Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

«Time Magazine» kürt Greta Thunberg zur Person des Jahres

An einer 16-jährigen Schwedin führt in diesem Jahr einfach kein Weg vorbei: Greta Thunberg wird vom US-Magazin «Time» zur Persönlichkeit des Jahres 2019 ernannt. «Wow, das ist unglaublich!», jubelt die junge Klimaaktivistin.



Klimaaktivistin Thunberg
Mit diesem Aufruf wurde sie weltberühmt: Greta Thunberg und ihr Banner mit der Aufschrift «Skolstrejk För Klimatet» (Schulstreik für das Klima).   Foto: Armando Franca/AP/dpa

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist als jüngste Persönlichkeit überhaupt vom «Time Magazine» zur Person des Jahres gekürt worden.

«Greta Thunberg ist die überzeugendste Stimme zur wichtigsten Angelegenheit unseres Planeten geworden», erklärte das US-Magazin am Mittwoch. Was mit einem empörten Teenager und einem plötzlichen Ausbruch der Rebellion begonnen habe, sei zu einem der unwahrscheinlichsten und schnellsten Aufstiege zu globalem Einfluss der Weltgeschichte geworden, schrieb das Magazin über die 16-Jährige.

Die Jugendliche, die einst einsam vor dem Parlament in Stockholm protestiert habe, sei innerhalb von etwas mehr als einem Jahr zur Anführerin einer weltweiten Jugendbewegung geworden.

Die «Time»-Redaktion würdigt mit dem Titel seit 1927 die Persönlichkeiten des Weltgeschehens, die das vergangene Jahr am stärksten geprägt haben. 2015 - im Jahr der Flüchtlingskrise - war zum Beispiel Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Person des Jahres ernannt worden. Ein Jahr später wurde das Donald Trump, nachdem er kurz zuvor die US-Präsidentschaftswahl gewonnen hatte.

2018 wurde unter anderen der ermordete saudische Journalist Jamal Khashoggi gemeinsam mit weiteren Reportern zur Person des Jahres gekürt. In der Vergangenheit gehörten auch Königin Elizabeth II., Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela sowie Adolf Hitler und Josef Stalin zu den Geehrten.

Thunberg ist die Initiatorin der internationalen Klimabewegung Fridays for Future. Sie hatte sich im August 2018 vor den Reichstag in Stockholm gesetzt, um die Politiker ihres Landes zu einem stärkeren Einsatz gegen den Klimawandel zu bewegen. Mittlerweile protestieren regelmäßig Abertausende Menschen in aller Welt für mehr Klimaschutz, besonders viele davon auch in Deutschland. Thunberg wurde für ihren Einsatz gegen die Klimakrise unter anderem bereits mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International sowie dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Wenige Stunden vor der «Time»-Bekanntgabe hatte Thunberg eine Rede auf der Weltklimakonferenz in Madrid gehalten. Darin kritisierte die junge Schwedin die Regierungen wohlhabender Staaten für ihre Untätigkeit im Kampf gegen den Klimawandel scharf.

In einer auf wissenschaftliche Daten zu CO2-Emissionen und die Erderwärmung gestützten Rede legte sie eindringlich die Fakten zu den Folgen dar, sollten die Ziele des Pariser Abkommens zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad verfehlt werden.

«Jeder Bruchteil eines Grades zählt», sagte Thunberg. Die eigentliche Gefahr sei nicht die Untätigkeit der für die Krise verantwortlichen Regierungen und Unternehmen, «sondern die Tatsache, dass Politiker und Konzernchefs es so aussehen lassen, als würden sie etwas tun». Das in drei Wochen beginnende neue Jahrzehnt werde «unsere Zukunft definieren». Die Menschen bräuchten jetzt unbedingt ein Zeichen der Hoffnung. «Aber es gibt Hoffnung, ich habe es gesehen - aber sie kommt nicht von Regierungen und Konzernen, sondern vom Volk.»

Thunberg ist die erste Schwedin und die jüngste Person überhaupt, die den Titel erhält. «Das ist natürlich riesengroß. Ich bin sehr dankbar und hoffe, dass das der Bewegung helfen wird», sagte sie kurz nach der Bekanntgabe der schwedischen Zeitung «Dagens Nyheter». Später schrieb sie auf Twitter: «Wow, das ist unglaublich! Ich teile diese große Ehre mit jedem in der Fridays-for-Future-Bewegung und Klimaaktivisten überall.»

Auch andere lobten die Auswahl. «Brillante Entscheidung», schrieb der Klimaaktivist und frühere US-Vizepräsident Al Gore auf Twitter. «Greta verkörpert die moralische Autorität der Jugendaktivistenbewegung, die fordert, dass wir sofort handeln, um die Klimakrise zu lösen. Sie ist eine Inspiration für mich und für die Menschen in aller Welt.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
17:59 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Adolf Hitler Al Gore Amnesty International Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel Donald Trump Erderwärmung Friedensnobelpreisträger Greta Thunberg Jamal Khashoggi Josef Stalin Kinder und Jugendliche Klimaschutz Klimaveränderung Menschenrechtspreise Nelson Mandela Regierungen und Regierungseinrichtungen Twitter US-Präsidentschaftswahlen Weltklimakonferenzen englische Queen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Grenzkonflikt

11.10.2019

Abiy Ahmed erhält Friedensnobelpreis

Viele hatten mit Klimaaktivistin Greta Thunberg als Preisträgerin gerechnet. Doch der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr ans Horn von Afrika. Dort ist der Jubel groß - auch wenn der Preisträger noch lange nicht am Zi... » mehr

Demo in Madrid

07.12.2019

Klimagipfel in Madrid geht in entscheidende Woche

Appelle, Proteste und Hiobsbotschaften gab es in der ersten Woche des Madrider Klimagipfels genug. Aber werden die Verantwortlichen jetzt auch konkrete Maßnahmen beschließen? Die Blicke richten sich speziell auf die EU. ... » mehr

Neubauer und Thunberg

24.07.2020

Fridays for Future will wieder weltweit auf die Straße

Seit Monaten können wegen der Corona-Pandemie keine Klimagroßproteste stattfinden. Damit soll in gut zwei Monaten Schluss sein: Dann will die Bewegung Fridays for Future wieder lautstark in Deutschland und darüber hinaus... » mehr

EU-Gipfel in Brüssel

13.12.2019

EU-Staaten einigen sich auf Klimaziel für 2050

Mühsames Ringen um einzelne Wörter in den Verhandlungsräumen, lautstarke Forderungen nach mehr Klimaschutz außen herum: Der planmäßig letzte Tag auf der UN-Klimakonferenz in Madrid dürfte lang werden. Es geht um viel. » mehr

Schwere Explosion

05.08.2020

Beirut unter Schock - Zahl der Toten steigt auf mindestens 100

Der Libanon steckt derzeit in einer seiner schwersten Krisen. Mitten in diesen politischen Turbulenzen kommt es am Hafen von Beirut zu einer gewaltigen Explosion. Retter zählen am Abend Dutzende Todesopfer und enorm viel... » mehr

Boris Johnson

07.04.2020

Boris Johnson in «stabilem Zustand»

Aufatmen in Großbritannien: Regierungschef Boris Johnson geht es etwas besser. Über den Berg ist er damit aber wohl noch nicht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unwetter Meiningen 11.08.20 Meiningen

Starkregen in Meiningen | 11.08.2020 Meiningen
» 4 Bilder ansehen

Lkw mit Gülle an Bord kippt um Meiningen

Mit Gülle beladener Lkw kippt um | 11.08.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Montgolfiade Heldburg

Montgolfiade | Heldburg
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
17:59 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.