hatte nach Angaben der Polizei auf einer stark abschüssigen Straße die Kontrolle über sein Rad verloren.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 07. 2019
21:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Debakel E-Bikes Elektromotoren Fahrräder Fahrzeugtypen Jörg Kubitzki Polizei Radfahrer Statistisches Bundesamt Unfallgefahren Unfallzahlen Verkehrsrecht Versicherungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Sicherheit im Straßenverkehr

13.12.2019

Radfahrer verursachen immer mehr Unfälle

Die Zahl der Fahrräder in Deutschland steigt und steigt - und das hat Folgen für die Verkehrssicherheit. Denn die Zahl der Unfälle auf zwei Rädern steigt. In vielen Kommunen ist die (Un)-Sicherheit auf Radwegen ein dräng... » mehr

Mahnwache des ADFC

11.02.2020

Unter Rädern von Lastwagen: Mehr Radfahrer-Schutz gefordert

Es passiert bei Tempo 15: Ein Lkw biegt rechts ab, hat aber noch einen Radler rechts neben sich. Im Schnitt alle zwei Wochen endet das hierzulande tödlich. Ein Fahrradclub und der Spitzenverband der Transportlogistiker f... » mehr

Crashtest mit einem Radfahrer

22.08.2019

Immer mehr Radfahrer sterben bei Verkehrsunfällen

Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Fahrradfahrer ist in den vergangenen Jahren häufig gestiegen. Nun ist in den ersten fünf Monaten ein neuer Höchststand erreicht. Experten schlagen Alarm. » mehr

Zerstörtes Fahrrad

30.01.2020

Radler und Fußgänger im Straßenverkehr wenig geschützt

Die Gesamtzahl der Verkehrstoten sinkt in Europa. Doch das liegt am immer ausgefeilteren Schutz für Autoinsassen. Für Fußgänger und Radfahrer wird einer neuen Studie zufolge viel zu wenig getan. » mehr

Radverkehr

29.12.2019

Scheuer: Klimaziele nur mit starkem Radverkehr zu erreichen

Deutschland ist «Autoland» - wird es nun auch zur «Radnation»? Der Weg dahin ist lang. Aber es gibt nun mehr Geld für den Radverkehr. » mehr

E-Scooter

29.01.2020

Zu rücksichtslos unterwegs? Der Streit um die E-Scooter

Rücksichtslose Fahrer, missachtete Verkehrsregeln, achtlos abgestellte Fahrzeuge, viele Unfälle, schwere Verletzungen, kaum Nutzen für den Mobilitäts-Mix: Experten sehen E-Scooter zunehmend kritisch. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw in Graben A71 Rentwertshausen 27.02.20

Lkw in Graben A71 Rentwertshausen | 28.02.2020 Rentwertshausen
» 4 Bilder ansehen

Schneeunfall Schleusingen Schleusingen

Schneeunfall Schleusingen | 27.02.2020 Schleusingen
» 10 Bilder ansehen

Unfall auf der A73 zwischen Schleusingen und Eisfeld

Unfall zwischen Schleusingen und Eisfeld |
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 07. 2019
21:22 Uhr



^