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Tod in der Höhle: Polizei geht von brutalem Verbrechen aus

Ein Deutscher soll auf Teneriffa seine getrennt lebende Frau und seinen kleinen Sohn zu Tode geprügelt haben. Nachbarn zufolge lebte der Mann abgeschottet auf der Insel. Die Opfer waren angereist.



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Polizisten und Mitglieder der Guardia Civil auf der Straße, die zu dem mutmaßlichen Tatort führt.   Foto: Andres Gutierrez/AP » zu den Bildern

Der Tod einer Deutschen und ihres zehnjährigen Sohnes in einer Höhle auf Teneriffa geht laut spanischer Polizei auf ein skrupelloses Verbrechen zurück. «Alles deutet darauf hin, dass die Mutter und ihr Kind in der Höhle brutal zu Tode geprügelt wurden», sagte ein Sprecher der Ermittler.

Am mutmaßlichen Tatort rund 15 Kilometer von der Gemeinde Adeje entfernt sei viel Blut gewesen. Der 43 Jahre alte Ehemann wurde schon vor der Entdeckung der Leichen vorläufig festgenommen. Der kleine Bruder des toten Jungen hatte der Polizei zuvor von einem brutalen Angriff des Vaters erzählt und so eine große Suchaktion ausgelöst. Noch am Donnerstag bestritt der Verdächtige, etwas mit dem Tod seiner Frau und seines Kindes zu tun zu haben. Er soll am Freitag dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Die Autopsie der Leichen könnte Aufschluss zur Tat bringen.

Die Leichen wurden nach Medienberichten von einem deutschen Freiwilligen entdeckt. Er gehörte zu einem Suchteam von 100 Menschen.

Unter Berufung auf die Polizei berichtete die Regionalzeitung «Diario de Avisos», der Verdächtige weise «leichte Verletzungen auf, die auf einen Kampf hindeuten». Bei seiner Festnahme habe der Mann heftigen Widerstand geleistet, erklärte der Vertreter des Madrider Innenministeriums auf den Kanaren, Juan Salvador León. In der Vernehmung habe der Mann beteuert, seine Frau und sein Sohn seien noch am Leben gewesen, als er die Höhle verlassen habe. Ein Sprecher der Polizei sagte, es gebe noch «sehr vieles zu klären». Laut der deutschen Polizei stammt die Familie aus Sachsen-Anhalt.

Der kleine Bruder des toten Jungen, nach verschiedenen Angaben fünf bis sechs Jahre alt, war am Dienstagnachmittag von Passanten weinend, mit dreckiger Kleidung und unter Schock aufgegriffen worden. Die Behörden schätzen, dass das Kind zuvor an die fünf Stunden lang auf der Insel umher geirrt war. Der Fünfjährige habe anschließend der Polizei erzählt, dass der Vater die ganze Familie am Dienstag mit dem Wagen zur Höhle gefahren habe. Dort habe er sowohl die Mutter als auch die beiden Kinder brutal attackiert, berichteten Medien. Dem Kleinen sei nach eigenen Angaben dann die Flucht gelungen.

«Der Kleine war sehr erschrocken, zitterte, hatte viel Angst und bat darum, dass man ihn nach Deutschland bringt», sagte eine Frau, die den Jungen aufgriff und zur Polizei brachte, der Zeitung «El Día». Der Junge wurde derweil von Sozialarbeitern und Psychologen betreut. Laut Medien hatten sich die Eltern schon vor einiger Zeit getrennt.

Adejes Bürgermeister José Miguel Rodríguez Fraga sagte, der Deutsche wohne den Erkenntnissen zufolge schon seit einiger Zeit dauerhaft in der 43 000-Einwohner-Gemeinde, sei aber nicht gemeldet gewesen. Seine in Deutschland wohnende Familie sei regelmäßig zu Besuch gekommen. Die 39 Jahre alte Frau und die Kinder waren laut Bürgermeister erst am Montag auf Teneriffa eingetroffen. Gegen den Festgenommenen lägen in Spanien keine Anzeigen wegen häuslicher Gewalt vor.

Die deutsche Familientragödie löste nicht nur in Adeje, sondern in ganz Spanien große Bestürzung, Anteilnahme und Interesse aus. Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte sich auf Twitter mit tiefem Bedauern und Erschütterung: «Aus Adeje (Teneriffa) erreichen uns die schlimmsten Nachrichten. Eine Frau und ihr Sohn sind ermordet worden. Die Macho-Gewalt schlägt wieder doppelt zu», schrieb der Sozialist. Sánchez verurteilte die Gewalt gegen Frauen und die häusliche Gewalt, die in Spanien dieses Jahr bereits 18 Frauen das Leben kostete.

Nachbarn des Deutschen in Adeje wussten wenig zu berichten. Nachbarin Nati, die nach eigenen Angaben «seit eineinhalb Jahren Tür an Tür» mit dem Mann wohnte, sagte zu «Diario de Avisos», der Mann habe sich abgeschottet. «Er saß immer auf der Terrasse, hat sich gesonnt, und las jeden Tag fünf oder sechs Stunden lang Zeitung. Gearbeitet hat er wohl nicht.» Andere Nachbarn erzählten, der Deutsche sei oft nur aus dem Haus gegangen, um mit einem Hund spazieren zu gehen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 04. 2019
17:46 Uhr

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25. 04. 2019
17:46 Uhr



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