Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Brennpunkte

Syrische Rebellen in Idlib ziehen sich aus Pufferzone zurück

Bis zum kommenden Montag soll in der syrischen Rebellenprovinz eine Pufferzone errichtet werden. So soll eine Offensive der Regierung verhindert werden. Der Abzug der schweren Waffen läuft reibungslos.



Konflikt in Syrien
Motorräder fahren an Gebäuden vorbei, die im Zuge der Kämpfe in der Provinz Idlib zerstört wurden.   Foto: Ugur Can/DHA via AP

Wenige Tage vor Ablauf einer Frist wächst die Hoffnung auf eine friedliche Lösung für Syriens letzte große Rebellenhochburg Idlib.

Russland zeigte sich am Mittwoch zufrieden mit dem Abzug syrischer Milizen aus einer dort geplanten Pufferzone. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte in Moskau, der Rückzug der bewaffneten Gruppen laufe reibungslos. Das zwischen Russland und der Türkei ausgehandelte Abkommen werde umgesetzt.

Kreml-Chef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten sich im September auf eine bis zu 20 Kilometer breite entmilitarisierte Pufferzone in Idlib geeinigt. Sie soll bis zum kommenden Montag eingerichtet sein, um eine Großoffensive der syrischen Regierungsanhänger zu verhindern. Bis zu diesem Mittwoch mussten alle schweren Waffen aus der Pufferzone abgezogen werden.

Hilfsorganisationen hatten gewarnt, eine Offensive auf Idlib könne zu einer neuen humanitären Katastrophe führen. In dem Gebiet im Nordwesten Syriens leben rund drei Millionen Menschen, fast die Hälfte von ihnen Vertriebene.

Nach Angaben des russischen Außenministeriums haben inzwischen mehr als 1000 Rebellen das Gebiet verlassen. Darüber hinaus seien Hunderte schwere Waffen abgezogen worden. Das türkische Verteidigungsministerium teilte mit, der Abzug der schweren Waffen in Idlib sei abgeschlossen. Die Türkei als Garantiemacht habe ihre Verpflichtungen des Abkommens erfüllt. Ankara unterstützt in dem Bürgerkrieg die Rebellen. Russland ist Schutzmacht der Regierung.

Der Sprecher des Rebellenbündnisses Nationale Befreiungsfront, Nadschi Mustafa, erklärte, die Milizen hätten ihre schweren Waffen aus der Pufferzone abgezogen. Russland wolle diese Informationen nun überprüfen, sagte Lawrows Sprecherin Maria Sacharowa.

Zu der oppositionellen Befreiungsfront gehören mehrere gemäßigte Gruppen. Daneben sind in Idlib radikal-islamische Milizen aktiv. Besonders stark ist die Organisation Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida hat.

Am 15. Oktober sollten die Zonen vollständig entmilitarisiert sein, erklärte Lawrow. «Ein oder zwei Tage spielen dabei keine Rolle.» Die Qualität der Umsetzung sei wichtiger, als den Termin einzuhalten, sagte er. Die Türkei spiele in dem Prozess die wichtigste Rolle. «Diese Bemühungen der türkischen Partner unterstützen wir.»

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel forderte, alle Milizen in Syrien müssten entwaffnet werden oder abziehen. Die von der Bundesregierung vertretene Aufteilung in gemäßigte Rebellen und radikale Islamisten existiere in der Realität nicht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 10. 2018
17:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Al-Qaida Außenministerien Humanitäre Desaster Milizen Rebellenhochburgen Recep Tayyip Erdogan Russische Außenminister Russisches Außenministerium Sergej Lawrow Waffen Wladimir Wladimirowitsch Putin
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Alexej Nawalny

09.09.2020

Fall Nawalny: Moskau kritisiert Berlin

Ungewöhnlich scharf tritt Berlin im Fall Nawalny auf. Doch auch Russland schießt zurück. Für Außenminister Lawrow ist das Verhalten aus Berlin «absolut inakzeptabel». Der deutsche Botschafter wird zum Gespräch gebeten. » mehr

Außenminister Maas besucht Ukraine

24.08.2020

Wiederbelebung der Ukraine-Gespräche im September angestrebt

In der Ostukraine wurden in sechs Jahren mehr als 20 Waffenruhen ausgerufen - und kurz darauf wieder gebrochen. Im Moment schweigen die Waffen länger als je zuvor. Das nährt Hoffnung auf weitere Schritte in Richtung Frie... » mehr

Polizeiwagen

25.08.2020

Kreml sieht keine Beweise für Giftangriff auf Nawalny

Seit Tagen liegt der russische Regierungskritiker Nawalny schon im Koma. Ärzte der Berliner Charité gehen von einer Vergiftung aus. Der Kreml sieht das längst nicht als erwiesen an. » mehr

Flucht aus Idlib

15.02.2020

Krieg in Syrien: Türkei droht Assad mit Vergeltung

Im Nordwesten Syriens wird die Lage für die Menschen immer schlimmer. Deutschland hofft auf russische Hilfe bei der Suche nach Frieden. Auch die Türken haben sich deshalb für Montag in Moskau angekündigt. » mehr

Konflikt in Syrien

07.02.2020

Eskalation in Idlib: Russische Delegation kommt nach Ankara

Das syrische Militär dringt im Rebellengebiet Idlib nahe der türkischen Grenze weiter vor. Die Türkei verlangt von Russland, den Vormarsch zu stoppen. Nun soll eine russische Delegation nach Ankara kommen. Die UN zeichne... » mehr

Kritik an Trumps Plänen

29.01.2020

Israels Rechte will nach Trump-Plan rasche Annektierung

Trumps Nahost-Plan hat bei den Palästinensern Zorn ausgelöst. Israels Rechte frohlockt dagegen - lehnt allerdings die vorgesehene Gründung eines Palästinenserstaats ab. Sie will rasch vor Ort Fakten schaffen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Großbrand Themar Themar

Großbrand Themar | 22.09.2020 Themar
» 33 Bilder ansehen

Sperrmüllhaufen brennt in Suhl-Nord Suhl

Brand Suhl-Nord | 21.09.2020 Suhl
» 3 Bilder ansehen

Sommerausklang_schubert Suhl

Sommerausklang Olaf Schubert | 20.09.2020 Suhl
» 77 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 10. 2018
17:24 Uhr



^