Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Brennpunkte

Tausende protestieren im Libanon

Es sind die größten Proteste im Libanon seit mehreren Jahren. Straßenbarrikaden und Autoreifen brennen, in einigen Straßen von Beirut liegt dichter Rauch in der Luft. Einer der Gründe für die Proteste ist eine Gebühr für Telefonate über WhatsApp.



Wut auf die Politik
Viele Libanesen verschaffen ihrem Frust über die Zustände im Land Ausdruck.   Foto: Marwan Naamani/dpa » zu den Bildern

Mit brennenden Barrikaden, Protestzügen und Blockaden haben Tausende Demonstranten das öffentliche Leben im Libanon größtenteils lahmgelegt. Schulen blieben geschlossen, ebenso wie viele Geschäfte an zentralen Plätzen in der Innenstadt von Beirut.

Die Proteste richteten sich gegen Korruption und geplante Sparmaßnahmen der Regierung des Mittelmeerstaates. Am Donnerstag hatte Informationsminister Dschamal Dscharra zunächst eine tägliche Gebühr von 0,20 US-Dollar auf die Nutzung von Kommunikationsdiensten wie WhatsApp zum Telefonieren bekanntgegeben.

Bereits in der Nacht zum Freitag waren Tausende Menschen in mehreren Städten des Libanon auf die Straße gegangen. Sie zündeten Straßenbarrikaden und Autoreifen an. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Bei Zusammenstößen wurden nach Angaben des Innenministeriums und des Roten Kreuzes etwa 60 Polizisten und mehr als 100 Demonstranten in der Hauptstadt Beirut verletzt.

Der Libanon mit 6,8 Millionen Einwohnern kämpft mit einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Staatsverschuldung liegt bei 86 Milliarden US-Dollar (gut 77 Milliarden Euro), was einer Quote von etwa 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Es ist eine der höchsten Schuldenquoten weltweit.

Angesichts der Proteste verkündete Telekommunikationsminister Mohammed Schukair nur Stunden nach der umstrittenen Entscheidung zur Gebühr für Internettelefonie, dass die Änderung nicht in Kraft treten werde. Die Proteste gingen dennoch weiter.

«Wir werden die Straße nicht verlassen, bis die Diebe in der Regierung nicht verschwinden», sagte der 27-jährige Mahmoud. Viele Demonstranten trugen die libanesische Flagge und forderten die Politiker zum Rücktritt auf. «Die Regierung und der Präsident müssen verschwinden. Alle Libanesen sind hungrig und haben kein Geld und keine Jobs», sagte Hania Mabsut.

Demonstranten stürmten unter anderem das Büro eines schiitischen Abgeordneten im Südlibanon. Sie blockierten auch die Hauptstraße in Richtung des internationalen Flughafens von Beirut. Einige Passagiere versuchten, zu Fuß mit ihren Koffern den Flughafen zu erreichen. Soldaten räumten am Freitag brennende Reifen und Barrikaden zur Seite und versuchten, blockierte Straßen zu öffnen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
15:40 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Barrikaden Bruttoinlandsprodukt Demonstranten Dollar Finanzkrisen Internettelefonie Polizei Polizistinnen und Polizisten Regierungen und Regierungseinrichtungen Sozialer oder politischer Protest Tränengas
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Einsatz gegen Demonstranten

11.11.2019

Demonstrant angeschossen: Neue Gewaltwelle in Hongkong

Nach dem Tod eines Studenten eskalieren die Proteste in Hongkong. Wütende Demonstranten blockieren Straßen und setzen einen Mann in Brand. Mehrere Polizisten ziehen ihre Dienstwaffen - ein 21-Jähriger wird von einer Kuge... » mehr

Proteste in Hongkong

08.11.2019

Nach dem Tod eines Studenten: Hongkonger demonstrieren

Am Rande der Anti-Regierungsproteste in Hongkong ist ein junger Student in den Tod gestürzt. Die Hintergründer sind unklar. Für viele Anhänger der Protestbewegung steht dennoch fest: Die Polizei ist schuld. » mehr

Angriff auf die Nachrichtenagentur Xinhua

02.11.2019

Dutzende Festnahmen nach neuen Ausschreitungen in Hongkong

Die Atmosphäre in Hongkong ist aufgeheizt. Seit 22 Wochenenden in Folge wird demonstriert. Die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein. Aktivisten attackieren erstmals Chinas Staatsagentur Xinhua. » mehr

Demonstration

04.10.2019

Hongkong erlässt Vermummungsverbot

Hongkongs Regierung aktiviert koloniales Notstandsrecht und verfügt ein Vermummungsverbot. Das Vorgehen löst neue Proteste aus. Auf den Straßen herrscht Chaos. Wieder wird ein Demonstrant angeschossen. » mehr

Proteste in Hongkong

03.10.2019

Hongkong plant Vermummungsverbot - Streit um Notstandsgesetz

Mit Masken schützen sich Hongkonger Demonstranten gegen Tränengas und eine Identifizierung durch die Polizei. Das soll nach dem Willen der Regierung ein Ende finden - vielleicht mit einem uralten Notstandsgesetz aus der ... » mehr

Brennende Wurfgeschosse

vor 5 Stunden

US-Senat unterstützt Proteste in Hongkong - China schäumt

Demonstrativ stellt sich der US-Senat hinter die Demokratiebewegung in Hongkong. China warnt empört vor «Konsequenzen». Junge Aktivisten verschanzen sich weiter in einer Hochschule. Was macht die Polizei? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall zwei Verletzte Schleusingen 19.11.19 Schleusingen/Hildburghausen

Unfall Schleusingen/Hildburghausen | 19.11.2019 Schleusingen/Hildburghausen
» 12 Bilder ansehen

Ilmenauer IKK-Klimawandel Ilmenau

Ilmenauer IKK-Klimawandel | 16.11.2019 Ilmenau
» 12 Bilder ansehen

Goldene Ziege Kids 2019 Suhl

Goldene Ziege für Kinder | 16.11.2019 Suhl
» 100 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
15:40 Uhr



^